Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 5 Minuten

Burschenschaften: Keine Bewegung beim Antisemitismus

Der Wiener FPÖ-Landtagsabgeordnete und Burschenschafter Udo Guggenbichler machte am 21.4.15 eine Presseaussendung zu Korporationen und Antisemitismus, in der er davon spricht, dass er gemeinsam mit anderen prominenten Vertretern von schlagenden Verbindungen eine Erklärung unterzeichnet habe, in der der Antisemitismus von Korporationen verurteilt werde. Wirklich? 

23. Apr. 2015

Die Erklärung richtet sich zwar direkt an die Israelitische Kultusgemeinde, „um der Israelitischen Kultusgemeinde das Bemühen für ein von gegenseitiger Achtung geprägtes Verhältnis zu zeigen“, wird aber dennoch auch öffentlich abgegeben. Das ist auch gut so, denn schließlich geht der Antisemitismus der Korporationen auch die Öffentlichkeit etwas an. Und die wird über einige Medien auch informiert: „In einer offiziellen Erklärung haben die schlagenden Burschenschaften den Antisemitismus verurteilt und sich von eigenen antisemitischen Bekundungen in der Vergangenheit distanziert“, schreibt die Salzburger Nachrichten (22.4.2015).

In der „Kleinen Zeitung“ (22.4.2015) heißt es: „Gemeinsam mit anderen Vertretern von schlagenden Studentenverbindungen hat der Organisator des umstrittenen Wiener Akademikerballs, Udo Guggenbichler, eine Erklärung unterzeichnet, in der Antisemitismus verurteilt wird.“

Die Aussendung ist unterzeichnet von Udo Guggenbichler und sonst niemandem. Kein weiterer (prominenter) Vertreter einer Korporation, kein Dachverband, keine einzelne Burschenschaft ist angeführt. Wer weiß, wie pingelig Korporierte sind, wenn es um die Bezeichnung und Zuordnung ihrer Korporation, ihres Dachverbandes geht, dann verwundert auch die sehr vage Bezeichnung von Guggenbichler: Schlagende Verbindungen gibt es sehr viele und sehr unterschiedliche.

Guggenbichler aber weiß das sehr genau: Er selbst ist Mitglied von zwei akademischen Burschenschaften, der Albia (Wien) und der Arminia (Graz), und von zwei pennalen Verbindungen, der technischen Verbindung Hollenburg (Ferlach) und der Schülerverbindung Gothia (Meran). Die beiden akademischen Verbindungen sind Mitgliedsbünde im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB), beide sind Mitglieder der extrem rechten „Fraktion“ Burschenschaftliche Gemeinschaft.

Gibt es eine Distanzierung des Dachverbandes Deutsche Burschenschaft vom Antisemitismus im Verband? Weder aktuell noch in der Vergangenheit. Die letzte Erklärung der DB aus dem Herbst 2014 behandelt einen Spendenaufruf für die (deutsche) Burschenschaft Vulkania in Chile. Ansonsten ist die DB wohl mehr damit beschäftigt, ihre Schäflein zu zählen: Mehr als 40 Mitgliedsbünde haben in den letzten Jahren die DB wegen ihres deutlichen Rechtskurses verlassen – ein Minus von gut 40 Prozent, wie der Blog Burschenschafterpacktaus vorrechnet.

Eine Distanzierung der Burschenschaftlichen Gemeinschaft vom Antisemitismus, wäre eine Sensation, aber die gibt’s nicht. Bleiben die einzelnen Mitgliedsbünde. Fast alle von ihnen sind im Internet vertreten, die meisten auch auf Facebook. Zur Erklärung von Guggenbichler herrscht da überall dröhnendes Schweigen. Was denn auch sonst?

Guggenbichlers eigene Verbindung, die Arminia Graz, zählt den Chef des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA), SS-Brigadeführer Ernst Kaltenbrunner zu ihren Alten Herren. Das RSHA hatte eine zentrale Rolle bei der sogenannten Endlösung, der Vernichtung und Ausrottung der Juden. Die Arminia müsste sich wohl von einmal von Kaltenbrunner klar distanzieren, sollte sie die Absicht haben, sich ernsthaft vom Antisemitismus loszusagen – oder Guggenbichler von der Arminia.


