Ebbs (Tirol): Anklage wegen geplantem Sprengstoffattentat

Was im Jän­ner bei der Haus­durch­suchung in einem Ebb­ser Bauern­haus gefun­den wurde, war beachtlich: dutzende Lang­waf­fen, mehrere tausend Schuss Muni­tion, rund 100 Kilo sprengstoff­tauglich­es Mate­r­i­al und eine SS-Fahne. Jet­zt erhebt die Staat­san­waltschaft Inns­bruck Anklage gegen Nor­bert B.(25).

Der Waf­fen­fund von Ebbs hat­te schon eine bemerkenswerte Vorgeschichte: die öster­re­ichis­che Polizei war auf den Verdächti­gen „im Rah­men der inter­na­tionalen polizeilichen Zusam­me­nar­beit“ aufmerk­sam gemacht wor­den. Schon allein dieser Umstand legt nahe, dass es sich bei dem jun­gen Ebb­ser nicht nur um einen „Waf­fen­nar­ren“ han­delt, wie die Anwältin von Nor­bert B.von Beginn an verkün­dete: „Mein Man­dant ist Waf­fen­lieb­haber und ver­fügt über eine Waf­fenbe­sitzkarte. Er hat hier ver­ab­säumt, einige sein­er Waf­fen anzumelden” (TT Online).

Waf­fen­nar­ren lieben Waf­fen – aber nicht 100 Kilo Sprengstoff! Nor­bert B. kooperierte in der Folge mit den Ermit­tlungs­be­hör­den und zeigte ihnen weit­ere Waf­fend­e­pots, die im Wald angelegt wor­den waren – ein deut­lich­es Indiz für kon­spir­a­tive Vorhaben! Die Ermit­tlun­gen wur­den gegen weit­ere Verdächtige aus­geweit­et, Ende Feb­ru­ar wurde Nor­bert B. aus der Unter­suchung­shaft ent­lassen – er hat­te ein Geständ­nis abgelegt, in dem er sich als „Fanatik­er“ beze­ich­nete, einen recht­sex­tremen Hin­ter­grund aber leugnete.


Nor­bert B. witzlos
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Ende März berichtete dann die „Kro­ne“ (Kärn­ten, 26.3.13), dass es im Umfeld der HTL Fer­lach in Kärn­ten zu mehreren Haus­durch­suchun­gen gekom­men sei, bei denen auch Spreng­mit­tel sichergestellt wur­den. Auf die Kärnt­ner Spur war man im Rah­men der Ermit­tlun­gen gegen Nor­bert B. aus Ebbs gekom­men. Die „Kleine Zeitung“ berichtete am 31.3.13 unter dem Titel „Heim­liche Sym­pa­thien für die Werte der Nazis“ etwas bre­it­er über das Umfeld der HTL Fer­lach, über die pen­nale Verbindung Hol­len­stein und braune Umtriebe .

Während die Hin­weise auf die Ebb­ser Sprengstoff­samm­lung anscheinend von den pol­nis­chen und slowenis­chen Behör­den stammten, kamen die auf die Kärnt­ner von deutschen Behör­den. Alle verdächti­gen Kärnt­ner –mit ein­er Aus­nahme – sind laut ein­er Mel­dung der „Tirol­er Tageszeitung“ (5.12.13) mit­tler­weile bere­its wegen Verge­hen gegen das Waf­fenge­setz verurteilt. Der Aus­nah­me­fall (22) muss sich am Lan­des­gericht wegen NS-Wieder­betä­ti­gung und Waf­fen- und Sprengstoff­be­sitz verantworten.

Bei Nor­bert B. wiederum, der jet­zt von der Staat­san­waltschaft Inns­bruck wegen Vor­bere­itung eines Ver­brechens durch Spreng­mit­tel angeklagt wird, wur­den die Ermit­tlun­gen wegen des Ver­dachts der Wieder­betä­ti­gung „man­gels Beweisen“ eingestellt. Seine Anwältin wieder­holt ihre Behaup­tung, dass B. „ein­fach nur ein Waf­fen­narr“ war.

Die Anklage wegen Vor­bere­itung eines Ver­brechens durch Spreng­mit­tel stützt diese Behaup­tung nicht ger­ade ab. Ganz im Gegen­teil deutet sie darauf hin, dass bei den Ermit­tlun­gen konkrete Hin­weise auf die Vor­bere­itung eines Sprengstof­fat­ten­tats zu Tage gefördert wur­den. Was dabei irri­tiert, ist der Umstand, dass die Verbindun­gen des Ebb­sers zu den weit­eren Verdächti­gen aus Kärn­ten offen­sichtlich keine Rolle mehr spielen.