Graz: Hitler-Gruß bei Alk-Kontrolle

Ein­er der bei­den Polizeibeamten, die im Vor­jahr bei ein­er Alk-Kon­trolle den 28-jähri­gen gel­ern­ten Werkzeug­mach­er mit seinem PKW bei Gleis­dorf stoppten, beschreibt seine Erin­nerung an die Vor­fälle damals so: „Wir waren per­plex.“ Der Werkzeug­mach­er war auf dem Weg zu sein­er Fre­undin und lan­dete jet­zt wegen der NS-Wieder­betä­ti­gung damals vor dem Geschworenengericht.

Am 13. Okto­ber des Vor­jahres kon­trol­lierten die bei­den Polizeibeamten den Angeklagten, weil er in Schlangen­lin­ien und mit 1,1 Promille unter­wegs war. Das Urteil des Alk-Test­streifens war sehr milde, denn laut sein­er Aus­sage hat­te sich der Angeklagte „drei Flaschen Wein in die Vasen gstöllt“.

Die Vase, das ist der Angeklagte, war offen­sichtlich auch auf­nah­me­fähig für braunen Müll, denn was fol­gte, war NS-Wieder­betä­ti­gung. Den Test­streifen unterze­ich­nete er mit „88“ und seinem Namen­skürzel. Damit keine Zweifel über die Bedeu­tung aufkom­men, rief er noch „Scheiß Aus­län­der“ und ver­ab­schiedete sich von den Beamten mit dem Hitlergruß.

Am Nation­al­sozial­is­mus, so der Angeklagte, schätze er das „Zwis­chen­men­schliche“: „Damals hat es halt ein Zusam­men­hal­ten gegeben“ (Öster­re­ich, 5.6.14), und der Hitler habe gut reden kön­nen und über­haupt: die Zuwan­derung … Nach län­gerem Nach­denken kann er die Frage der Rich­terin, ob ihm der Hit­ler­gruß lei­dtue, doch noch mit „Ja“ beant­worten. Das Urteil der Geschwore­nen: schuldig, ein Jahr bed­ingt (noch nicht rechtskräftig).

Quellen: Öster­re­ich und Kleine Zeitung, 5.6.2014