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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 5 Minuten

Radio „Kontrafunk“ dockt in Linz an, Florian Machl liefert die österreichische Brücke (Teil 1)

Mit der „Kon­tra­funk GmbH“ bekommt das Schwei­zer „Wider­stands­ra­dio“ mit AfD-Nähe ein Stand­bein in Öster­reich – Repor­t24-Betrei­ber Flo­ri­an Machl ist als Geschäfts­füh­rer eingesetzt.

12. Jan. 2026
"Kontrafunk" auf Youtube
"Kontrafunk" auf Youtube

Florian Machl probiert es mit einer neuen Firma

Am 18. Dezem­ber 2025 wur­de die „Kon­tra­funk GmbH“ im Fir­men­buch ein­ge­tra­gen – Sitz Her­ren­stra­ße 29, Linz (Rechts­an­walts­kanz­lei „helml.quass“), Geschäfts­zweig „Hör­funk- und Medi­en­pro­duk­ti­on“. Eigen­tü­me­rin ist die Schwei­zer „Kon­tra­funk AG“, als Allein­ge­schäfts­füh­rer fun­giert mit Flo­ri­an Machl ein alter Bekann­ter. Über Mach­ls eigen­ar­ti­ge Geschäfts­prak­ti­ken hat Stoppt die Rech­ten zuletzt in dem Bei­trag „Stif­tung, Kryp­to, Job­bör­se: Wie Repor­t24-Betrei­ber Flo­ri­an Machl ein Netz aus Schein-Serio­si­tät knüpft“ berichtet.

Die "Kontrafunk GmbH" im Firmenreport
Die „Kon­tra­funk GmbH” im Firmenreport

Der Rechtsaußen-„Kontrafunk“

Machl war bereits vor die­ser Neu­grün­dung als Mode­ra­tor beim „Kon­tra­funk-Radio“ prä­sent. „Kon­tra­funk“ ist ein deutsch­spra­chi­ges 24/7‑Internetradio, das im Juni 2022 mit Sitz in der Schweiz star­te­te und sich als „Stim­me der Ver­nunft“ gegen „Alt-“ bzw. „Regie­rungs­me­di­en“ insze­niert. „Über­me­di­en“ (1.7.22) ord­ne­te „Kon­tra­funk“ kurz nach des­sen Start als Sen­der ein, der „vor allem an ein Publi­kum rechts von der CDU“ gerich­tet sei und der ins­be­son­de­re Corona-Maßnahmengegner:innen, Klimaleugner:innen und ein AfD-nahes Publi­kum adressiere.

Über die „Kon­tra­funk AG” wur­de auch die Pran­ger-Web­site „Ich habe mit­ge­macht” betrie­ben, wo Namen derer gesam­melt wur­den, die sich am „Coro­na-Unrecht” betei­ligt hätten.

Vom deut­schen Gesund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach über sei­nen Amts­kol­le­gen Johan­nes Rauch bis hin zu Ärz­ten, Medi­en­leu­ten und Köp­fen aus Kunst, Kul­tur und Wirt­schaft reicht die Lis­te – auch ein gro­ßer Teil der Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten des STANDARD fin­det sich hier wie­der. (derstandard.at, 3.8.22)

Grün­der und zen­tra­ler „Kontrafunk”-Kopf ist der ehe­ma­li­ge SWR- und Deutsch­land­funk-Jour­na­list Burk­hard Mül­ler-Ull­rich, AfD-Mit­glied seit 2017. Sein Medi­en­pro­jekt wur­de früh von AfD-Rechts­au­ßen Björn Höcke („eines der gro­ßen Erfolgs­pro­jek­te der frei­en Medi­en“), Hans-Georg Maa­ßen und ande­ren Sze­ne-Bekann­ten emp­foh­len. Die rechts­li­ber­tä­re „Hay­ek-Gesell­schaft“ adel­te „Kon­tra­funk“ 2023 mit ihrem „Hay­ek-Netz­werk­preis“. Es ver­wun­dert kaum, dass „Kon­tra­funk“ im Novem­ber 2025 auch bei der rechts­extre­men Buch­mes­se „Sei­ten­Wech­sel“ mit an Bord war.

