Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Analyse | Dokumentation | Empfohlen

Lesezeit: 7 Minuten

Alarmstufe Rot: Warum Rechte die Klimakrise dennoch wegreden

Die aktuelle Hitzewelle macht die Klimakrise körperlich spürbar. Rechte Parteien und Netzwerke reden sie dennoch klein oder gar weg: wegen der ureigensten ideologischen Verfasstheit, der Neigung zu Verschwörungserzählungen und Abneigung gegen Wissenschaft, EU und Internationalität.

27. Juni 2026
Eine Hitzeglocke über Österreich (Screenshot Manuel Oberhuber Bluesky 26.6.26)
Eine Hitzeglocke über Österreich (Screenshot Manuel Oberhuber Bluesky 26.6.26)

Österreich steht mitten in einer Hitzewelle mit Rekordtemperaturen. GeoSphere Austria warnt für Teile des Landes mit der höchsten Hitzewarnstufe, sogar ein Überschreiten des österreichischen Allzeitrekords von 40,5 Grad ist möglich.

Die Wissenschaftslage ist klar

Der Weltklimarat IPCC hält fest: Menschliche Aktivitäten, vor allem der Ausstoß von Treibhausgasen, haben die globale Erwärmung verursacht. Die globale Oberflächentemperatur lag im Zeitraum 2011 bis 2020 bereits rund 1,1 Grad über dem Niveau von 1850 bis 1900.

Die aktuell Hitzewelle über Europa ist beispiellos in vielerlei Hinsicht. Dauer, Intensität, der frühe Zeitpunkt schon Anfang Sommer, Temperaturen, die wir vielerorts noch nie hatten, Folgen und Schäden – Diese Hitze wäre ohne menschengemachten Klimawandel nicht möglich.

[image or embed]

— Marcus Wadsak (@marcuswadsak.bsky.social) 23. Juni 2026 um 12:35

Für Österreich übersetzt sich diese globale Entwicklung in sehr konkrete Belastungen. Auch hier werden die Hitzewellen intensiver, häufiger und länger. Die Zahl der Hitzetage steigt in ganz Österreich, Städte leiden unter Hitzeinseln, versiegelten Flächen und fehlender Abkühlung in der Nacht. Besonders ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Personen mit eingeschränkter Mobilität sind akut gefährdet. Aber warum halten rechte Akteure dennoch so hartnäckig an Leugnung, Verharmlosung oder Verzögerung fest?

Wenn die Lösung bedrohlicher erscheint als das Problem

Eine wichtige Erklärung liefert die Sozialpsychologie. Studien beschreiben den Mechanismus als „solution aversion“: Wer eine politische Lösung ablehnt, zweifelt eher am Problem selbst (Campbell/Kay, Journal of Personality and Social Psychology, 2014). Beim Klima heißt das: Wenn Klimaschutz nach staatlicher Regulierung, CO₂-Abgabe, EU-Vorgaben, Tempolimit, Ausstieg aus Öl und Gas oder Umbau der Autoindustrie klingt, rücken manche die Wissenschaft zurecht, bis sie zum eigenen Weltbild passt.

Der FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker erklärte 2024 in der ZiB2: „Dass es klimatische Veränderungen gibt, ist evident. Das ist in der Geschichte dieses Planeten immer wieder aufgefallen. Das hängt mit Sonnenstürmen und sonstigen Dingen zusammen. Ich bin aber nicht davon überzeugt, dass das alles menschengemacht ist.“ (zit. nach kurier.at, 27.6.24) Aus der durch Treibhausgase verursachten Erhitzung konstruiert Hafenecker ein diffuses Naturgeschehen.

Im Nationalrat ging Susanne Fürst 2025 noch weiter und verband das EU-Klimaziel für 2040 mit einer angeblichen Reduktion von Wohlstand und Wirtschaftsleistung um 90 Prozent und sprach von einem „Verbrechen an der Wirtschaft und der europäischen Bevölkerung“ sowie von der „verbrecherischen CO₂-Schraube“ (parlament.gv.at, 24.9.25). Klimaschutz wird zur Bedrohungserzählung. Die Gefahr liegt dann bei „Brüssel“, das ohnehin für alles herhalten muss, was der FPÖ nicht gefällt.

Nationalismus scheitert an einem globalen Problem

Klimawandel ist ein Weltproblem. CO₂ hält sich an keine Staatsgrenze, Hitzewellen, Dürren, Starkregen und Ernteausfälle folgen keiner nationalen Erzählung. Rechte und rechtspopulistische Politik arbeiten aber stark mit der Gegenüberstellung von „Volk“ und „Elite“, von „Nation“ und „Globalismus“, von „uns“ und „den anderen“.

