Malmö: Der Mörder und seine arische Ethik

Drei Morde und zwölf Mord­ver­suche wur­den ihm von der Anklage zur Last gelegt. Jet­zt ist der „Sniper von Malmö“ von einem Amts­gericht der Stadt zu lebenslanger Haft verurteilt wor­den. Sieben Jahre hat­te er die Migran­tInnen mit seinen Anschlä­gen aus dem Hin­ter­halt in Angst und Schreck­en versetzt.

Anders Breivik hat Peter Mangs (40) , den Mörder aus Malmö, als seinen „Waf­fen­brud­er“ beze­ich­net. Doch anders als Breivik schwieg Mangs vor Gericht. In seinem Fall gibt es auch keine Doku­mente oder Erk­lärun­gen, mit denen er – so wie Breivik – ver­sucht hätte, seine Mord­tat­en und Anschläge zu recht­fer­ti­gen. Der Staat­san­waltschaft gelang es allerd­ings, über Fak­ten Mangs Täter­schaft glaub­haft zu machen: in sein­er Woh­nung fand die Polizei die bei­den Waf­fen, die bei den Anschlä­gen benutzt wur­den, über Handykon­tak­te kon­nte seine Anwe­sen­heit an den meis­ten Tatorten nachgewiesen wer­den. Wegen fehlen­der tech­nis­ch­er Beweise wurde er von einem Mord­ver­dacht freigesprochen.


⇒ expo.se — I huvudet på Peter Mangs 
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Das Gericht sah es aber als erwiesen an, “dass Mangs am 13. Juni 2003 einen 65-jähri­gen Zuwan­der­er in dessen Woh­nung ermordet hat. Eben­falls schuldig gesprochen wurde er für die Schüsse auf eine 20-jährige Schwedin am 10. Okto­ber 2009. Die Frau hat­te neben ihrem dunkel­häuti­gen Fre­und in einem Auto gesessen, er über­lebte schw­er ver­let­zt“.

Da Mangs — von kurzen Aus­nah­men abge­se­hen – jede Aus­sage vor Gericht bzw. in der Unter­suchung­shaft ver­weigerte, gestal­tete sich die Motiv­suche schwierig. Obwohl schon nach den ersten Anschlä­gen Mangs klar war, dass die Tat­en ver­mut­lich aus ras­sis­tis­chen Motiv­en began­gen wur­den, lässt sich die Ide­olo­gie des als Einzel­gänger beze­ich­neten Mörders nur über Puz­zleteile rekon­stru­ieren. Das Mag­a­zin Expo hat dazu recher­chiert und seine Erken­nt­nisse so zusammengefasst:

„Mang hat in den let­zten Jahren in ein­er Blase von Waf­fen, Wut und einem Wirrwarr an recht­sex­tremen Ideen gelebt“.

Beson­ders auf­fäl­lig – so Expo – war sein Hang zu Ver­schwörungs­the­o­rien, die von Anti­semitismus nur so trieften. Der natür­liche Zus­tand des arischen Mannes, so Mang, sei das Ausleben seines Aggres­sion­striebs. Die Juden hät­ten die „Weißen“ über die Psy­cholo­gie gelehrt, ihre Aggres­sion zu unter­drück­en und als Prob­lem zu sehen. Mit seinen Mor­den, die fast auss­chließlich Men­schen mit dun­kler Haut­farbe betrafen, hat­te er zwar (noch) nicht die Juden im Visi­er, aber –so Mang: “Meine Wut hat eine pro­gram­mierte Rei­hen­folge“.

Mangs hat­te – so Expo – die Zeitschrift „Nation­al“ der Schwe­den­demokrat­en abon­niert und mit der Partei auch sym­pa­thisiert, sei aber mit der pro-israelis­chen Hal­tung der Partei unzufrieden gewe­sen. Bei der Haus­durch­suchung hat­te die Polizei auch Belege gefun­den, dass sich Mangs bei recht­sex­tremen islam­feindlichen bzw. ver­schwörungs­the­o­retis­chen Blogs herumgetrieben und zahlre­iche recht­sex­treme Doku­mente und Filme aus dem Netz herun­terge­laden hat­te. Die Fest­stel­lung der Staat­san­waltschaft, wonach sie bei Mangs „ein gewiss­es Maß an Frem­den­feindlichkeit“ fest­stellen kon­nte, ist für Expo deshalb „mehr als eine Untertrei­bung“.

Die Bedeu­tung der Recherche von „Expo“ ergibt sich daraus, dass es ihr gelun­gen ist, das kol­portierte Bild eines ein­samen und mit psy­chis­chen Prob­le­men behafteten Mörders zurechtzurück­en und wesentlich zu ergänzen. Die zahlre­ichen recht­sex­tremen Ide­olo­gi­eteilchen aus Frem­den­hass, Anti­semitismus, Ver­schwörungs­the­o­rien und Ras­sis­mus, die Mangs aufge­so­gen und zu ein­er bizarren Ethik des arischen Mannes für sich zusam­mengez­im­mert hat: sie schwirren nicht nur in Schwe­den herum!

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stopptdierechten.at — Malmö: Der ras­sis­tis­che Sniper vor Gericht