Blaue Vernaderung Nr. 2: Sohn eines ÖVP-Politikers geoutet

„Der Blaue Stammtisch” ist eine der vie­len Face­book-Seit­en, die von anony­men frei­heitlichen AktivistIn­nen betrieben wer­den, um im Umfeld der Partei Stim­mung für die FPÖ, ihre The­men und für Stra­che zu machen. Jet­zt hat aus­gerech­net der den Sohn des ÖVP-Poli­tik­ers Rein­hold Lopat­ka als Teil­nehmer ein­er Demo der recht­sex­tremen Iden­titären geoutet. Die Iden­titären waren not amused, aber mit­tler­weile hat sich fast alles wieder eingerenkt.

Was und ob sich die frei­heitlichen AktivistIn­nen vom „Blauen Stammtisch“ irgen­det­was gedacht haben, als sie Lukas Lopat­ka, den Sohn des Klubob­mannes der ÖVP im Nation­al­rat, als Teil­nehmer der Iden­titären-Demo mit exak­tem Pro­fil­fo­to geoutet haben, ist nicht ganz klar. Viel dürfte es nicht gewe­sen sein. Inmit­ten des kleinen iden­titären Shit­storms nach dem Out­ing meldet sich der „Blaue Stammtisch” ziem­lich klein­laut zu Wort, um mitzuteilen, man wollte nur etwas boshaft sein, um Papa Lopat­ka zu ärgern.

Bei den Iden­titären und ihren Fre­un­den unter den Blauen kommt das Out­ing von einem aus den eige­nen Rei­hen jeden­falls nicht wirk­lich gut an: „Ihr seid’s ja kom­plette Vol­lid­ioten hier“, schreibt ein­er, andere schimpfen über die „Dep­pen“, die „Pöbel­seite“, die „unter­ste Schublade“, das „Let­ztk­las­sig­ste“ usw..

Mar­tin Sell­ner, selb­ster­nan­nter Vor­denker der Iden­titären, bringt seine Ansicht zum „Blauen Stammtisch“ in fol­gende Zeilen: „Wer solche ‚Fre­unde’ hat braucht keine Antifa mehr. Iden­titäre Patri­oten gegen ihren Willen out­en- das macht nor­maler­weise die Antifa…“

Das Out­ing von Lopat­ka junior durch frei­heitliche AktivistIn­nen wird fak­tisch von allen Medi­en berichtet. Als sich dann Lopat­ka senior von den poli­tis­chen Ansicht­en seines Sohnes dis­tanziert, wird auch noch eine echte öster­re­ichis­che Posse daraus. Vom FPÖ-Abge­ord­neten Johannes Hüb­n­er wird er in ein­er Presseaussendung gle­ich rechts und links ver­bal geohrfeigt dafür: rechts, weil Lopat­ka wegen sein­er Dis­tanzierung „vor dem anti­demokratis­chen Tugendter­ror in die Knie“ gegan­gen sei, links, indem Hüb­n­er Lopat­ka eine „fragliche väter­liche Vor­bild­wirkung“ attestiert. Das mit der fraglichen väter­lichen Vor­bild­wirkung hat was, wenn es aus frei­heitlichem Munde kommt!

Lopat­ka senior spielt bei der Posse auch brav mit. Nach­dem er kurzfristig noch bedauert hat­te, dass er ja eigentlich für ein Ver­bot der Iden­titären wäre, aber – lei­der lei­der! – dafür die Rechts­grund­lage fehle, meldet er sich über Twit­ter mit ein­er Fro­hbotschaft für die Iden­titären: Er wird mit ihnen disku­tieren, ver­spricht er.

Bei den Iden­titären ist die Freude darüber groß: Jet­zt ist Schadens­be­gren­zung ange­sagt. Die Iden­titären ver­sich­ern den Frei­heitlichen, dass sie eh nicht auf die Partei böse sind wegen der Ver­naderung, son­dern nur ein biss­chen auf den Blauen Stammtisch, und der bemüht sich zerknirscht um Wiedergut­machung, indem er einige Sta­tus­meldun­gen der Iden­titären übernimmt.