Linz: Hitlergruß vor Polizisten

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Die Ankla­ge gegen den 20-Jäh­ri­gen, der am Mitt­woch, 5.4., beim Lan­des­ge­richt Linz antre­ten muss­te, war gut bestückt: Wie­der­be­tä­ti­gung im Sin­ne des Ver­bots­ge­set­zes, gefähr­li­che Dro­hung, Kör­per­ver­let­zung und Ver­ge­hen nach dem Waf­fen­ge­setz zwi­schen Okto­ber 2015 und Jän­ner 2017 wur­den ihm vor­ge­wor­fen. Die „Ober­ös­ter­rei­chi­schen Nach­rich­ten“ (OÖN) berich­ten über die Ver­hand­lung, aber ziem­lich knapp.

Im Okto­ber 2015 hat der jun­ge Mann die evan­ge­lisch-metho­dis­ti­sche Kir­che in Linz „mit SS-Runen, David­ster­nen, und den Abkür­zun­gen „88” und „HH” beschmiert“ (OÖN). In der Fol­ge hat er gegen­über Poli­zis­ten die Hand zum Hit­ler­gruß erho­ben. Stopp! Das ist wohl eine der sinn­lo­ses­ten Mut­pro­ben von Nazis, aber anschei­nend in Ober­ös­ter­reich beson­ders gebräuch­lich. Der Tho­mas in Brau­nau hat sich 2016 so sei­ne Stra­fe von ein­ein­halb Jah­ren unbe­dingt red­lich ver­dient und ein Nazi-Pär­chen in Linz det­to.

Ver­fah­ren nach dem Ver­bots­ge­setz und ande­rer Delik­te vor dem Lan­des­ge­richt Linz — Bild­quel­le: Lin­zWi­ki/Chris­ti­an Wirth, Crea­ti­ve Com­mons 3.0

Zurück zum Ange­klag­ten – sei­ne Lis­te von ihm vor­ge­wor­fe­nen Delik­ten war ja noch län­ger. Bei ihm wur­den in der obli­ga­ten Haus­durch­su­chung auch noch ille­ga­le Waf­fen (Degen, Elek­tro­scho­cker und eine Soft­gun) gefun­den, auch Nazi-Devo­tio­na­li­en. Zu der gefähr­li­chen Dro­hung und der Kör­per­ver­let­zung, die ihm auch vor­ge­wor­fen wur­den in der Ankla­ge, fin­det sich kei­ne Erläu­te­rung in der „OÖN“.

Das Urteil von sechs Mona­ten (bedingt), das noch nicht rechts­kräf­tig ist, ist mild. Das Gericht ver­füg­te auch, dass er nach­weis­lich einen (betreu­ten) Besuch in der KZ-Gedenk­stät­te Maut­hau­sen absol­vie­ren muss.