Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation | FPÖ-Einzelfall

Lesezeit: 4 Minuten

Wie die FPÖ Tirol mit Codes in Video-Clips Rassismus und NS-Mythen normalisiert

Burger-King-Kronen, Skiromantik, Nazi-UFOs: Die FPÖ Tirol spielte auf ihren Social Media-Kanälen mit Codes, die Rassismus und NS-Mythen als „Memes“ tarnen. Bemerkenswerte Recherchen von „campus a“ zeigen, wie Dogwhistles funktionieren und warum nun die Justiz ermittelt.

22. Aug. 2025
Abwerzger mit Burger-King-Krone (Screenshot Instagram FPÖ Tirol)
Abwerzger mit Burger-King-Krone (Screenshot Instagram FPÖ Tirol)

Die Burger-King-Krone als Dogwhistle: „Burger King guy on plane“

Den Anfang der Welle machte am 13. Juni ein Video auf den offiziellen FPÖ Tirol-Kanälen: Der blaue Landesparteichef Markus Abwerzger setzte sich eine Burger-King-Krone auf, dazu die Caption „POV: FPÖ auf dem Weg zum Gate“ – für manche ein augenzwinkerndes Reise-Meme. Wer das Original kennt, versteht allerdings eine eindeutige Anspielung: Das „Burger King guy on plane“-Video aus 2021 war viral gegangen, auch mit Memes, die Aggressionen gegen Schwarze markieren.

Ein amerikanischer Mann mit einer Burger-King-Krone bekommt in einem Flugzeug einen Wutanfall. Schreiend bezeichnet er eine Schwarze Frau als „Bitch“ und beleidigt sie mehrmals mit dem „N-Wort“ rassistisch. Die Flugbegleiterinnen versuchen verzweifelt, ihn zu beruhigen, doch die Situation eskaliert. Auf einem Video, auf dem ein Zeuge die Szene festhält, ist zu sehen, wie der Mann aufspringt und sich auf eine Flugbegleiterin stürzt. Ob es zu tätlichen Angriffen kommt, ist unklar. Das Video macht die Runden im Internet. (campus-a.at, 10.7.25)

Charakteristischer Insider-Satz in den Kommentarspalten: „Ein Glas Wasser bitte.“ Unter dem FPÖ-Post häuften sich genau solche Hinweise, inklusive Anspielungen auf Sklavenhandel und Auspeitschungen. Die FPÖ Tirol ließ sie stehen. Funktional ist das klassisches „in-group signaling“ mit „plausible deniability“: Nach außen bleibt es „nur Humor“, für Eingeweihte ist die Botschaft allerdings klar.

NS-Esoterik im Pop-Gewand: Vril, „Reichsflugscheiben“, Agartha

Eine zweite „campus a“-Analyse ordnet weitere Motive aus dem FPÖ-Videorepertoire ein: Clips zu der fiktiven NS-Geheimgesellschaft „Vril“, zu „Reichsflugscheiben“ (Nazi-UFOs) oder vor viralen „Agartha“-Hintergründen (Mythos eines „arischen“ Erdinneren). Diese Motive sind in der Ästhetik aktueller Trend-Edits gehalten: schnelle Schnitte, Techno/Trance-Sounds, Kurzauftritte von Influencern – Pop-Ironie, die NS-Mythologie enttabuisiert und gleichzeitig anschlussfähig macht. Der Effekt ist eine Normalisierung vormals klarer No-Go-Symbole: Wer die Referenzen erkennt, fühlt sich bestätigt, wer sie nicht erkennt, sieht „bloß“ Internet-Quatsch.

In dem Clip erhielt Abwerzger fiktiv einen Anruf von der sogenannten „Vril-Gesellschaft“. Ein Geheimbund von rechtsextremen Verschwörungstheoretikern, der angeblich damals am Aufstieg der Nazis beteiligt war. Die Zugriffe schossen teilweise durch die Decke. Die Kommentare gingen in die Hunderte, einige dazu haben es in sich. Dabei taucht öfters der Code „271 k“ auf. Diese Zahl bedeutet unter Holocaust-Leugnern, dass nicht sechs Millionen, sondern „lediglich 271.000“ Jüdinnen und Juden ermordet worden seien. Ein Kommentar ist mit einem Hakenkreuz versehen. (tirol.orf.at, 17.7.25)

Heimatidylle als „weißer Safe Space“

Besonders heimtückisch sind Clips, die mit vordergründiger Alpen- und Skiromantik Codes transportieren: Aufnahmen von Gondeln, Pisten und Almwiesen werden mit Phrasen wie „Mohammed spawn rate 0“ versehen – ein Game-Jargon, der die „Spawnrate“ (Auftauch-Rate) von Figuren beschreibt und „Mohammed“ als Chiffre für Muslime benutzt. Die Aussage unterhalb der Schwelle expliziter Hetze: „Hier sind wir unter uns.“ So verschmilzt Heimatkitsch mit dehumanisierendem Slang, und Rassismus wird in vermeintlich harmlose Urlaubsbilder verpackt.

Kommentarspalten der FPÖ Tirol als Bühne der Radikalisierung

Die Interaktionskultur unter den Videos zeigte, dass das FPÖ-Kalkül aufgegangen ist: Neben „Ein Glas Wasser bitte“ tauchten Ausweichschreibungen des N-Worts und Anspielungen auf Gewalt auf – ein kollektives „Wir erkennen den Witz“. Diese Ritualisierung in Kommentaren erzeugt ein Wir-Gefühl und verschiebt die Linien des Sagbaren. Für Plattform-Algorithmen sind es zudem positive Interaktionssignale: Der Clip wird weiter gepusht, und Nutzer*innen erhalten im Anschluss weniger subtile, deutlich extremistischer codierte Inhalte.

Juristische Konsequenzen und ein Bauernopfer

Die Empörung blieb nicht nur medial: Harsche Kritik folgte von ÖVP, SPÖ, Grünen und Neos, die Staatsanwaltschaft Innsbruck beantragte umgehend die Aufhebung der Immunität von Abwerzger, um Ermittlungen einleiten zu können. Der Tiroler Landtag muss nun entscheiden, dessen Immunitätsausschuss befasst sich damit nach der Sommerpause. Begründung: Verdacht auf „versteckte rassistische und rechtsextreme Botschaften“ in Social-Media-Posts. Wenig später wurde bekannt, dass die Innsbrucker Staatsanwaltschaft auch gegen den FPÖ-Nationalrat Christofer Ranzmaier ermitteln will, er war mit einer Burger-King-Krone zur Verteidigung Abwerzgers angetreten.

Die beanstandeten Videos verschwanden aus den blauen Kanälen. Schuld sei ein junger Mitarbeiter gewesen, den man nun von dieser Arbeit abgezogen habe – ein durchschaubares Bauernopfer, als ob Markus Abwerzger in diesen Videos nie aufgetaucht wäre. Der Tiroler FPÖ-Generalsekretär Patrick Haslwanter meinte, „man nehme die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ‚tiefenentspannt‘ zur Kenntnis“ (tirol.ORF.at, 17.7.25) und beteuerte in einem Video, dass die FPÖ nichts mit einer radikalen Szene zu tun habe. Bleibt bloß noch die Frage, ob er über diesen Witz selbst gelacht hat.

➡️ campus-a.at, 10.7.25: FPÖ Tirol: Eklat um „Rassistische Entgleisung“ auf TikTok
➡️ campus-a.at, 15.7.25: Skifahren als rechtsextremer Code & Nazi-Ufos der FPÖ Tirol

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation, FPÖ-Einzelfall
Schlagwörter: FPÖ | Hetze | Holocaustleugnung/-verharmlosung | Neonazismus/Neofaschismus | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Tirol | Verhetzung

Verwandte Beiträge

  • 2. Juli 2025
    Das rassistische Mobbing der FPÖ – zwei Faktenchecks
    Symbolbild (KI-generiert): Ein umgekippter Metallkübel, aus dem sich brauner Schlamm ergießt. Auf dem Kübel steht "FPO".
  • 20. März 2024
    FPÖ immer dabei: Minuszuwanderung, Remigration, Deportation (Teil 1)
    Handbuch freiheitlicher Politik 2013 Cover

Beitragsnavigation

« Mélange KW 28-33/25 (Teil 3): Immer wieder Wels!
Mélange KW 28-33/25 (Teil 4): Blauer Postenschacher, gerichtliche Niederlagen und ein Ex-Funktionär in München vor Gericht »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter