Europas Rechtsparteien (IV) — FPÖ/Le Pen: Wer will mich?

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Die Jungle World berich­tet, dass sich Harald Vilims­ky, der FPÖ-Gene­ral­se­kre­tär, sein ita­lie­ni­scher Amts­kol­le­ge Matteo Sal­vi­ni (Lega Nord), der Nie­der­län­der Geert Wil­ders (Par­tij voor de Vri­jheid), der Bel­gi­er Gerolf Annem­ans Dewin­ter (Vlaams Belang) und die Anfüh­re­rin der Grup­pe, Wahl­sie­ge­rin Mari­ne Le Pen den Medi­en stell­ten und ankün­dig­ten, eine eige­ne Frak­ti­on im EU-Par­la­ment bil­den zu wol­len: „Wir haben eine soli­de Basis von 38 Mit­glie­dern und sind opti­mis­tisch, uns zu ver­grö­ßern.” So ein­fach ist die Frak­ti­ons­bil­dung der Rechts­par­tei­en aber dann doch nicht.

Denn Le Pen und Vilims­ky woll­ten bereits am 27. Mai ihre neue EU-Rechts­frak­ti­on prä­sen­tie­ren. „Dar­aus wur­de aber nichts: Weder die bri­ti­sche Anti-EU-Par­tei Ukip noch die deut­sche Euro-Skep­ti­ker-Bewe­gung AfD woll­ten sich den rechts­extre­men ?Schmud­del­kin­dern? aus Frank­reich anschlie­ßen”, berich­tet oe24.at. Für die Bil­dung einer Frak­ti­on sind min­des­tens 25 Abge­ord­ne­te aus sie­ben EU-Län­dern nötig. Die Suche nach Bünd­nis­part­nern ist nicht leicht, mit anti­se­mi­ti­schen Par­tei­en wie Job­bik in Ungarn oder den Neo­na­zis von der Gol­de­nen Mor­gen­rö­te will Le Pen nicht koope­rie­ren. „Es ist ganz klar, dass wir weder mit Job­bik noch mit ande­ren die­ser Bewe­gun­gen zusam­men­ar­bei­ten wür­den”. Mit dem ver­pass­ten Ein­zug der „Slo­wa­ki­schen Natio­nal­par­tei” (SNS) und der Wei­ge­rung der Schwe­den­de­mo­kra­ten sich an einer Frak­ti­on zu betei­li­gen, sind die Chan­cen einer sol­chen Frak­ti­on aus rechts­extre­men Par­tei­en geschwunden.

In Gespräch sind die pol­ni­schen „Kon­gress der Neu­en Rech­ten” (KNP) und die litaui­sche Par­tei „Tvar­ka ir tei­sin­gu­mas” (Ord­nung und Gerech­tig­keit), die bei­de den markt­li­be­ra­len Flü­geln rech­ter Par­tei­en abde­cken. Eine Zusam­men­ar­beit mit Job­bik, die Bri­tish Natio­nal Par­ty, die NPD oder Chry­si Avgi gilt als undenk­bar, zu groß sind die Dif­fe­ren­zen zwi­schen Wil­ders, aber auch Le Pen gegen­über die­se Parteien. 

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