We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Analysen

Lesezeit: 5 Minuten

Die FPÖ und das Verbot des „politischen Islam“ – Teil 2

Die FPÖ und das Ver­bot des „poli­ti­schen Islam“, Teil 2. Wür­de ein Ver­bot des „Isla­mis­mus” (im Ver­bots­ge­setz), abge­se­hen von den Erfolgs­aus­sich­ten bzw. der Stra­te­gie hin­ter solch einem Vor­stoß, grund­sätz­lich über­haupt Sinn machen? Eine Ana­ly­se von Roland Doris und Niko­las Süd*.

31. Juli 2017

1) Die Staatsanwält_innen kom­men gar nicht mehr hinterher
Wie alle EU-Län­der hat Öster­reich die Ter­ro­ris­mus­kon­ven­ti­on des Euro­pa­ra­tes und der UNO unter­zeich­net. Die Vor­ga­ben sind zwar gleich, wer­den aber von jedem Land ins eige­ne Recht umge­setzt. Sowohl die gesetz­li­che Umset­zung als auch die tat­säch­li­che Recht­spre­chung ist in Öster­reich stren­ger als in den meis­ten EU Län­dern. An man­chen Lan­des­ge­rich­ten kom­men die Staatsanwält_innen nicht mehr hin­ter­her, weil sich so vie­le Fäl­le auf ihren Schreib­ti­schen sammeln.

Dreh- und Angel­punkt ist der soge­nann­te „Ter­ror­pa­ra­graf“ 278b des StGB: In Öster­reich ist es straf­bar, sich in Ter­ror­camps aus­bil­den zu las­sen, wäh­rend in den meis­ten ande­ren Län­dern nur die Aus­bild­ner selbst haf­ten. In Öster­reich macht man sich straf­bar, wenn man auch nur eine_n Anwerber_in für eine ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung trifft. Anders­wo ist viel­fach nur die Anwer­bung selbst straf­bar. In Öster­reich ist die Finan­zie­rung von Ter­ror straf­bar, auch die Finan­zie­rung ein­zel­ner Terrorist_innen. Dabei muss es im Unter­schied zu den meis­ten EU Län­dern kei­nen kon­kre­ten Zusam­men­hang mit einer straf­ba­ren Hand­lung geben. In Öster­reich wird nicht nur die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung straf­recht­lich ver­folgt, son­dern auch die „mora­li­sche“. Staatsanwält_innen nen­nen das „psy­chi­sche Unter­stüt­zung der Grup­pen­mo­ral“; für eine Ver­ur­tei­lung rei­chen schon Face­book Pos­tings, die den IS gut­hei­ßen oder per­sön­li­che Nach­rich­ten an Ange­hö­ri­ge ter­ro­ris­ti­scher Gruppierungen.

Eine wei­te­re Hand­ha­be ist das Sym­bol­ver­bots­ge­setz: Seit dem 1.1.2015 sind die Sym­bo­le der Grup­pie­rung „Isla­mi­scher Staat“, „Al Kai­da“ und ihnen nahe­ste­hen­de Orga­ni­sa­tio­nen ver­bo­ten. Wer die­se Sym­bo­le ver­wen­det, ris­kiert eine Ver­wal­tungs­stra­fe bis zu 10.000 Euro und ganz sicher eine Ermitt­lung nach dem Para­graf 287b.

2) „Schlech­tes Timing“ 
Trotz aktu­el­ler Anschlä­ge ist das Phä­no­men ins­ge­samt rück­läu­fig. Die Grup­pie­rung „Isla­mi­scher Staat“ ver­liert lau­fend an Gebiet, und auch die Anzahl der Sympathisant_innen geht euro­pa­weit seit 2015 zurück. Für Öster­reich kann man das quan­ti­ta­tiv an den Zah­len des Ver­fas­sungs­schut­zes erken­nen: Ins­ge­samt zählt der Ver­fas­sungs­schutz bis heu­te 296 Jihadist_innen, die Hoch­pha­se der Jih­ad­rei­sen ist jedoch vor­bei. Die meis­ten Aus­rei­sen fan­den zwi­schen 2012 und 2014 statt, seit 2015 gehen die Zah­len zurück. (vgl. derstandard.at, 14.11.16)

Stra­che hat nicht unrecht, wenn er sagt, „Orga­ni­sa­tio­nen des poli­ti­schen Islam lie­fern Ter­ro­ris­ten das ideo­lo­gi­sche Fun­da­ment“. Das tun aller­dings auch rech­te und rechts­extre­me Orga­ni­sa­tio­nen, Rechts­ter­ro­ris­ten und Neo­na­zis. Im Gegen­satz zu jiha­dis­ti­schen Akti­vi­tä­ten stei­gen näm­lich neo­na­zis­ti­sche Straf­ta­ten rasant an, wie man an den Zah­len des Ver­fas­sungs­schut­zes erken­nen kann. Im Jahr 2016 zähl­ten die öster­rei­chi­schen Sicher­heits­be­hör­den 1.313 Straf­ta­ten mit rechts­extre­mis­ti­schem Hin­ter­grund, was einen Anstieg von 13,6 Pro­zent im Ver­gleich zum Jahr 2015 ausmacht

Es wäre die ganz grund­sätz­li­che Fra­ge zu benat­wor­ten, ob Ver­bo­te von rech­ten und rechts­extre­men, sowie isla­mis­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen im Kampf gegen Rechts­ter­ro­ris­mus und Jiha­dis­mus ein geeig­ne­tes Mit­tel sind?

