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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

Mélange KW 50/24 (Teil 2): Weltanschauliches

Der par­la­men­ta­ri­sche Mit­ar­bei­ter der FPÖ, Hans-Jörg Jene­wein, wird sich sei­ne Zeit künf­tig gut ein­tei­len müs­sen: Es lau­fen mitt­ler­wei­le drei Ver­fah­ren gegen ihn, die ihn öfter vor Gericht brin­gen wer­den. Die zwei rechts­extre­men Deut­schen Mat­thi­as Hel­fe­rich und Bene­dikt Kai­ser wur­den her­an­ge­karrt, um den FPÖ-Nach­wuchs welt­an­schau­lich zu erziehen.

22. Dez. 2024
Rückblick FPÖ
Rückblick FPÖ

Wien: Drit­te Ankla­ge gegen Jenewein
Graz-Wien: De-Ban­king und die „furcht­bars­ten Zeiten”
Wien: Hel­fe­rich und Kai­ser bei den Freiheitlichen

 

Wien: Dritte Anklage gegen Jenewein

Der ehe­ma­li­ge FPÖ-Poli­ti­ker Hans-Jörg Jene­wein, seit kur­zer Zeit par­la­men­ta­ri­scher Mit­ar­bei­ter der blau­en Abge­ord­ne­ten Her­mann Brückl und Chris­ti­an Lausch, hat nun eine wei­te­re Ankla­ge am Hals – dies­mal wegen Miss­brauchs der Amts­ge­walt. Jene­wein soll in der Zeit, als Kickl Innen­mi­nis­ter war, eine Per­son aus dem Minis­te­ri­um beauf­tragt haben, ver­trau­li­che Akten aus einem Unter­su­chungs­aus­schuss zum Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung (BVT) wei­ter­ge­ge­ben haben. Die­se Per­son ist eben­falls angeklagt.

Kon­kret wird er ver­däch­tigt, in den Jah­ren 2018 und 2019 als Mit­glied des U‑Ausschusses eine Kabi­netts­mit­ar­bei­te­rin des dama­li­gen Innen­mi­nis­ters Her­bert Kickl ange­wie­sen zu haben, Infor­ma­tio­nen zu Tref­fen euro­päi­scher Geheim­diens­te und ein Ver­neh­mungs­pro­to­koll ohne Par­tei­was­ser­zei­chen, das bei allen Akten, die dem U‑Ausschuss vor­ge­legt wer­den, ange­bracht wird, her­aus­zu­ge­ben. Die Staats­an­walt­schaft ist über­zeugt, dass Jene­wein die Vor­schrif­ten zur Ver­wen­dung ver­trau­li­cher Unter­la­gen kannte.

Zusätz­lich zu den neu­en Vor­wür­fen steht Jene­wein bereits in einem lau­fen­den Ver­fah­ren mit dem der Spio­na­ge ver­däch­tig­ten Egis­to Ott vor Gericht. Jene­wein soll Ott beauf­tragt haben, Infor­ma­tio­nen über Teil­neh­mer von Geheim­dienst­tref­fen zu beschaf­fen und sich in die Ermitt­lun­gen der „Soko Tape” ein­zu­schal­ten, die nach dem Ibi­za-Video ein­ge­rich­tet wur­de. Bei einer Haus­durch­su­chung wur­de zudem ein Schlag­ring bei Jene­wein gefun­den, was ihm ein wei­te­res Ver­fah­ren nach dem Waf­fen­ge­setz ein­ge­bracht hat.

(Quel­le: APA via derstandard.at, 10.12.24)

Graz-Wien: De-Banking und die „furchtbarsten Zeiten”

Die „Stei­er­mär­ki­sche Bank“ hat dem rechts­extre­men Aula-Nach­fol­ger „Frei­lich Maga­zin“ das Kon­to gekün­digt. Eben­so beklagt sich der ehe­ma­li­ge FPÖ-BZÖ-Poli­ti­ker Heimo Lepuschitz über die Kün­di­gung sei­nes Kon­tos durch die BKS-Bank. Er habe sich gewei­gert, Infor­ma­tio­nen zu einer Über­wei­sung von der FPÖ offen­zu­le­gen, führt Lepuschitz als Grund an. Der ehe­ma­li­ge FPÖ-BZÖ-Poli­ti­ker und nun­meh­ri­ge FPÖ-Stif­tungs­rat im ORF, Peter Wes­ten­tha­ler, kom­men­tier­te: „Das ist unfass­bar und erin­nert an die furcht­bars­ten Zei­ten unse­rer Geschich­te.“ Nach­dem beim blau­en Lager nie klar ist, was mit den „furcht­bars­ten Zei­ten“ gemeint ist, ver­zich­ten wir auf eine Anzei­ge nach § 3h Ver­bots­ge­setz (NS- und Holocaustverharmlosung).