Ernst Kaltenbrunner

Dann wären da noch der Österreichische Pennälerring (ÖPR) und dessen Mitgliedsbünde. Guggenbichler kennt die und deren Probleme mit dem Antisemitismus sehr gut – er ist schließlich seit ewig Vorsitzender des ÖPR. Das DÖW weist in seiner Stellungnahme zu dem angeblichen Bruch der schlagenden Verbindungen mit dem Antisemitismus darauf hin, dass der Antisemitismus in der Volksgemeinschaftsideologie des deutsch-völkischen Lagers strukturell verankert ist: „Ein tatsächlicher Bruch mit dem Antisemitismus wäre demnach nicht zu haben ohne Bruch mit dieser Ideologie.“ Noch ein Stichwort nennt das DÖW: Die „Aula“, das Organ der Freiheitlichen Akademikerverbände und der Burschenschaften des deutsch-völkischen Lagers. Der „Aula“ ist der Antisemitismus gleichsam einprogrammiert, wie zuletzt die Ausgabe vom März 2015 zeigt.

Was ist eine Erklärung wert, die selbst in ihrem Kern nur Halbwahres enthält? So heißt es da: „Die sogenannten ‚Waidhofner Beschlüsse‘ sind seit langer Zeit obsolet und hatten für zahlreiche Verbindungen nie Geltung“. Was „Verbindungen“ betrifft, mag das stimmen – nicht aber für die (schlagenden) deutschen Burschenschaften. Die antisemitischen „Waidhofner Beschlüsse“ aus 1896 wurden zwar damals von ein paar Burschenschaften wie z.B. der „Olympia“ abgelehnt. Wie wir aber aus jüngeren Jahren wissen, zeichnete sich gerade diese Burschenschaft durch ihre Nähe zu NS-Ideologieund Antisemitismus aus.

Spätestens mit dem Eisenacher Beschluss von 1920, der für alle deutschen Burschenschaften aus Österreich und Deutschland galt, war der rassistische Antisemitismus bestimmend. Er verpflichtete alle Burschenschaften zu einem Aufnahmestopp für Juden und verlangte von allen Neueintritten das Ehrenwort, „frei von jüdischem oder farbigen Bluteinschlag“ zu sein, keine jüdischen oder farbigen Ehepartner zu haben oder künftig zu wählen. Nach der Niederlage des Nationalsozialismus (der von der DB und ihren Bünden begeistert begrüßt worden war) fand die bei den Burschenschaften in Österreich vorherrschende Geschichtsaufarbeitung darin ihren Ausdruck, dass man sich als „Kinder der Zeit“ betrachtete: „Streiten wir doch nicht darüber, inwieweit an allen diesen Ereignissen, an den Verirrungen des nationalen Denkens Burschenschafter mitbeteiligt waren“, formulierte der Burschenschafter Günther Berka den Konsens bei den Burschenschaften.

Der Streit um Arierparagrafen und „deutsche Abstammungsgemeinschaft“ bei der DB im Jahr 2011, die für pennale Burschenschaften gültigen Bestimmungen der „Linzer Paukordnung“, das offen antisemitische Auftreten einzelner Burschenschaften, die antisemitischen Beiträge in der „Aula“ – das alles und noch viel mehr machen klar, dass der Antisemitismus in den Burschenschaften lebt und gelebt wird.

Die Erklärung des Udo Guggenbichler ist der holprige Versuch eines FPÖ-Mandatars, hier Bewegung bei den Burschenschaften vorzutäuschen. Doch diese Bewegung gibt es selbst dann noch nicht, falls ihr einige weitere FPÖ-Mandatare und Burschenschafter folgen werden. Aber schauen wir zunächst einmal, was Wolfgang Jung und Reinhard Bösch zur Erklärung Guggenbichlers sagen!

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Antisemitismus | Burschen-/Mädelschaften/Korporationen | FPÖ | Freilich/AULA | Nationalsozialismus | Österreich | Weite Welt

Beitragsnavigation

« MKÖ: Offener Brief an demokratische Parlamentsparteien
Innsbruck: Brigade 8 – Neonazi vor Gericht »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter