Politik gegen die Menschen – Teil IX: Freiheitliche fordern: Mit der Freiheit muss Schluss gemacht werden!

Luis Bunuel mag Pate ges­tanden sein oder die Aussendung des Wiener FPÖ-Abge­ord­neten Her­zog via Zeitreise bere­its gekan­nt haben: In ein­er Presseaussendung vom 15. Juli 2011 beschw­ert sich der „Frei­heitliche“ Land­tagsab­ge­ord­nete, „dass es in diesem Drang nach ungezügel­ter Frei­heit offen­bar über­haupt keine Gren­zen mehr gibt.“ Her­zog sieht den Staat Öster­re­ich in Gefahr, der ein „bemitlei­denswertes Bild“ abgebe. Damit müsse nach Ansicht der Frei­heitlichen „jeden­falls Schluss gemacht wer­den. Der Staat und seine Behör­den sollen ja nicht zu Kasperln verkom­men, mit denen jed­er machen kann, was er will”.

Staat und Obrigkeit an den Rand des Abgrunds gebracht hat jen­er kon­fes­sions­freie Aktivist, der sich mit einem Nudelsieb als Kopf­be­deck­ung auf dem Führerschein­pho­to verewigen ließ. Als ange­blich­er Anhänger des Pasta­far­i­an­is­mus ste­he ihm, so der Aktivist Niko Alm, geset­zlich zu, sich mit der ihm religiös gebote­nen Kopf­be­deck­ung auf dem Führerschein­pho­to abbilden zu lassen. Im Falle des Pasta­far­i­an­is­mus, der Reli­gion der „Church of the Fly­ing Spaghet­ti Mon­ster“, sei dies eben ein Nudelsieb. Alm set­zte sich durch und erschüt­terte damit die FPÖ, deren Abge­ord­neter Her­zog sich nun bange die Frage stellt: „Was kommt denn dann als näch­stes? Dür­fen sich dann streng­gläu­bige Floris­ten einen Blu­men­topf aufsetzen?”

Es wäre nicht die FPÖ, wenn die Her­zogschen Äng­ste vor dem Unter­gang des Abend­lan­des nicht mit ein­er ordentlichen Por­tion Ras­sis­mus gewürzt wären: „„Das ist ein Kasperlthe­ater, das deut­lich aufzeigt, wie sehr unsere Behör­den geneigt sind, auf jeden Blödsinn einzuge­hen”, kann FP-Land­tagspräsi­dent Johann Her­zog nur den Kopf schüt­teln. Jedem öster­re­ichis­chen Staats­bürg­er und vor allem jedem Aus­län­der solle alles recht gemacht werden.“

Woher Her­zog in diesem Zusam­men­hang die Kat­e­gorie „Aus­län­der“ nimmt, bleibt intel­li­gen­tem Leben ver­bor­gen: wed­er Niko Alm noch die öster­re­ichis­che wie inter­na­tionale Berichter­stat­tung nehmen irgend­wo auf die Staats­bürg­er­schaft Bezug. Bleibt die Erken­nt­nis: Die Frei­heitliche Partei Öster­re­ichs heißt Frei­heitliche Partei, weil sie gegen Frei­heit ist.


Aus der Serie: FPÖ: Poli­tik gegen Menschen