Peter Westenthaler als Kommentar zum De-Banking von Lepuschitz: "Das ist unfassbar und erinnert an die furchtbarsten Zeiten unserer Geschichte." (Screenshot FB 17.12.24)
Peter Wes­ten­tha­ler als Kom­men­tar zum De-Ban­king von Lepuschitz: „Das ist unfass­bar und erin­nert an die furcht­bars­ten Zei­ten unse­rer Geschich­te.” (Screen­shot FB 17.12.24)

Wien: Helferich und Kaiser bei den Freiheitlichen

Sein Auf­tritt bei der Wie­ner Bur­schen­schaft „Ald­ania“ hat­te Ende Mai noch für einen gehö­ri­gen Wir­bel gesorgt, nun konn­te der frak­ti­ons­lo­se AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mat­thi­as Hel­fe­rich, der unter der Eigen­be­zeich­nung „Das freund­li­che Gesicht des NS“ Bekannt­heit erlang­te, völ­lig unbe­merkt im Frei­heit­li­chen Bil­dungs­in­sti­tut auf­tre­ten, um dort „jun­ge Nach­wuchs­ta­len­te der FPÖ welt­an­schau­lich zu erzie­hen“. Mit an Bord war auch der aus Neo­na­zi-Krei­sen ent­stam­men­de „neu­rech­te“ Publi­zist Bene­dikt Kai­ser, der neu­er­dings bei der AfD-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten Irm­hild Boß­dorf als Assis­tent beschäf­tigt ist. 2023 wur­de bekannt, dass der im Antai­os-Ver­lag des Götz Kubit­schek publi­zie­ren­de Kai­ser für den AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Jür­gen Pohl tätig war.

Vor sei­ner Ver­lags­ar­beit war Pohl-Mit­ar­bei­ter Bene­dikt Kai­ser dem Medi­en­be­richt zufol­ge vie­le Jah­re in rechts­extre­men Krei­sen aktiv. Genannt wird die Teil­nah­me an Neo­na­zi-Auf­mär­schen in Chem­nitz und Zwi­ckau sowie bei Demons­tra­tio­nen der NPD. Fotos zei­gen ihn dem Bericht zufol­ge im Umfeld der „Natio­na­len Sozia­lis­ten Chem­nitz” und der Hoo­li­g­angrup­pe „NS-Boys”. (mdr.de, 28.5.23)

Es ist anzu­neh­men, dass der Auf­tritt der bei­den Deut­schen im Rah­men der im März 2023 gestar­te­ten „Meta­po­li­tik-Aka­de­mie“ des „Frei­heit­li­chen Bil­dungs­in­sti­tuts“ (FBI) statt­ge­fun­den hat; dort wird der frei­heit­li­che Nach­wuchs in iden­ti­tä­rer Pro­pa­gan­da indok­tri­niert oder, wie es Hel­fe­rich eben aus­drückt, welt­an­schau­lich erzogen.

Helferich und Kaiser beim FBI (Screenshot TG 14.12.24) "Gestern referierte ich neben dem Publizisten Benedikt Kaiser zum Kooperationsverhältnis zwischen Partei und Vorfeld beim Freiheitlichen Bildungsinstitut in Wien. Das FBI versteht es, junge Nachwuchstalente der FPÖ weltanschaulich zu erziehen und damit für die politische Arbeit stark zu machen."
Hel­fe­rich und Kai­ser beim FBI (Screen­shot TG 14.12.24)

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Schlagwörter: FPÖ | Freilich/AULA | Neonazismus/Neofaschismus | Rechtsextremismus | Steiermark | Wien

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