Rechtsextreme in SeenotLesezeit: 2 Minuten

Ver­ehr­ten die Spar­ta­ner Posei­don noch in Tem­peln, scheint der Gott der Mee­re deren Möch­­te­­gern-Nach­­fol­­gern eher unfreund­lich gesinnt zu sein. Nach zahl­rei­chen Pan­nen und Hin­der­nis­sen fiel der Motor aus und das Schiff der neo­fa­schis­ti­schen Iden­ti­tä­ren wur­de dadurch manö­vrier­un­fä­hig. Die Flücht­lings­ret­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on „Sea Eye” eil­te zu Hil­fe. Wäh­rend die Iden­ti­tä­ren von „fake news” sschrei­ben, bestä­ti­gen Behör­den den Vorfall. […]

12. Aug 2017

Nach Anga­ben der deut­schen Flücht­lings­ret­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on „Sea Eye” setz­te das Schiff der Iden­ti­tä­ren, die C‑Star, eine soge­nann­te „PAN-PAN”-Meldung an das MRCC Rom, die See­not­ret­tungs­leit­stel­le für das gesam­te Mit­tel­meer, ab. Eine „PAN-PAN”-Mel­dung ist eine „Dring­lich­keits­mel­dung im Sprech­funk­ver­kehr von Schif­fen, Flug­zeu­gen oder ande­ren Fahr­zeu­gen, die abge­setzt wird, wenn das Fahr­zeug oder sei­ne Insas­sen kon­kret, aber nicht akut gefähr­det sind, und mit der die Besat­zung eine bevor­zug­te Behand­lung einfordert.”

Die Sea-Eye wur­den drauf von der EUNAVFOR MED Ope­ra­ti­on SOPHIA (die mul­ti­na­tio­na­le mili­tä­ri­sche Kri­sen­be­wäl­ti­gungs­ope­ra­ti­on der Euro­päi­schen Uni­on) dar­über infor­miert, dass die unter mon­go­li­sche Flag­ge fah­ren­de C‑Star mit einem Maschi­nen­scha­den manö­vrier­un­fä­hig sei. Da die Sea-Eye von der C‑Star am nächs­ten ent­fernt war, wur­den sie damit beauf­tragt, den Neo­fa­schis­tIn­nen zu Hil­fe zu kommen.

Nach Anga­ben der Sea-Eye lehn­ten jedoch die Iden­ti­tä­ren jede Hil­fe ab. Auf Wei­sung des MRCC setz­te die Sea-Eye dar­auf hin ihren Erkun­dungs­kurs nach Schiff­brü­chi­gen und Ertrin­ken­den fort.

Der ORF berich­tet, dass der Vor­sit­zen­de von Sea-Eye, Micha­el Busch­heu­er, erklär­te: „In See­not Gera­te­nen zu hel­fen, ist die Pflicht eines jeden, der auf See ist — unter­schieds­los zu sei­ner Her­kunft, Haut­far­be, Reli­gi­on oder Gesinnung.“

Auf Twit­ter behaup­te­ten die Iden­ti­tä­ren, dass es sich bei den Mel­dun­gen um „fake news” han­delt. Die Anga­ben von „Sea Eye” wur­den aber von offi­zi­el­ler Sei­te bestätigt:

Gleich­zei­tig kur­sier­te im Inter­net ein Bild der C‑Star, auf dem das Heck des Schiffs tief im Was­ser hängt (sie­he Face­book-Bei­trag von „Sea Eye” oben), was ernst­haf­te Antriebs­pro­ble­me nahe­le­ge, meint ein Spre­cher der Orga­ni­sa­ti­on Sea-Eye.

Vor die­ser Mel­dung am Frei­tag lagen die “Iden­ti­tä­ren” tage­lang vor der tune­si­schen Küs­te, ver­mut­lich muss­ten sie sich wei­te­re Ver­pfle­gung und Sprit orga­ni­sie­ren, nach­dem sie kei­nen tune­si­schen Hafen anlau­fen konnten.

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