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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 2 Minuten

Seltsame Parten zum Tod von Werner Königshofer

Wer­ner Königs­ho­fers hat sich poli­tisch stets am rech­tes­ten Rand die­ser Repu­blik bewegt, was letzt­lich zum Aus­schluss aus der FPÖ geführt hat­te. Königs­ho­fers zahl­rei­che Aus­fäl­le und eine Ver­ur­tei­lung wegen Ver­het­zung waren für die Gemein­de Wat­tens kein Grund, ihm nun anläss­lich sei­nes Todes eine Par­te in der „Tiro­ler Tages­zei­tung” widmen.

15. März 2025
Werner Königshofer in der ZiB2 am 29.7.11 nach seinem Ausschluss aus der FPÖ
Werner Königshofer in der ZiB2 am 29.7.11 nach seinem Ausschluss aus der FPÖ

Der rechts­extre­me Akti­vist und Ex-FPÖ-Abge­ord­ne­te Wer­ner Franz Königs­ho­fer, über eini­ge Jah­re Stamm­gast auf unse­rer Web­site, ist am 25.2. ver­stor­ben. Das allein wäre noch kei­ne Nach­richt wert. Aller­dings hat es die Gemein­de Wat­tens für not­wen­dig befun­den, für den homo­pho­ben Het­zer (er wur­de 2014 wegen Ver­het­zung ver­ur­teilt) und Ras­sis­ten mit bes­ten Kon­tak­ten zu den Neo­na­zis von Alpen-Donau eine Par­te in der „Tiro­ler Tages­zei­tung“ zu finan­zie­ren. Über der Par­te der Markt­ge­mein­de, die Wer­ner Königs­ho­fer „in Dank­bar­keit und Hoch­ach­tung“ ein „ehren­des Andenken“ bewah­ren will, fin­det sich jene der Königs­ho­fer-Fami­lie – mit der Lebens- und der Todesrune.

Private Parte für Königshofer mit Lebens- und Todesrune, darunter Parte der Gemeinde Wattens (TT 8.3.25)
Pri­va­te Par­te für Königs­ho­fer mit Lebens- und Todes­ru­ne, dar­un­ter Par­te der Gemein­de Wat­tens (TT 8.3.25)

Die Lebens­ru­ne wur­de in der Nazi-Zeit als Zei­chen des von der SS geför­der­ten Ver­eins „Lebens­born“ und ande­rer Nazi-Ein­rich­tun­gen ver­wen­det. Sie ist nach dem Abzei­chen­ge­setz ver­bo­ten und ihre Ver­wen­dung daher straf­bar. Die Todes­ru­ne wur­de von kei­ner NS-Orga­ni­sa­ti­on ver­wen­det – sie dien­te haupt­säch­lich auf Grab­stei­nen von SS-Män­nern als Zei­chen für das Todes­da­tum. Jetzt also auch für Königshofer.

Zur von der Gemein­de geschal­te­ten Par­te befragt, ant­wor­te­te der Bür­ger­meis­ter von Wat­tens, Lukas Schmied, in einem Schrei­ben an „Stoppt die Rechten“:

Ver­ur­tei­lung, Ver­bin­dun­gen und Ver­gan­gen­heit von Wer­ner Königs­ho­fer waren und sind uns bewusst. Als Bür­ger von Wat­tens hat sich Wer­ner Königs­ho­fer in den Jah­ren, seit ich Bür­ger­meis­ter bin, kri­tisch und kon­struk­tiv für The­men der Kom­mu­nal­po­li­tik inter­es­siert (u.a. Lade­mög­lich­kei­ten von Elek­tro­fahr­zeu­gen, Ret­tungs­zu­fahrt zu Pfle­ge­hei­men, Ver­bes­se­run­gen im betreu­ten Woh­nen). Es ist in Wat­tens üblich, dass an ver­stor­be­ne Gemein­de­rä­te, die gewähl­te Funk­tio­nen in der Lan­des- oder Bun­des­po­li­tik aus­ge­übt haben, mit einer Trau­er­an­zei­ge gedacht wird.

Die Aus­tro-Nazis bezeich­nen in ihrem Nach­ruf Königs­ho­fer („der deut­schen Sache und dem geein­ten Tirol ver­pflich­tet“) als Mit­glied der Inns­bru­cker Bur­schen­schaf­ter Bri­xia. Anders lau­tet die Erzäh­lung der Bri­xen, die behaup­ten, Königs­ho­fer sei bereits wäh­rend des Stu­di­ums wie­der aus­ge­tre­ten. Ande­rer­seits wur­de Königs­ho­fers Lebens­lauf auch in den „Bur­schen­schaft­li­chen Blät­tern“ nicht ganz rich­tig dar­ge­stellt. Dort stand zu lesen, dass Königs­ho­fer seit 1972 Mit­glied der FPÖ sei, von der er 2011 aus­ge­schlos­sen wur­de. Bis 1976 war er jedoch Funk­tio­när der neo­na­zis­ti­schen NDP des Nor­bert Bur­ger. Spä­ter konn­te er sich nicht mehr genau erin­nern, wann er wo dabei war, aber bezüg­lich Ver­gess­lich­keit ist er in die­sem Lager bei­lei­be nicht der ein­zi­ge (gewe­sen).

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Schlagwörter: FPÖ | Neonazismus/Neofaschismus | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Rechtsextremismus | Tirol | Verhetzung

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