Eine Studie mit Daten des European Social Survey aus 15 westeuropäischen Ländern zeigt, dass sich jene gegen Klimaschutzmaßnahmen auflehnen, die Politik in erster Linie national, abschottend und gegen internationale Kooperation denken. Für rechte Parteien bietet das Thema daher ideale Angriffsflächen. Klimaschutz wird oft im Zusammenhang mit internationalen Studien und Abkommen und EU-Zielen genannt. Daraus lassen sich schnell Feindbilder bauen: Brüssel will verbieten, Grüne wollen bevormunden, Expert:innen wollen den Alltag kontrollieren. (1)

Verschwörungserzählungen liefern den Klebstoff

Rechte Klimawandelleugnung lebt auch von Verschwörungsideologien. Die Klimawissenschaft ist international, arbeitet mit Datenreihen, Modellen, Forschungsverbünden und Institutionen wie dem IPCC. Gerade diese Merkmale machen sie für Verschwörungserzählungen angreifbar. Aus wissenschaftlichem Konsens wird dann vermeintliche Gleichschaltung, aus Klimamodellen wird Manipulation, aus internationaler Politik wird „Globalismus“.

Das Muster ist aus anderen Feldern bekannt. Wer Medien, Wissenschaft, Gerichte, Universitäten und internationale Organisationen als Teil eines feindlichen „Systems“ deutet, kann jede Widerlegung als weiteren Beweis für die herbeifantasierte Verschwörung verkaufen. Ein heißer Sommer gilt dann als Wetter, eine kalte Woche wird zum Gegenbeweis stilisiert. Eine Dürre wird zum Zufall, eine Flut wird zur Naturkatastrophe ohne politische Konsequenz.

Die Profis der Leugnung

Klimawandelleugnung ist nicht vom Himmel gefallen. Sie wurde über Jahrzehnte finanziert, organisiert und professionalisiert. Naomi Oreskes und Erik Conway beschrieben in „Merchants of Doubt“, wie Tabak-, Öl- und andere Industrien Zweifel an wissenschaftlichen Befunden streuten, sobald Regulierung drohte. Der Trick bleibt gleich: Man muss die Wissenschaft nicht widerlegen. Es reicht, genug Zweifel zu erzeugen, damit Politik langsamer handelt.

Weltweit haben sich schon früh mächtige Netzwerke etabliert, die Klimawandelleugnung professionell betreiben. Die in Deutschland sitzende Lobbyorganisation EIKE stellt Klimapolitik seit Jahren als Angriff auf Freiheit und Wirtschaft dar. 2024 hat sie ihre Jahreskonferenz im niederösterreichischen Maria Enzersdorf abgehalten.

Das US-amerikanische Heartland Institute arbeitet mit rechten Politiker:innen auch in Europa gegen Umwelt- und Klimaschutzpolitik. Der FPÖ-EU-Abgeordnete Harald Vilimsky ist Heartland-Stammgast – auf der Website des Europäischen Parlaments findet sich in der Liste von Vilimskys Meetings seit August 2024 achtmal das Heartland Institute, zuletzt im Mai 2026 in Wien. Mit seinem Parteikollegen Roman Haider besuchte er 2023 eine Heartland-Antiklimaschutzkonferenz in Florida, später wurde Heartland-Präsident James Taylor auf Einladung der beiden ins Europäische Parlament geholt (theguardian.com, 22.1.25). Der rechte Kampf gegen Windkraft ist ebenfalls in diesem Kontext zu sehen.

Auch Stoppt die Rechten hat bereits 2019 auf rechte und marktradikale Klimaleugnungsnetzwerke rund um FPÖ, Hayek-Institut, Austrian Economics Center, Heartland und EIKE hingewiesen. Die Verbindung ist naheliegend: Lobbyisten fossiler Energieträger wollen Öl, Gas, Kohle, Verbrenner und alte Geschäftsmodelle möglichst lange retten. Rechte Parteien liefern dafür den Kulturkampf: gegen „Klimahysterie“, „Ökodiktatur“, „Brüssel“ und gegen „die Grünen“.

Das wirkt, weil es Alltagsängste aufgreift. Viele Menschen sorgen sich zu Recht um Mieten, Lebensmittelpreise, Stromkosten, Pendeln und Arbeitsplätze. Rechte Politik verwandelt diese sozialen Fragen in Abwehr gegen Klimaschutz. Statt über gerechte Entlastung, günstige Öffis, Gebäudesanierung, Hitzeschutz, leistbare Energie und die Verantwortung großer Emittenten zu sprechen, inszeniert sie Klimapolitik als Angriff auf „die kleinen Leute“.

