Europäische Aktion: Hausverbot im „Haus der Heimat“!

Der skan­dalöse Auftritt des Holo­caust-Leugn­ers und Vor­sitzen­den der Europäis­chen Aktion, Bern­hard Schaub, hat jet­zt zu Kon­se­quen­zen beim Ver­band der Volks­deutschen Lands­man­nschaften (VLÖ) geführt. In ein­er Stel­lung­nahme entschuldigt sich der VLÖ für den Auftritt von Schaub.

Am 12. Okto­ber 2012 fand im Haus der Heimat des VLÖ ein Vor­trag von Bern­hard Schaub über die „Sieben Ziele“ der Europäis­chen Aktion statt. Die Ver­anstal­tung war auf der Home­page des VLÖ im Ver­anstal­tungskalen­der auch angekündigt. Die Europäis­che Aktion ist ein Sam­mel­beck­en von Holo­caust-Leugn­ern und Neon­azis und rel­a­tiv neu am Markt. 2011 ver­sam­melte sich die Truppe in der Ostschweiz zu ihrem ersten „Europa-Fest“ in der Ostschweiz. Im Sep­tem­ber 2012 wurde das zweite „Europa-Fest“ am Odilien­berg im Elsass abge­feiert – unter Beteili­gung bekan­nter Neon­azis und Holo­caust-Leugn­er wie Rigolf Hen­nig, Michele Renouf und Pedro Varela. Über let­zteren und die Ver­anstal­tung am Odilien­berg liefert die Antifa Bern einen guten Bericht.

Warum es Schaub schaf­fen kon­nte, in Wien unbe­hel­ligt von den Behör­den über die „Sieben Ziele“ der Europäis­chen Aktion zu referieren, bleibt ein Rät­sel. Die „Sieben Ziele“ sind NS-Schrott in Reinkul­tur!

Die Beant­wor­tung der par­la­men­tarische Anfrage des SPÖ-Abge­ord­neten Jarolim wird daher inter­es­sant: was hat sich der Ver­fas­sungss­chutz dabei gedacht, als er die Ver­anstal­tung stat­tfind­en ließ? Wurde Bern­hard Schaub nach der Ver­anstal­tung angezeigt?

Stellungnahme des VLÖ ex 2012 zur Europäischen Aktion usw.

Stel­lung­nahme des „Ver­ban­des der Volks­deutschen Lands­man­nschaften” (VLÖ) [Link zum PDF!]

Der VLÖ bezieht sich in sein­er Stel­lung­nahme auf die par­la­men­tarische Anfrage und stellt dazu fest, dass der Vor­trag Schaubs nicht vom VLÖ, son­dern von einem „Kon­sor­tium mehrerer Per­so­n­en“ ver­anstal­tet wurde. Ein­er davon wird im Schreiben geoutet: Rudolf Vogel, der bei der Europäis­chen Aktion als „Gebi­et­sleit­er“ Wien und als Über­bringer ein­er Grußadresse der „Deutschen Burschen­schaft Tafel­runde zu Wien“ am Odilien­berg auftritt.

Der VLÖ schreibt über Vogel: “Wir hat­ten keine Bedenken, da der Vertreter des Vere­ines, Herr Regierungsrat Rudolf Vogel, ein hoher Beamter in der Finan­z­lan­des­di­rek­tion für Wien, Niederöster­re­ich und Bur­gen­land war.“

Wir hät­ten da schon Bedenken – nicht nur wegen Vogels Tätigkeit für die Europäis­che Aktion. Die Burschen­schaft Tafel­runde zu Wien, deren „her­zliche nationaleu­ropäis­che Heils­grüße“ Vogel mit einem krächzen­den „Heil“ am Odilien­berg ver­lesen hat, tritt zwar seit ger­aumer Zeit nicht mehr öffentlich auf, sie war aber bis zum Tod von Georg Gasser von der SS-Kampfge­mein­schaft Prinz Eugen als pron­azis­tisch verschrien.

Der VLÖ kündigt jeden­falls Kon­se­quen­zen aus der Ver­anstal­tung mit Schaub für die Zukun­ft an:

„Mit sofor­tiger Wirkung wer­den Red­ner und Vor­tra­gende, die im Hause bei uns auftreten, ein­er entsprechen­den Über­prü­fung auf ihre Redlichkeit hin unter­zo­gen. Bezüglich der Ver­anstal­ter und Red­ner der in der gegen­ständlichen Anfrage ange­führten Ver­anstal­tung wurde ein­er­seits vom Haus­recht Gebrauch gemacht und ander­er­seits ein Hausver­bot gegen diese Per­so­n­en erlassen.“

Dem VLÖ kön­nte man zugute hal­ten, dass die Ver­anstal­tung mit Schaub offen­bar abge­brochen wurde, was ander­er­seits ersichtlich macht, was dort abge­laufen ist. Ander­er­seits wird die Über­prü­fung der „Redlichkeit“ von Red­nern und Vor­tra­gen­den – siehe die Beschrei­bung von Vogel durch den VLÖ — da wohl nicht aus­re­ichen. Vor allem aber: das Haus der Heimat war in den ver­gan­genen Jahren immer wieder Ver­anstal­tung­sort für die extreme Rechte (Neuer Klub) und Neon­azis bzw. auch für FPÖ-interne Frak­tion­ierun­gen.

Dass einzelne Mit­gliedsver­bände des VLÖ damit nicht ein­ver­standen waren bzw. sind, wird mit der Erk­lärung des VLÖ zum ersten Mal sicht­bar: „Mit großer Betrof­fen­heit und dem Aus­druck großen Bedauerns ler­nen wir aus der ange­führten Ver­anstal­tung eines Mieters…. Als Dachver­band der Heimatver­triebe­nen deutschsprachiger Altöster­re­ich­er wis­sen wir um das Leid ein­er ganzen Gen­er­a­tion und sind über das Vorge­fal­l­ene zutief­st betrof­fen, drück­en unser größtes Bedauern aus und entschuldigen uns aufrichtig und aus tief­stem Herzen bei allen Mit­bürg­erin­nen und Mit­bürg­er, welche sich ver­let­zt fühlen“.