Ziersdorf/NÖ: 12-Jähriger bedroht Kinder mit Glock-Pistole
Ein zwölfjähriger Bub hat auf einem Spielplatz in Ziersdorf mehrmals mit einer Pistole in die Luft geschossen, während andere Kinder anwesend waren. Auslöser war laut Polizei ein Konflikt mit einem Gleichaltrigen, der sich hinknien und entschuldigen musste. Nach dem Vorfall erstattete eine Familie Anzeige, woraufhin die Polizei den Buben zu Hause aufsuchte. Die Schüsse wurden zunächst abgestritten, doch bei einer freiwilligen Nachschau wurde eine geladene, funktionsfähige Pistole im Zimmer des Zwölfjährigen gefunden und sichergestellt.
Er habe die Glock 19 daheim gefunden und zum Spielplatz mitgenommen, der Vater habe diese sowie weitere Waffen, illegal besessen: Neben Softguns soll der Mann außerdem eine weitere Faustfeuerwaffe und zwei Langwaffen besessen haben. Letztere versuchte der Vater noch verschwinden zu lassen: Nach der Hausdurchsuchung durch die Beamten versenkte er die drei Waffen im Marchfeldkanal. Bei einer späteren Befragung gab er aber zu, diese besessen zu haben. Taucher des Einsatzkommandos Cobra suchten daraufhin im Marchfeldkanal nach den Waffen und stellten sie sicher. (Kurier, 8.11.25, S. 20)
Die Ermittlungen zur Herkunft der Waffen dauern an. Gegen den Vater wird nach dem Waffengesetz und wegen Diebstahls ermittelt, gegen den Zwölfjährigen ebenfalls nach dem Waffengesetz sowie wegen Nötigung und gefährlicher Drohung. Der Bub befindet sich nach Angaben der Polizei nicht mehr bei seiner Familie und erhält Betreuung durch die Kinder- und Jugendhilfe.
Mödling/NÖ: Hitler-Rede während Gedenkfeier zu Novemberpogromen
Während der städtischen Gedenkfeier zum Novemberpogrom in Mödling am Sonntagabend wurde aus dem Fenster einer nahegelegenen Wohnung eine Aufnahme einer Hitler-Rede lautstark abgespielt. Über den Zeitpunkt kursieren unterschiedliche Versionen: während der Rede des 91-jährigen Altbürgermeisters Werner Burg (kurier.at, 9.11.25) oder während eines eingespielten Musikstücks (noe.orf.at, 10.11.25).
Die rund 50 Teilnehmer*innen zeigten sich schockiert. Das Fenster, aus dem die Hitler-Rede drang, konnte eingegrenzt werden, sodass mit einer Identifikation der schuldigen Person(en) bald zu rechnen sein dürfte. Die Stadt Mödling erstattete Anzeige, das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung ermittelt wegen des Verdachts auf Wiederbetätigung.
Laut SPÖ-Stadtrat Stephan Schimanowa sei dies ein „klassischer Fall von NS-Wiederbetätigung” gewesen. Er gehe von einer gezielten Störaktion aus. „Spätestens heute hat sich gezeigt, dass die Nazis zurück sind”, so das Urteil des Stadtrats. Gleichzeitig wurde aber betont, dass man als Stadt dagegenhalten will. (heute.at, 9.11.25)
Die Gedenkfeier fand – wie jedes Jahr – am Platz vor der ehemaligen Synagoge in der Enzersdorferstraße statt. Warum bei der Gedenkfeier keine Polizei (und niemand vom Verfassungsschutz) anwesend war, wird wohl noch zu diskutieren sein.
Update 12.11.25: Die Person, die die Hitler-Rede abgespielt haben soll, wurde ausgeforscht. Im Zuge einer Hausdurchsuchung seien Beweisgegenstände sichergestellt worden.
Hartberg/Stmk: Vandalismus im Fußballstadion
Zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren drangen in der Nacht vom 29. auf 30. Oktober in das sich im Umbau befindliche Stadion Hartberg ein und verursachten einen Schaden von rund 30.000 Euro. Sie hinterließen unter anderem Graffiti, darunter ein Hakenkreuz, und zündeten Baumaterial an.