Die andere Dystopie

Die Zukunftsszenarien sind dystopisch, wenn die Erderwärmung nicht gebremst wird. Rechte Milieus lehnen Untergangserzählungen aber nicht generell ab. Viele arbeiten selbst stark dystopisch – etwa mit Narrativen von „Bevölkerungsaustausch“ und dem herbeiphantasierten „Untergang Europas“. Für diese Dystopie haben sie ihr Allheilmittel aus ‚Grenzen dicht‘ und Massenabschiebungen gebastelt. Abgelehnt wird vor allem jene Klimadystopie, die als Gegenmaßnahme kollektive, egalitäre, wissenschaftsbasierte und internationale Politik verlangt. Die reale Klimakatastrophe – überhitzte Städte, Ernteausfälle, Waldbrände, Wasserknappheit, Hitzetote – wird mit billigen Tricks, aber dennoch wirkungsvoll weggeschoben.

Ein Sujet, das immer wieder bei Hitzewellen kursiert – auch aktuell. Der österreichische Meteorologe Marcus Wadsak schreibt dazu auf Bluesky: "übrigens finde ich gerade 1975 so schön (posten mir ja auch ein paar Fakten-Feinde) - weil 1975 just das letzte Jahr war wo wir in Wien (Hohe Warte) KEIN EINZIGES MAL 30 Grad erreicht haben..... soviel zum Sommer von damals."
Ein Sujet, das immer wieder bei Hitzewellen kursiert – auch aktuell. Der österreichische Meteorologe Marcus Wadsak schreibt dazu auf Bluesky (23.6.26): „übrigens finde ich gerade 1975 so schön (posten mir ja auch ein paar Fakten-Feinde) – weil 1975 just das letzte Jahr war wo wir in Wien (Hohe Warte) KEIN EINZIGES MAL 30 Grad erreicht haben….. soviel zum Sommer von damals.“

Diese Verschiebung ist politisch nützlich. Wer die Klimakrise anerkennt, muss über Verantwortung sprechen: über fossile Konzerne, Verkehrspolitik, Bodenversiegelung, Energieverbrauch, soziale Ungleichheit und internationale Verpflichtungen. Wer sie als „Hysterie“ abtut, kann beim alten Geschäftsmodell bleiben und zugleich Empörung mobilisieren.

Die Klimakrise ist spürbar

Die aktuelle Hitzewelle macht die Belastung körperlich spürbar. Sie trifft Pfleger:innen, Bauarbeiter, ältere Menschen in Dachgeschoßwohnungen, Kinder in aufgeheizten Klassenzimmern, Menschen ohne Garten, ohne Klimaanlage, ohne kühle Wohnung, ohne Möglichkeit, auf einen Zweitwohnsitz in den Bergen oder an einem See auszuweichen. Klimapolitik ist daher keine abstrakte Moralfrage. Sie ist Gesundheits-, Sozial-, Arbeits- und Demokratiepolitik.

Rechte Klimaleugnung schützt keine Freiheit. Sie schützt Öl- und Gas-Industrie, alte Machtverhältnisse und politische Geschäftsmodelle, die aus Angst Stimmen machen. Aber während Europa schwitzt und die Klimakrise deutlicher denn je spürbar ist, reden Rechte weiter von „Klimahysterie“.

Fußnote

1 Ein Forschungsstrang beschreibt den Zusammenhang von Klimaleugnung, fossilen Energien und Männlichkeitsbildern. Die Politikwissenschafter in Cara Daggett prägte dafür den Begriff „petro-masculinity“: Fossile Energie steht demnach nicht nur für Profit und Industrie, sondern auch für Identität, Macht, Autoritarismus und eine Abwehr gegen Klimapolitik. In einem 2018 publizierten Aufsatz (aber auch danach) verbindet sie Klimawandelleugnung, Rassismus und Misogynie in neuen autoritären Bewegungen und beschreibt fossile Energien als identitätsstiftend für weiße patriarchale Herrschaft. Auch andere Forschungsteams haben den Zusammenhang zwischen Maskulinität und Klimawandelleugnung untersucht.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Analyse, Dokumentation, Empfohlen
Schlagwörter: FPÖ | Rechtsextremismus | Verschwörungsideologien

Verwandte Beiträge

  • 15. Sep. 2024
    Das FPÖ-Wahlprogramm (IV) und der Klimaschutz: Land unter!
    Wienfluss Höhe Pilgramgasse (Wien) 15.9.24
  • 6. Juni 2024
    EIKE-Jahreskonferenz: Mödling als Zentrum der Klimawandelleugner-Lobby
    Konferenz der alten, weißen Schwurbler (Symbolbild; KI-generiert)
  • 1. März 2019
    Klimawandelleugnung: das Geschäft aus der rechten Ecke

Beitragsnavigation

« Eternal Hate gleich hinter der Grenze
Mélange KW 25/26 (Teil 2): FPÖ Graz liefert jede Woche »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter