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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 4 Minuten

Mélange KW 27/25 (Teil 2): LGBTQ-Hass aus Altenmarkt und Faschistisches aus Zagreb

Ein Ato­mic-Mit­ar­bei­ter zeig­te sich anläss­lich der Buda­pest-Pri­de mit Ver­nich­tungs­fan­ta­sien und muss wohl mit Kon­se­quen­zen rech­nen. Im Bezirk Wels wur­den wie­der ein­mal Waf­fen­ar­se­na­le sicher­ge­stellt. In Zagreb tat der faschis­ti­sche Sän­ger „Thomp­son“ vor einer hal­ben Mil­li­on Fans das, wofür er bekannt ist: Er gebär­de­te sich faschistisch.

8. Juli 2025
Rückblick
Rückblick

Inhalt

Togg­le
  • Altenmarkt/Sbg: LGBTQ-Has­ser setzt Ausch­witz-Kom­men­tar ab
  • Absam/T: Nazi-Geschmie­re
  • Bez. Wels/OÖ: Wie­der ein­mal Waffenarsenale
  • Zagreb/Kroatien: Thomp­son mit Faschis­ten­gruß und Hul­di­gung an Nazi-Terroristen

Altenmarkt/Sbg: LGBTQ-Hasser setzt Auschwitz-Kommentar ab

Z.H., nach eige­nen Anga­ben Mit­ar­bei­ter der Fir­ma Ato­mic, sah sich bemü­ßigt, beim Account des „Stan­dard“ zu einem Face­book-Reel über die Buda­pest-Pri­de Kom­men­ta­re anzu­brin­gen: „One­way ticket to Ausch­witz“ Auf die Ant­wort zu sei­nem Kom­men­tar, „Da bist du gut 85 Jah­re zu spät dran“, füg­te H. hin­zu: „wird neu geöff­net für die­se Müll. Irgend­wie muss ver­bren­nen.“ Nach zahl­rei­chen wider­spre­chen­den Reak­tio­nen und der Andro­hung, sei­ne Ergüs­se bei sei­nem Arbeit­ge­ber zu mel­den, erklär­te der aus Ungarn stam­men­de LGBTQ-Has­ser einem sicht­lich sehr erbos­ten User: „ich habe mehr deut­sches blut als du.“

Z.H. mit Auschwitz-Fantasien (screenshots FB 29.6.25)
Z.H. mit Ausch­witz-Fan­ta­sien (Screen­shots FB 29.6.25)

„Stoppt die Rech­ten“ hat zu dem „deutsch­blü­ti­gen“ Ungarn die Fir­ma Ato­mic um eine Stel­lung­nah­me ersucht, die hier in vol­ler Län­ge wie­der­ge­ge­ben wird.

Wir wur­den auf einen belei­di­gen­den und anti­se­mi­ti­schen Kom­men­tar auf­merk­sam gemacht, der auf Face­book vom Kon­to eines Ato­mic-Mit­ar­bei­ters gepos­tet wur­de. Der Kom­men­tar steht in direk­tem Wider­spruch zu unse­ren Wer­ten als Mar­ke und als Unternehmen.

Bei Ato­mic ste­hen wir für Respekt, Viel­falt und Men­schen­wür­de. Wir ver­ur­tei­len unmiss­ver­ständ­lich jede Form von Anti­se­mi­tis­mus, Hass­re­de, homo­pho­bem oder dis­kri­mi­nie­ren­dem Ver­hal­ten. Für sol­che Ansich­ten ist in unse­rem Unter­neh­men, in unse­rer Gemein­schaft oder in der Gesell­schaft ins­ge­samt abso­lut kein Platz. Wir haben eine umfas­sen­de inter­ne Unter­su­chung eingeleitet.

Eine bis­her sicht­ba­re Kon­se­quenz ist, dass H. bei sei­nem FB-Pro­fil die Anga­ben über Wohn­ort und Arbeits­platz gelöscht hat. Er wird sich jedoch mehr ein­fal­len las­sen müs­sen. Wir haben bei der NS-Mel­de­stel­le im Innen­mi­nis­te­ri­um Anzei­ge erstattet.

Absam/T: Nazi-Geschmiere

Eine kur­ze Mel­dung aus Tirol:

Am 4. Juli 2025 gegen 02:45 Uhr besprüh­te eine bis­lang unbe­kann­te Täter­schaft die Haus­mau­er einer Berufs­schu­le in Absam mit natio­nal­so­zia­lis­ti­schen, poli­zei­feind­li­chen und ras­sis­ti­schen Schrift­zü­gen sowie Sym­bo­len. Die Ermitt­lun­gen zur Erfor­schung der Täter­schaft sind im Gan­ge. Die Höhe des ent­stan­de­nen Scha­dens ist der­zeit nicht bekannt. (meinbezirk.at, 5.7.25)

Bez. Wels/OÖ: Wieder einmal Waffenarsenale

Medi­en presch­ten zum Teil mit fal­schen Anga­ben vor, die Lan­des­po­li­zei­di­rek­ti­on Ober­ös­ter­reich hop­pel­te mit einer Pres­se­aus­sendung hin­ter­her. Der Infor­ma­ti­ons­wert hielt sich, was Hin­ter­grün­de betrifft, in engen Gren­zen. Bekannt ist nur, dass nach einem anony­men Hin­weis im Mai im Zuge von zwei Haus­durch­su­chun­gen im Bezirk Wels bei 43- und 55-jäh­ri­gen Ober­ös­ter­rei­chern zahl­rei­che (laut ORF 373) Schuss­waf­fen sicher­ge­stellt wurden,

wobei nach bis­he­ri­gem Ermitt­lungs­stand der Groß­teil der Waf­fen von den Beschul­dig­ten legal beses­sen wur­de. Hin­sicht­lich eini­ger weni­ger Waf­fen und Waf­fen­tei­le (dar­un­ter 5 Maschi­nen­pis­to­len bzw. Maschi­nen­ge­weh­re) lagen jedoch kei­ne ent­spre­chen­den Berech­ti­gun­gen vor. (LPD OÖ via polizei-nachrichten.at, 1.7.25)