Björn Höcke empfiehlt "Kontrafunk" als "eines der großen Erfolgsprojekte der freien Medien" (Screenshot FB 21.6.23)
Björn Höcke emp­fiehlt „Kon­tra­funk” als „eines der gro­ßen Erfolgs­pro­jek­te der frei­en Medi­en” (Screen­shot FB 21.6.23)

Schon die „Kontrafunk“-Anfangsphase war von Intrans­pa­renz- und „Briefkasten“-Vorwürfen beglei­tet: „Blick“ (10.7.22)fand am dama­li­gen Schwei­zer Sitz in Cham „lee­re Räu­me“ und wies auf Über­schnei­dun­gen mit Fir­men des rechts­kon­ser­va­ti­ven Kaba­ret­tis­ten Andre­as Thiel hin. 2023 ver­leg­te die „Kon­tra­funk AG“ ihren Sitz nach Steck­born an eine der Pri­vat­adres­sen von Müller-Ullrich.

Pro-russisch und unklare Finanzierung

Mül­ler-Ull­rich erklär­te in einem Inter­view mit der „Jun­gen Frei­heit“, etwa ein Drit­tel der Redak­ti­on kom­me von „Rus­sia Today“ (RT), wäh­rend er rus­si­sche Ein­fluss­nah­me gleich­zei­tig bestrei­tet. Die „Zeit“ (16.11.22) erwähnt, „Kon­tra­funk“ gebe sich zum rus­si­schen Über­fall auf die Ukrai­ne „distin­gu­iert (…), las­se aber Inter­view­part­ner wie den Schwei­zer Ex-Nach­rich­ten­dienst­ler Jac­ques Baud unkom­men­tiert“ die The­se ver­brei­ten, die Ukrai­ne und der Wes­ten hät­ten den Krieg gegen Russ­land begon­nen. Die „Zeit“ (11.9.22) zählt „Kon­tra­funk“ gemein­sam mit „AUF1“, „Rubi­kon“ und „Com­pact“ zu den „Putin­ver­ste­hern“. In einem Inter­view mit der öster­rei­chi­schen Ex-Außen­mi­nis­te­rin Karin Kneissl (1.1.24) darf die Putin-Knick­se­rin nicht nur den Hamas-Über­fall auf Isra­el am 7. Okto­ber 2023 rela­ti­vie­ren und indi­rekt recht­fer­ti­gen, son­dern neben­bei auch noch Russ­lands ver­meint­li­che Wohl­ta­ten, etwa in Syri­en, loben.

Finan­ziert wur­de der Start laut Mül­ler-Ull­rich über rund 1,2 Mio. Euro von 36 Inves­to­ren, 20 Per­so­nen wür­den fürs Pro­jekt arbei­ten. Der Schwei­zer „Tages­an­zei­ger“ (28.7.22) zwei­fel­te mit Ver­weis auf Ein­trä­ge im Han­dels­re­gis­ter an die­sen Angaben.

„Kon­tra­funk“ betreibt einen Shop, spielt Wer­bun­gen aus und wirbt lau­fend um Unter­stüt­zungs­bei­trä­ge („Kon­tra-Rund­funk­bei­trag“, „Kon­tra­funk Bund“, Kauf von Akti­en­pa­ke­ten) und nimmt Spen­den unter ande­rem via Pay­Pal, Twint und Bit­co­in an, wobei die AG wie ande­re rech­te Ver­schwö­rungs­me­di­en mit Kon­to­kün­di­gun­gen zu kämp­fen hat­te. Schwei­zer Medi­en berich­te­ten, dass eine mit der Wirt­schafts­prü­fung beauf­trag­te Treu­hand­fir­ma ihr Man­dat zurück­ge­legt habe, weil „die Treu­hand­fir­ma trotz Anfra­gen kei­ne Unter­la­gen erhal­ten habe“ (St. Gal­ler Tag­blatt, 9.8.24, S. 21), ihren Prüf­auf­trag also nicht erfül­len konnte.

Die Österreicher:innen bei „Kontrafunk“

Wie Vertreter:innen aus der AfD geben sich auch FPÖ-Politiker:innen bei „Kon­tra­funk“ die Klin­ke in die Hand. In Inter­views waren u.a. die EU-Abge­ord­ne­ten Harald Vilims­ky, Gerald Hau­ser und Petra Ste­ger sowie die Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten Chris­ti­an Hafenecker, Susan­ne Fürst, Dag­mar Bela­ko­witsch, Bar­ba­ra Kolm und Axel Kas­seg­ger zu Gast. Audio­mit­schnit­te mit Auf­trit­ten von Her­bert Kickl wur­den im For­mat „Ton­do­ku­men­te“ ausgeliefert.

Neben Machl tra­ten aus der öster­rei­chi­schen recht(sextrem)en Medi­en­sze­ne auch Tho­mas Oys­mül­ler (tkp), Andre­as Unter­ber­ger (Unter­ber­gers Tage­buch), Richard Schmitt (Medi­en­wan­de­rer) und erwart­bar auch der Selbst­ver­mark­ter Gerald Grosz auf. Zudem: Efga­ni Dön­mez, Ednan Ars­lan, Andre­as Sal­cher und Bern­hard Heinz­l­mai­er. Im Zuge einer Son­der­sen­dung im Sep­tem­ber 2025 „ana­ly­sier­ten“ Gerald Mar­kel, Tho­mas Oys­mül­ler, Chris­ti­an Klar, Bar­ba­ra Kolm,Lothar Höbelt (mutig „als einer der renom­mier­tes­ten His­to­ri­ker Öster­reichs“ vor­ge­stellt), Andre­as Unter­ber­ger, Ralph Schöll­ham­mer, Made­lei­ne Petro­vic, Gerald Grosz, Dag­mar Bela­ko­witsch und Max Pucher weit­ge­hend erfreut das Wahlergebnis.

Sendungen im Schleifenmodus

„Kon­tra­funk“, abruf­bar über die Web­site, eine eige­ne App, You­tube (210.000 Abonnent:innen) Ama­zon und Spo­ti­fy, fährt ein Schlei­fen­pro­gramm mit fixen Ankern und the­ma­ti­schen Slots. Das als Nach­rich­ten getarn­te „Kon­tra­funk aktu­ell“ läuft in meh­re­ren Aus­strah­lun­gen von in der Früh bis in den Nach­mit­tag hin­ein, abends folgt live mode­riert „18/20 – Das Abend­jour­nal“ „mit wich­ti­gen Ori­gi­nal­tö­nen vom Tag, Aus­schnit­ten aus KON­TRA­FUNK-Sen­dun­gen, Live-Inter­views, Hörer­an­ru­fen und guter Musik“ (Kon­tra­funk Sen­de­sche­ma). The­ma­ti­sche Stre­cken, inter­view­ba­sier­te Sen­dun­gen und For­ma­te mit fixen Per­so­nen (etwa Mat­thi­as Matus­sek, Andre­as Thiel) wech­seln je nach Wochentag.

FPÖ-Radio ein bisschen „Kontrafunk“?

Die FPÖ kün­dig­te ihr Par­tei­ra­dio „Aus­tria First“ als „Patrio­ten­ra­dio (…) – voll­ge­packt mit guter Musik und ech­ten Nach­rich­ten statt lin­ker Mei­nungs­ma­che, wie wir sie aus den Sys­tem­me­di­en ken­nen“. Es sen­de „rund um die Uhr und bie­tet neben live mode­rier­ten Sen­de­stre­cken in der Früh, zu Mit­tag und am spä­ten Nach­mit­tag auch umfas­sen­de, für Öster­reich rele­van­te Nach­rich­ten zur vol­len Stun­de sowie Jour­na­le mor­gens, mit­tags und abends“. Die Ähn­lich­keit in Ton und Ver­spre­chen ist auf­fäl­lig: Wer denkt da nicht an „Kon­tra­funk“?

➡️ „Kon­tra­funk” (Teil 2): Die „Anti­fa“ als All­zweck-Gespenst oder: Wie viel Unfug kann man produzieren?

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Schlagwörter: AfD | FPÖ | Oberösterreich | Rechtsextremismus | Verschwörungsideologien | Weite Welt

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