3) Wor­um geht es eigentlich?
Was ist der eigent­li­che Inhalt des Ver­bots­ge­set­zes? Ursprüng­lich die Ent­na­zi­fi­zie­rung, aber vor allem die Novel­lie­rung 1992 bezog sich haupt­säch­lich auf den Schutz der von der Mei­nungs­äu­ße­rung betrof­fe­nen Per­so­nen. Also der Schutz von Über­le­ben­den der Shoa und ihrer Ange­hö­ri­gen davor, dass sie ertra­gen müs­sen, wie Per­so­nen den Holo­caust ver­harm­lo­sen, rela­ti­vie­ren oder ganz in Fra­ge stel­len und die Ideo­lo­gie, die dazu führ­te, wei­ter­ver­brei­tet wird. Die Shoa war ein his­to­risch sin­gu­lä­res Ereig­nis, das mit nichts, auch nicht mit den grau­sa­men Ver­bre­chen des soge­nann­ten „Isla­mi­schen Staa­tes“ gleich­zu­set­zen ist. Eine gesetz­li­che Gleich­set­zung wäre daher eine Ver­harm­lo­sung der Shoa und ein Hohn für alle Opfer und deren Ange­hö­ri­gen. Eine Erwei­te­rung des Ver­bots­ge­set­zes wider­spricht also det ursprüng­li­chen Inten­ti­on des Gesetz­ge­bers. Wel­che Stra­te­gie steckt dann also hin­ter der For­de­rung, den „poli­ti­schen Islam“ ins Ver­bots­ge­setz zu schreiben?

Die FPÖ bleibt sich treu, wenn sie schein­bar mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus bricht, indem ideo­lo­gi­sche Gemein­sam­kei­ten auf den poli­ti­schen Islam pro­ji­ziert wer­den. Damit nor­ma­li­siert sie einer­seits eige­ne rechts­extre­me Posi­tio­nen und schafft ande­rer­seits einen Außen­feind, um die­se Posi­tio­nen zu legi­ti­mie­ren. Dass Stra­che über den Rück­gang der Jihad-Rei­sen hin­weg sieht, ist nicht ver­wun­der­lich, geht es doch um die Auf­recht­erhal­tung eines Bedro­hungs­sze­na­ri­os für die öster­rei­chi­sche Bevöl­ke­rung, um damit poli­ti­sches Kapi­tal zu schla­gen. Die FPÖ möch­te sich außer­dem als jene Par­tei insze­nie­ren, die als ein­zi­ge etwas gegen den Jiha­dis­mus unter­nimmt. tat­säch­lich ist sie das nicht, doch es fällt ihr leicht, sich so dar­zu­stel­len, auch weil es wenig stich­hal­ti­ge lin­ke Isla­mis­mus­kri­tik gibt.

Ein wei­te­rer Punkt macht die „Kri­tik“ am poli­ti­schen Islam für die FPÖ attrak­tiv: Wenn man die Schuld für das Phä­no­men des Jiha­dis­mus in Öster­reich beim poli­ti­schen Islam (wobei die FPÖ damit eigent­lich den Islam als Gan­zes meint) sucht, der über das Land „her­fällt“, kann man ganz ein­fach davon ablen­ken, dass das Pro­blem haus­ge­macht ist. Die Grün­de, dass sich Per­so­nen in Öster­reich so weit fana­ti­sie­ren, dass sie sich dazu ent­schei­den, sich in Syri­en du dem Irak dem IS anschlie­ßen, lie­gen groß­teils an den Umstän­den, in denen die­se Ent­schei­dung getrof­fen wird — und die­se wird in Öster­reich getroffen.

Apro­pos Ablen­ken: Dass men­schen­feind­li­che Ein­stel­lungs­mus­ter und sogar rechts­extre­me Straf­ta­ten in Öster­reich anstei­gen, kann man natür­lich auch ganz gut hin­ter die­sem Bedro­hung­sze­na­rio ver­ber­gen. Viel wich­ti­ger wäre es, die­sen Ent­wick­lun­gen mit ent­spre­chen­den Maß­nah­men ent­ge­gen­zu­wir­ken: Ein Anfang wäre der Aus­bau poli­ti­scher Bildungsarbeit.

➡️ Die FPÖ und das Ver­bot des „poli­ti­schen Islam“ – Teil 1

* Roland Doris und Niko­laus Süd beschäf­ti­gen sich beruf­lich und pri­vat mit Jiha­dis­mus, Isla­mis­mus und ande­ren For­men des Rechtsextremismus.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Analysen
Schlagwörter: Antisemitismus | FPÖ | Neonazismus/Neofaschismus | Österreich | Politische Bildung/Aufklärung | Prävention/Deradikalisierung | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Rechtsextremismus | Verbotsgesetz

Beitragsnavigation

« Verhetzungsprozess: “Vollgas und dann nochmal drüber mit Karacho”
Broschüre: „Gewerkschaften und Rechtsextremismus in Europa” »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter