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Lesezeit: 8 Minuten

Wie die Teutonia Wien ihre Geschichte erzählt und was sie auslässt. Teil 2: Verschwiegener Neonazismus und Feindmarkierungen

Die Teu­to­nia Wien erzählt ihre Geschich­te als Selbst­ent­las­tung: Anti­se­mi­tis­mus wird weg­ge­wischt, NS-Nähe kaschiert, Neo­na­zi-Ver­stri­ckun­gen wer­den weich­ge­zeich­net. Die eige­ne Gemein­schaft wird zum Maß aller Din­ge, wer stört, sind vor allem „die Lin­ken“, „die Medi­en“ und natür­lich das DÖW.

14. Okt. 2025
Das Haus der Teutonia Wien im 8. Bezirk (Foto: Presseservice 27.1.21)
Das Haus der Teutonia Wien im 8. Bezirk (Foto: Presseservice 27.1.21)

Wie man eine Hetze umkehrt: Der „Fall Borodajkewycz“ in der Teutonen-Festschrift

Dem Kapi­tel geht Atmo­sphä­ri­sches vor­aus: Die Fest­schrift erin­nert an einen von Lin­ken gespreng­ten Vor­trag von Otto Scrin­zi und an Pflas­ter­stei­ne vor dem Neu­en Insti­tuts­ge­bäu­de der Uni Wien. Eine anony­me „Kommilitonen“-Stimme lie­fert die Deu­tung: „Seit der Boro­da­jke­wy­cz-Geschich­te gibt es kei­ne Ruhe mehr auf der Uni. (…) Die wer­den vom ORF und den ande­ren Medi­en in die Höhe geho­ben.“ (S. 199) Schon hier setzt das Rah­men­n­ar­ra­tiv ein: „1968“ als Ursün­de, „die Medi­en“ als Ver­stär­ker und die Rech­te als Opfer.

Dar­an schließt Wal­ter Tri­butsch mit dem Über­schrifts­block „Die 68er-Bewe­gung in Öster­reich und der Fall Boro­da­jke­wy­cz“ an. Öster­reich sei die Pari­ser und Ber­li­ner Dra­ma­tik weit­ge­hend erspart geblie­ben, an der Wie­ner Uni habe es „Stör­ak­tio­nen“ gege­ben, „zu Hand­greif­lich­kei­ten kam es aber nicht“ (S. 200). Die­se Ent­span­nungs­er­zäh­lung ver­schiebt die Per­spek­ti­ve von Anfang an: Nicht Anti­se­mi­tis­mus und NS-Kon­ti­nui­tä­ten erschei­nen als Pro­blem, son­dern „die 68er“.

„Es gab auch ein pro­mi­nen­tes ‚Opfer‘ die­ses ‚Mailüf­terls‘, wie die öster­rei­chi­sche Revol­te der 68er ver­nied­li­chend genannt wur­de.“ Der Begriff „Mailüf­terl“ tri­via­li­siert eine län­ger wäh­ren­de poli­tisch-gesell­schaft­li­che Aus­ein­an­der­set­zung zur Nach­kriegs­ver­drän­gung, das Anfüh­rungs­zei­chen-Spiel („Opfer“, „Mailüf­terl“) signa­li­siert zugleich Distanz und Spott – wobei der Text offen­lässt, wer das „Opfer“ ist.

Im nächs­ten Schritt schreibt Tri­butsch den Aus­lö­ser um. Boro­da­jke­wy­cz, ab 1955 ordent­li­cher Pro­fes­sor an der Hoch­schu­le für Welt­han­del, „nahm sich (…) kein Blatt vor den Mund“ und nann­te Rosa Luxem­burg eine „jüdi­sche Mas­sen­auf­peit­sche­rin“. Dann folgt die Wer­tung über den damals Stu­die­ren­den Fer­di­nand Laci­na: Laci­na „schrieb die­se und ande­re Äuße­run­gen (…) mit und lei­te­te sein denun­zia­to­ri­sches Ela­bo­rat an Heinz Fischer (…) wei­ter.“ (alle Zita­te S. 200f.)