Die bei­den Durch­such­ten sei­en gestän­dig und geben an, von dem 55-Jäh­ri­gen, über den kei­ner­lei Infor­ma­tio­nen öffent­lich wur­den, belie­fert wor­den zu sein. Wie fast immer in sol­chen Zusam­men­hän­gen wur­de mit den ver­harm­lo­sen­den Begrif­fen „Waf­fen­nar­ren“ und „Waf­fen­samm­lern“ hantiert.

Zagreb/Kroatien: Thompson mit Faschistengruß und Huldigung an Nazi-Terroristen

Der kroa­ti­sche Sän­ger Mar­ko Per­ko­vić, der sich nach einer Maschi­nen­pis­to­le den Künst­ler­na­men „Thomp­son“ ver­passt hat, gab am 5. Juli in Zagreb ein Kon­zert vor rund einer hal­ben Mil­li­on Fans und lös­te mit dem Abend mas­si­ve Kri­tik aus. Der Musi­ker, der seit Jah­ren für sei­ne natio­na­lis­ti­schen Tex­te und die Ver­herr­li­chung des faschis­ti­schen Ustaša-Regimes bekannt ist, rief in Zagreb den ers­ten Teil der offi­zi­el­len Gruß­for­mel des kroa­ti­schen Nazi-Regimes „Za dom“ (Für die Hei­mat) in die Men­ge, wor­auf­hin das Publi­kum laut­stark mit „Sprem­ni!“ („Bereit!“) ant­wor­te­te. Damit war der Sound des Abends vorgegeben.

Medi­en­be­rich­ten zufol­ge zeig­ten etli­che Zuschau­er auch rechts­extre­me Zei­chen – etwa durch das Tra­gen der schwar­zen Kap­pe der Ustaša-Mili­zen oder von Schals mit „Za dom – sprem­ni“. Bil­der zei­gen zudem Fans, die vor Kon­zert­be­ginn den Ustaša-Gruß mit aus­ge­streck­tem Arm ausführten.

Beson­ders pro­vo­kant war Thomp­sons Out­fit: Er trug ein T‑Shirt mit der Zahl „03941158“ – der ehe­ma­li­gen Häft­lings­num­mer des natio­na­lis­ti­schen Ter­ro­ris­ten Zvon­ko Bušić, der 1976 eine Flug­zeug­ent­füh­rung mit Todes­fol­ge ver­üb­te. Das ist als geziel­te Glo­ri­fi­zie­rung extre­mis­ti­scher Gewalt­ak­teu­re zu wer­ten. „Erst im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te Thomp­son Busics Namen in Ver­bin­dung mit sei­nem Lied „Duh rat­ni­ka“ („Der Geist des Krie­gers“) in den sozia­len Medi­en geteilt.“ (kosmo.at, 6.7.25)

Ver­tre­ter der jüdi­schen Gemein­de, der ser­bi­schen Min­der­heit sowie poli­ti­sche und zivil­ge­sell­schaft­li­che Akteur*innen zeig­ten sich ent­setzt. Auch inter­na­tio­na­le Medi­en berich­te­ten kri­tisch; die „Times of Isra­el“ (6.4.25) etwa bezeich­ne­te Thomp­son bereits im Vor­feld des Kon­zerts als „nazi­freund­lich“.

Beson­ders ver­stö­rend: Pre­mier­mi­nis­ter Andrej Ple­nko­vić besuch­te gemein­sam mit wei­te­ren zwei Minis­tern die Gene­ral­pro­be. Oppo­si­ti­on und NGOs war­fen der Regie­rung vor, rechts­extre­men Natio­na­lis­mus still­schwei­gend zu legitimieren.

Der aus Bos­ni­en stam­men­de öster­rei­chi­sche Poli­tik­wis­sen­schaf­ter Vedran Dži­hić kom­men­tier­te auf Blues­ky das Kon­zer­te­vent so:

Gest­ri­ges Kon­zert des rechts­extre­men Sän­gers #Tomp­son in Zagreb besuch­ten 504.000 Men­schen. Er rief Men­schen „Za dom“, es schall­te ihm „sprem­ni“ ent­ge­gen. (Für Hei­mat bereit) Mit die­sem faschis­ti­schen Usta­sa-Spruch & dem Gesamt­ko­lo­rit wird das Kon­zert zu einem Schand­fleck des moder­nen #Kroa­ti­en.

Trotz mehr­fa­cher Hin­wei­se auf ver­bo­te­ne Sym­bo­le und Paro­len griff die Poli­zei kaum ein. Man habe es vor­ge­zo­gen, den Abend zu doku­men­tie­ren und erst dann etwa­ige Vor­fäl­le zu prü­fen. Was dabei raus­kommt, ist zu erahnen.

Per­ko­vić hat mitt­ler­wei­le in eini­gen Län­dern Auf­tritts­ver­bot. In Öster­reich wur­de 2017 ein geplan­tes Kon­zert nach mas­si­ven Pro­tes­ten abge­sagt.

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Schlagwörter: Anzeige | Illegaler Waffenbesitz/Waffenhandel | Konzert/Musik | LGBTQIA+-Feindlichkeit | Neonazismus/Neofaschismus | Oberösterreich | Salzburg | Tirol | Vandalismus/Sachbeschädigung/Schmierereien | Weite Welt | Wiederbetätigung

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