Die Jugendlichen wurden durch Sicherheitskameras schnell identifiziert, verhört und zeigten sich geständig. Sie werden wegen schwerer Sachbeschädigung, Einbruchdiebstahl, Brandstiftung, Sachbeschädigung sowie Verstoßes gegen das Verbotsgesetz angezeigt.
(Quelle: kleinezeitung.at, 5.11.25)
München/D: Gerald Grosz liefert in Bayern erneut einen Eklat
Im bayerischen Landtag veranstaltete die AfD-Fraktion kürzlich einen Vortragsabend mit dem Österreicher Gerald Grosz, der bereits zuvor durch eine beleidigende Äußerung gegenüber Ministerpräsident Markus Söder aufgefallen war. Die Landtagsverwaltung hatte im Vorfeld in einem Schreiben ausdrücklich auf die Wahrung der Würde des Parlaments und der Verfassungswerte hingewiesen, doch diese Mahnung blieb wirkungslos.
Prompt beleidigte Grosz Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Diese sei intellektuell limitiert, was kein Wunder sei, „wenn man sich mit Markus Söder eine Gehirnzelle teilt“. Der Landtag ist für ihn ein „sogenanntes demokratisches Parlament“, das „Hirn-Onanie“ betreibe, das demokratische System sieht er als „Gouvernanten-Demokratur“, was auch immer das genau heißen mag.
In Landtagskreisen ist man dem Vernehmen nach aufgeschreckt nach dem Eklat, der bislang nicht einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde. Auch weil Grosz nicht nur CSU-Politikerin Aigner anging, sondern auch den parteiunabhängigen und im politischen München hoch geachteten Verwaltungsdirektor des Landtags. Dessen Brief vorab sei „politisch bösartig“, geiferte Grosz, der Beamte mache die „Drecksarbeit“ für die „scheinkonservative“ CSU. (sueddeutsche.de, 4.11.25)
Der Vorfall sorgte in Landtagskreisen für erhebliches Aufsehen, blieb jedoch bis zur Veröffentlichung des Eklats durch die „Süddeutsche“ weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit. Das Landtagsamt prüft nun die getätigten Äußerungen und berät über mögliche Konsequenzen.
Berlin: Immunität von zwei weiteren AfD-Bundestagsabgeordneten aufgehoben
Am 6. November hob der Deutsche Bundestag die Immunität des AfD-Abgeordneten Raimond Scheirich auf. Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt wegen Untreue und Betrugs, es kam zu Durchsuchungen. Mitbetroffen im bayerischen Strang: der Landtagsabgeordnete Andreas Jurca. Hintergrund sind mutmaßlich zweckwidrig verwendete Fraktionsgelder aus seiner Zeit im Augsburger Stadtrat.
Zudem gibt es weitere Verdächtigte, so die Staatsanwaltschaft Augsburg. Die Ermittler führten mehrere Durchsuchungen durch, unter anderem in den Abgeordnetenbüros sowie in den Büroräumen der Augsburger AfD-Fraktion. Beweismittel seien beschlagnahmt worden. (br24.de, 6.11.25)
Jurca erlangte überregionale Bekanntheit, als er 2023 behauptete, von einer Gruppe wegen seiner AfD-Angehörigkeit verprügelt worden zu sein. Die Ermittlungen gegen zwei verdächtige Personen wurden jedoch eingestellt.
Am 6. November hob der Bundestag auch die Immunität von Arne Raue auf und genehmigte die Durchführung eines Disziplinarverfahrens; Details werden in der Parlamentsmeldung (6.11.25) nicht genannt.
Die aktuellen Fälle reihen sich in mehrere jüngste Immunitätsaufhebungen gegen AfD-Mandatare ein: Stephan Brandner und Matthias Moosdorf (Beschlüsse vom 9.10.25); bei Brandner geht es um die Genehmigung eines Vollstreckungsverfahrens, bei Moosdorf um ein Strafverfahren wegen des Verdachts, im Reichstagsgebäude den Hitlergruß gezeigt zu haben.
Mit Beschluss am 11. September wurde Maximilian Krahs Immunität aufgehoben und so Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit und Geldwäsche möglich gemacht.
Gleich eine ganze Reihe von Ermittlungen laufen gegen Petr Bystron, dessen Immunität bereits vom Bundestag und dann nochmals 2025, nach Bystrons Wechsel nach Brüssel, auch vom EU-Parlament aufgehoben wurde.
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