Das Kunst­stück: Anti­se­mi­tis­mus wird als blo­ße Streit­bar­keit des Pro­fes­sors eti­ket­tiert, sei­ne Doku­men­ta­ti­on zur „Denun­zia­ti­on“. Täter- und Opfer­rol­len wer­den rhe­to­risch gekippt. Das ergän­zen­de Schlag­wort von einem „roten Netz­werk“ (S. 201), das zurück­schlug, lie­fert die Verschwörungsfolie.

Laci­na hat­te sys­te­ma­tisch die wört­li­chen Aus­fäl­le des NS-affi­nen Boro­da­jke­wy­cz notiert.

Da zog der Pro­fes­sor über „die jüdi­sche Suf­fra­get­te und Mas­sen­auf­peit­sche­rin Rosa Luxem­burg“ her, nann­te lin­ke Poli­ti­ker „Kaf­fee­haus­ju­den“, ätz­te über die jüdi­sche Her­kunft des öster­rei­chi­schen Ver­fas­sungs­schöp­fers Hans Kel­sen („Er hieß ja eigent­lich Kohn“) und bezeich­ne­te den Tag der Hit­ler-Rede am Hel­den­platz als einen der wich­tigs­ten sei­nes Lebens. Bei jeder die­ser Äuße­run­gen setz­te im Hör­saal schal­len­des Geläch­ter oder Bei­fall ein. Kein Wun­der: An der Hoch­schu­le für Welt­han­del lag der Anteil des Rings Frei­heit­li­cher Stu­den­ten (RFS) bei ÖH-Wah­len bei 28 Pro­zent. Der RFS, getra­gen von schla­gen­den Bur­schen­schaf­tern, hat­te sich seit jeher unge­niert rechts­ra­di­kal geriert. Sein ers­ter Bun­des­vor­sit­zen­der war der bekann­te Neo­na­zi Nor­bert Bur­ger. (profil.at, 31.3.15)

Laci­n­as Mit­schrif­ten sind nicht „denun­zia­to­risch“, son­dern klas­si­sche Auf­klä­rung der Öffent­lich­keit über einen Leh­ren­den, der schon ab März 1934 ille­ga­ler Nazi gewe­sen war und sich 1938 sofort dem Nazi-Regime ange­schlos­sen hat­te. Tri­butsch unter­schlägt die­se bio­gra­fi­sche NS-Vor­ge­schich­te, wodurch Leser*innen den Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis, war­um die Cau­sa über­haupt zum Skan­dal wur­de, ver­lie­ren. Die zen­tra­le Gewalt­es­ka­la­ti­on schil­dert Tri­butsch so:

Am 31. März 1965 kam es dann zu einer Demons­tra­ti­on lin­ker Stu­den­ten, ehe­ma­li­ger Wider­stands­kämp­fer und Gewerk­schaf­ter. Der RFS ver­an­stal­te­te eine Gegen­de­mons­tra­ti­on. Vor dem Hotel Sacher kam es zu einem Zusam­men­stoß, bei dem der Kom­mu­nist Ernst Kirch­we­ger einen Faust­schlag erhielt. Zwei Tage spä­ter ver­starb er an Herz­ver­sa­gen. Kirch­we­ger ist heu­te noch der Säu­len­hei­li­ger der lin­ken Anar­ch­o­sze­ne und wird von der Anti­fa glei­cher­ma­ßen als ‚Mär­ty­rer‘ ver­ehrt. (S. 202)

Nicht nur das „pro­fil“ erin­nert an den Her­gang anders: Der Neo­na­zi Gun­ther Kümel, Ama­teur­bo­xer, zer­trüm­mert dem 68-jäh­ri­gen Kirch­we­ger mit einem Schlag den Unter­kie­fer. Der Sturz führt zu einer Kopf­ver­let­zung mit Todes­fol­ge. Die Rufe aus dem rech­ten Block „Hoch Ausch­witz!“ und „Juden raus!“ mar­kie­ren den anti­se­mi­ti­schen Kon­text. All das lässt Tri­butsch aus.

Auch den Fort­gang der Affä­re dreht Tri­butsch um und macht aus Boro­da­jke­wy­cz das Opfer, näm­lich jenes der „rote[n] Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Her­ta Firn­berg“ (S. 202), die den Pro­fes­sor in den vor­zei­ti­gen Ruhe­stand schickte.

Tri­butsch’ Text arbei­tet mit Tri­via­li­sie­rung, Umdeu­tung und Aus­las­sung. Was als his­to­ri­sche Skiz­ze daher­kommt, ist in Wahr­heit eine geschichts­po­li­ti­sche Ver­tei­di­gungs­re­de: Anti­se­mi­tis­mus wird sprach­lich ent­schärft, Kri­tik wird als „Denun­zia­ti­on“ gebrand­markt, der ers­te poli­ti­sche Tote der Zwei­ten Repu­blik her­ab­ge­setzt und die Sze­ne der Bur­schen­schaf­ten als bedroh­te Ord­nungs­macht inszeniert.

Geschichtsrevisionismus als konstitutives Element

Die Umdre­hung von his­to­ri­schen Fak­ten durch Weg­las­sun­gen und Zitie­rung von frag­wür­di­gen Zeu­gen zeigt sich auch in der von Acker­mei­er in einer beim DB-Bur­schen­tag 2013 gehal­te­nen Rede am Lan­ge­marck-Denk­mal in Eisen­ach. Acker­mei­er erklärt in gut bur­schen­schaft­li­cher Tra­di­ti­on, war­um der 8. Mai kein „Tag der Befrei­ung“ sein kön­ne („die Titu­lie­rung des 8. Mai 1945 als ‚Tag der Befrei­ung‘ zeigt die Geschichts­ver­ges­sen­heit der eta­blier­ten Medi­en und der Poli­tik“; S. 288), er „gedenkt“ der Gefal­le­nen der bei­den Welt­krie­ge, zählt die deut­schen Bom­ben- und Ver­trei­bungs­op­fer und die „ent­ehr­ten und geschän­de­ten Frau­en“ (S. 290) dazu – eines der sel­te­nen Male, dass Frau­en in der Fest­schrift über­haupt Erwäh­nung fin­den. Den Holo­caust bzw. die Opfer des NS lässt Acker­mei­er weg. Dafür zitiert er ein Gedicht den NS-Schrift­stel­lers Bör­ris von Münch­hau­sen, das der Nazi-Poet kurz vor sei­nem Sui­zid im März 1945 ver­fasst hatte.

Teutonia Wien: "kein Fest der Freude" am 8. Mai (Screenshot FB 8.5.15)
Teu­to­nia Wien: „kein Fest der Freu­de” am 8. Mai (Screen­shot FB 8.5.15)

Auch auf die Debat­te um den „Sieg­frieds­kopf“ in der Wie­ner Uni geht die Fest­schrift ein. Die Sta­tue erin­ner­te an im Ers­ten Welt­krieg gefal­le­ne Stu­die­ren­de und Pro­fes­so­ren der Uni Wien, „jüdi­sche sowie weib­li­che aber auch sozia­lis­ti­sche und libe­ra­le Stu­die­ren­de und Leh­ren­de“ (geschichte.univie.ac.at) waren von dem Geden­ken aller­dings aus­ge­schlos­sen. Ab den 1960ern wur­de das Denk­mal zu einem hoch­sym­bo­li­schen Ort, an dem Bur­schen­schaf­ten „Gefal­le­nen­eh­run­gen“ insze­nier­ten. Kritiker*innen war­fen dem Ritu­al vor, Krieg und „Front­ka­me­rad­schaft“ zu ver­klä­ren und NS-Kon­ti­nui­tä­ten zu über­blen­den. 2006 zog die Uni­ver­si­tät die Reiß­lei­ne: Sie „stürz­te“ den Kopf vom Sockel und „umman­tel­te“ ihn mit Text, der die Geschich­te ein­schließ­lich anti­se­mi­ti­scher Gewalt erklärt.

Die Fest­schrift reagiert dar­auf nicht mit Refle­xi­on, son­dern mit Gegen­an­griff. In dem Kapi­tel wer­den Gegner*innen als „Links­chao­ten“ und „Links­fa­schis­ten“ (S. 249) adres­siert. Wenigs­tens die Umge­stal­tung bleibt ohne wei­te­ren Kom­men­tar – das ist das Posi­tivs­te, das hier anzu­mer­ken ist.

Erfolg durch Spaltung

Von hier führt der Band in die jün­ge­re Zeit: über die Rück­kehr der Teu­to­nia in die Deut­sche Bur­schen­schaft (DB) und in jene Jah­re, in denen die DB über Abstam­mungs­kri­te­ri­en stritt. Die Fest­schrift nennt das einen Medi­en­hype: „Die gesteu­er­ten und übel­wol­len­den Medi­en mach­ten aus die­ser Dis­kus­si­on die ‘Wie­der­ein­füh­rung des Arier­pa­ra­gra­phen’“ (S. 275). Wer die Debat­ten nach­voll­zieht, sieht jedoch: Die Sache war der Skan­dal, in dem ins­be­son­de­re öster­rei­chi­sche Bün­de in der DB für eine eth­nisch-völ­ki­sche Defi­ni­ti­on von „deutsch“ eintraten.

Die Teu­to­nia war mit­ten­drin: 2013 fun­gier­ten Burk­hard Mötz als DB-Spre­cher, Jan Acker­mei­er als sein Stell­ver­tre­ter und Tri­butsch als Pres­se­spre­cher. Das erzählt Wal­ter Tri­butsch als Hel­den­epos: „Unser Vor­sitz­jahr soll­te ein groß­ar­ti­ger Erfolg wer­den. Ein Erfolg für Burk­hard Mötz und sei­ne Mit­strei­ter, aber auch ein gro­ßer Erfolg für unse­re Teu­to­nia.“ (S. 278) Der „groß­ar­ti­ge Erfolg“ mani­fes­tier­te sich in Mas­sen­aus­trit­ten von Ver­bin­dun­gen und einer Spal­tung mit der Grün­dung eines neu­en Dach­ver­bands. Fest­steht: Die rechts­extre­men Hard­li­ner im DB setz­ten sich durch.

Die verschwiegenen Neonazis

Das Kapi­tel „Ein Kri­mi­nal­fall, der uns dif­fa­mie­ren soll­te“ (S. 244f.) wid­met sich dem Neo­na­zi Franz Radl und ande­ren, die aus Küs­sels VAPO bei der Teu­to­nia gelan­det waren – frei­lich, ohne den Neo­na­zis­mus zu benen­nen. Man betont Radls Aus­schluss 1991, nach­dem der Ver­dacht auf­ge­taucht war, er hät­te mit den Brief­bom­ben zu tun gehabt. Aus­ge­las­sen wird, dass Radl vor­her längst im mili­tan­ten Neo­na­zis­mus stand. 1990 fir­mier­te er als Spit­zen­fi­gur der spä­ter unter­sag­ten Lis­te „Nein zur Aus­län­der­flut“, über die der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof bestä­tig­te, das sei „ein ver­fas­sungs­ge­setz­lich ver­pön­ter Akt natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Wie­der­be­tä­ti­gung“ (VfGH WI-11/90, 28.2.1991). In der­sel­ben Zeit trat Radl als Spre­cher des „Wie­ner Kor­po­ra­ti­ons Rings“ auf. Dass die Fest­schrift das unter­schlägt, passt ins Muster.

Ein Jahr nach Radl muss­te Küs­sels „Gau­be­auf­trag­ter“ von Wien, Kurt H., die Teu­to­nia ver­las­sen. Einer Men­sur, die „unser Kur­ti“ (S. 234) in Ber­lin geschla­gen hat­te, wird zuvor ein mehr­sei­ti­ges Kapi­tel gewid­met. Wenn fest­ge­stellt wird, dass den deutsch­na­tio­na­len Kor­po­ra­tio­nen eine Schar­nier­funk­ti­on zwi­schen dem par­tei­för­mi­gen Rechts­extre­mis­mus und dem Neo­na­zis­mus zukommt, so trifft dies auf die Teu­to­nia gera­de (aber nicht nur) in den 1990er-Jah­ren im beson­de­ren Maß zu.

Die Fest­schrift macht auch dar­aus eine Opfer­er­zäh­lung („Wir haben das aus­ge­hal­ten und tun das auch heu­te noch, wenn immer wie­der der glei­che Unsinn von ein­zel­nen Jour­na­lis­ten oder dem Doku­men­ta­ti­ons­ar­chiv des Öster­rei­chi­schen Wider­stands (DÖW) auf­ge­wühlt wird. Dies umso mehr, als wir uns nichts zuschul­den haben kom­men las­sen.“ (S. 244)) und eine nicht näher defi­nier­te „Aus­ein­an­der­set­zung“: „Als Eklat wur­de sie von den einen, als rei­ni­gen­des Gewit­ter von den ande­ren bezeich­net. Jeden­falls hat­te es Aus­schlüs­se bei den Jun­gen zur Fol­ge.“ (S. 245)

Dass die Teu­to­nen auch in den 2010er-Jah­ren regel­mä­ßig für rechts­extre­me Eklats sorg­ten, dass nach Erschei­nen der Fest­schrift zwei Teu­to­nen wegen Wie­der­be­tä­ti­gung vor Gericht erschei­nen muss­ten – der eine wur­de frei­ge­spro­chen, gestand jedoch, ein­schlä­gi­ge Chats aus­ge­tauscht zu haben; für den ande­ren kam es dicker: Der erhielt eine teil­be­ding­te Haft­stra­fe – passt natur­ge­mäß nicht zum Bild, das die Fest­schrift ver­mit­teln will, ist aber logi­sche Fol­ge einer hoch­pro­ble­ma­ti­schen Selbst­dar­stel­lung: Sie betont „eige­ne“ Opfer, sie ästhe­ti­siert Zustim­mung zum „Anschluss“, sie schweigt zur Sho­ah, sie rahmt die 68er- und Boro­da­jke­wy­cz-Pro­tes­te als lin­ke Unru­hen, sie erklärt die Ari­er-Debat­ten der DB zum Medienprodukt.

Die Rede des "Farbenbruders" am 8.5.19 führte zu einer Anzeige und zur Verurteilung nach dem Verbotsgesetz. Das Posting ist noch immer online. "Am gestrigen 8. Mai hielt einer unserer Farbenbrüder beim traditionellen Mittwochsbummel des Wiener Korporationsring an der Universität Wien einen Redebeitrag zur Bedeutung des Datums und plädierte für ein würdiges Gedenken im Sinne der im Krieg Gefallenen." (Screenshot FB Teutonia Wien 9.5.19; Verpixelung SdR)
Die Rede des „Far­ben­bru­ders” am 8.5.19 führ­te zu einer Anzei­ge und zur Ver­ur­tei­lung nach dem Ver­bots­ge­setz. Das Pos­ting ist noch immer online. (Screen­shot FB 9.5.19; Ver­pi­xelung SdR)

Die öffent­lich doku­men­tier­ten Fak­ten set­zen dem eine kla­re Folie ent­ge­gen: völ­ki­sche Kon­ti­nui­tä­ten, ritua­li­sier­te Opfer­um­kehr, per­so­nel­le Ver­stri­ckun­gen in den Neo­na­zis­mus – auch über die 90er-Jah­re hin­aus. Die­se Fest­schrift ist Geschichts­po­li­tik von Rechtsaußen.

Der eigent­li­che Skan­dal aber ist nicht die Fest­schrift der Teu­to­nia – von ihr ist nichts ande­res zu erwar­ten –, son­dern ihre Anschluss­fä­hig­keit mit den in der Schrift prä­sen­tier­ten geschichts­re­vi­sio­nis­ti­schen Ansich­ten ins poli­ti­sche Geschäft: als Mit­ar­bei­ter und Man­da­ta­re der FPÖ und die – wie im Fall des Teu­to­nen Arnold Schie­fer – sogar als minis­tra­bel gel­ten, ohne dass der mit der Aus­rich­tung sei­ner Bur­schen­schaft jemals ernst­haft kon­fron­tiert wor­den wäre.

➡️ Teil 1: Anti­se­mi­tis­mus ohne Unbe­ha­gen und Opfererzählung

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