Rechtsextreme in Seenot

Verehrten die Spartaner Poseidon noch in Tempeln, scheint der Gott der Meere deren Möchtegern-Nachfolgern eher unfreundlich gesinnt zu sein. Nach zahlreichen Pannen und Hindernissen fiel der Motor aus und das Schiff der neofaschistischen Identitären wurde dadurch manövrierunfähig. Die Flüchtlingsrettungsorganisation „Sea Eye“ eilte zu Hilfe. Während die Identitären von „fake news“ sschreiben, bestätigen Behörden den Vorfall.

Nach Angaben der deutschen Flüchtlingsrettungsorganisation „Sea Eye“ setzte das Schiff der Identitären, die C-Star, eine sogenannte „PAN-PAN“-Meldung an das MRCC Rom, die Seenotrettungsleitstelle für das gesamte Mittelmeer, ab. Eine „PAN-PAN“-Meldung ist eine „Dringlichkeitsmeldung im Sprechfunkverkehr von Schiffen, Flugzeugen oder anderen Fahrzeugen, die abgesetzt wird, wenn das Fahrzeug oder seine Insassen konkret, aber nicht akut gefährdet sind, und mit der die Besatzung eine bevorzugte Behandlung einfordert.“

Die Sea-Eye wurden drauf von der EUNAVFOR MED Operation SOPHIA (die multinationale militärische Krisenbewältigungsoperation der Europäischen Union) darüber informiert, dass die unter mongolische Flagge fahrende C-Star mit einem Maschinenschaden manövrierunfähig sei. Da die Sea-Eye von der C-Star am nächsten entfernt war, wurden sie damit beauftragt, den NeofaschistInnen zu Hilfe zu kommen.

Nach Angaben der Sea-Eye lehnten jedoch die Identitären jede Hilfe ab. Auf Weisung des MRCC setzte die Sea-Eye darauf hin ihren Erkundungskurs nach Schiffbrüchigen und Ertrinkenden fort.

Der ORF berichtet, dass der Vorsitzende von Sea-Eye, Michael Buschheuer, erklärte: „In Seenot Geratenen zu helfen, ist die Pflicht eines jeden, der auf See ist – unterschiedslos zu seiner Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Gesinnung.“

Auf Twitter behaupteten die Identitären, dass es sich bei den Meldungen um „fake news“ handelt. Die Angaben von „Sea Eye“ wurden aber von offizieller Seite bestätigt:

Gleichzeitig kursierte im Internet ein Bild der C-Star, auf dem das Heck des Schiffs tief im Wasser hängt (siehe Facebook-Beitrag von „Sea Eye“ oben), was ernsthafte Antriebsprobleme nahelege, meint ein Sprecher der Organisation Sea-Eye.

Vor dieser Meldung am Freitag lagen die “Identitären” tagelang vor der tunesischen Küste, vermutlich mussten sie sich weitere Verpflegung und Sprit organisieren, nachdem sie keinen tunesischen Hafen anlaufen konnten.