We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation | FPÖ-Einzelfall

Lesezeit: 3 Minuten

Der von Missverständnissen verfolgte FPÖ-Abgeordnete Gerhard Deimek

Ger­hard Deimek ver­öf­fent­lich­te ein Foto, auf dem neun Män­ner den Hit­ler­gruß zei­gen. Er habe die Grup­pe nur „demas­kiert und kri­ti­siert“. Anzei­ge hat er offen­bar nicht erstat­tet. Statt­des­sen ein Pos­ting auf einem Pseud­onym-Account, pri­vat, 130 Fol­lower. Und eini­ge Vor­ge­schich­ten mit „Miss­ver­ständ­nis­sen”.

3. Okt. 2025
Gerhard Deimek
Gerhard Deimek

„Demas­kiert und kri­ti­siert“ – so erklärt laut oe24 (2.10.25) der Anwalt des lang­jäh­ri­gen FPÖ-Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten Ger­hard Deimek den jüngs­ten Wir­bel. Die Staats­an­walt­schaft Steyr will ermit­teln, weil ein X/T­wit­ter-Account, der laut Aus­lie­fe­rungs­be­geh­ren mit Deimeks Tele­fon­num­mer und sei­ner E‑Mail ver­knüpft ist, Ende März 2022 vier­mal das­sel­be Foto ver­öf­fent­lich­te: eine Grup­pe von 13 jun­gen Män­nern, neun davon mit Hit­ler­gruß, bei einem ist ein Haken­kreuz-Tat­too zu sehen. Der frag­li­che Account läuft unter dem Pseud­onym „DegeBh“, ist auf „pri­vat“ gestellt und hat mage­re 130 Fol­lower. Juris­tisch geht es um § 3g Ver­bots­ge­setz, die Staats­an­walt­schaft Steyr hat ein Aus­lie­fe­rungs­be­geh­ren ans Par­la­ment geschickt.

Der auf "privat" gestellte X-Account "DegeBh" (für "Gerhard Deimek Bad Hall"?): fast 13.000 Postings, nur 130 Follower (Screenshot X, 3.10.25)
Der auf „pri­vat” gestell­te X‑Account „DegeBh” (für „Ger­hard Deimek Bad Hall”?): fast 13.000 Pos­tings, nur 130 Fol­lower (Screen­shot X, 3.10.25)

„Durch die Ver­öf­fent­li­chung des Bil­des wur­de die offen­kun­dig natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ein­stel­lung jener Per­so­nen, wel­che auf dem Bild zu sehen sind, für jeder­mann erkenn­bar öffent­lich demas­kiert und kri­ti­siert“, argu­men­tiert Anwalt Bern­hard Leho­fer. Ein FPÖ-Abge­ord­ne­ter als ver­deck­ter Anti­fa-Akti­vist? Das wäre tat­säch­lich ein­mal eine über­ra­schen­de Personalrochade!

Wenn es Deimek wirk­lich ums Bloß­stel­len von Nazis ging, stellt sich aller­dings die simp­le Fra­ge: War­um kei­ne Anzei­ge mit Ori­gi­nal­ma­te­ri­al, mit Zeit, Ort und Namen? Statt­des­sen lan­de­te das Bild „in vier Auf­grif­fen“, also vier­mal, auf einem klei­nen, abge­schirm­ten Kanal.

Gerhard Deimeks Talent für glitschige Situationen

Deimek hat gewis­ser­ma­ßen ein Talent, immer wie­der in kom­mu­ni­ka­tiv glit­schi­ge Situa­tio­nen zu gera­ten. 2014 war da die berühm­te „88“ mit­ten in sei­ner Pres­se­aus­sendung. Offi­zi­ell ver­laut­bart wur­de dann die legen­dä­re Ver­si­on von der klei­nen Toch­ter eines Pres­se­re­fe­ren­ten, die zufäl­lig zwei­mal die Acht auf der Tas­ta­tur gedrückt habe, wor­auf­hin die „88“ just in einem Text auf­ge­taucht war, in dem sich Deimek gegen Sank­tio­nen für Isra­el aus­ge­spro­chen hat­te. Fragt sich, ob ihm da nicht ein brau­nes Ei gelegt wur­de. Her­bert Kickl kan­zel­te Deimek damals für sei­ne öffent­lich geäu­ßer­te The­se ab: „Mir ist das ziem­lich wurscht, was der Herr Deimek glaubt.“ (derstandard.at, 5.12.14)

Die berühmte Presseaussendung mit der "88" mitten im Text (Screenshot OTS, 16.11.14)
Die berühm­te Pres­se­aus­sendung mit der „88” mit­ten im Text (Screen­shot OTS, 16.11.14)

2016 folg­te die Epi­so­de mit dem geteil­ten Pirin­çci-Hetz­text („Frei­ga­be des deut­schen Fick­viehs”, „dau­er­gei­le Bar­ba­ren“) samt Deimek-Rah­mung, man sol­le das lesen, „wer in 50 Jah­ren noch Öster­rei­cher sein will“. Die Staats­an­walt­schaft Steyr stell­te nach der Anzei­ge des dama­li­gen Grü­nen Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten Harald Wal­ser die Ermitt­lun­gen wegen Ver­het­zung ein – im Zwei­fel habe Deimek nicht den gesam­ten Inhalt des von ihm geteil­ten Hetz­tex­tes gele­sen. 2017 wie­der­um nann­te Deimek die MKÖ-Bro­schü­re „Lau­ter Ein­zel­fäl­le?“ auf Twit­ter „Fake & gelo­gen“. Am Ende muss­te Deimek wider­ru­fen. Oder anders: Die Fak­ten blie­ben, Deimeks Spin muss­te gehen.

Gerhard Deimek: "Sollten alle lesen, die auch in 50 Jahren noch Österreicher sein wollen. Und nicht Wegbereiter der Araber." und Retweet: "Akif Pirincci: Freigabe des deutschen Fickviehs" (Screenshot Twitter 10.1.16)
Ger­hard Deimek: „Soll­ten alle lesen, die auch in 50 Jah­ren noch Öster­rei­cher sein wol­len. Und nicht Weg­be­rei­ter der Ara­ber.” und Ret­weet: „Akif Pirincci: Frei­ga­be des deut­schen Fick­viehs” (Screen­shot Twit­ter 10.1.16)

Die aktu­el­le „Demaskierungs“-Erzählung wäre mit einer bestechend ein­fa­che Inter­ven­ti­on – Anzei­ge erstat­ten und in den Pos­tings klar mar­kie­ren, dass es um Kri­tik geht – glaub­wür­dig. Wer statt­des­sen vier­mal das­sel­be Foto in einen pri­va­ten Pseud­onym-Kanal kippt, läuft Gefahr, weni­ger Auf­klä­rung als Aus­re­den­ma­te­ri­al zu pro­du­zie­ren. Kann alles ein Miss­ver­ständ­nis sein. Aber wenn Miss­ver­ständ­nis­se regel­mä­ßig die­sel­be Rich­tung haben, wer­den sie zu einem Gen­re. Die juris­ti­sche Bewer­tung hat ein­mal mehr die Jus­tiz zu über­neh­men. Für Deimek gilt auch dies­mal die Unschuldsvermutung.

Update 3.10.25: Die APA berich­tet, Deimek habe ukrai­ni­sche Neo­na­zis ent­lar­ven wollen.

„Durch die Ver­öf­fent­li­chung des Bil­des wur­de die offen­kun­dig natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ein­stel­lung jener Per­so­nen, wel­che auf dem Bild zu sehen sind und von wel­chen mein Man­dant aus­geht, dass es sich um ukrai­ni­sche Nazis han­delt, für jeder­mann erkenn­bar öffent­lich demas­kiert und kri­ti­siert.“ Der Vor­wurf, die Poli­tik der Ukrai­ne sei größ­ten­teils von Neo­na­zis unter­wan­dert, ist ein wesent­li­cher Teil der Pro­pa­gan­da Russ­lands. (APA via diepresse.com, 3.10.25)

Update 3.4.26: Das Ver­fah­ren gegen Deimek wur­de eingestellt.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation, FPÖ-Einzelfall
Schlagwörter: FPÖ | Hitlergruß | Oberösterreich | Verhetzung | Wiederbetätigung

Verwandte Beiträge

  • 21. Nov. 2019
    Best of mausgerutscht (Teil 3): ... und es trifft immer die FPÖ
  • 20. Dez. 2016
    FPÖ-Deimek: „Im Zweifel“ keine Verhetzung
  • 6. Okt. 2017
    MKÖ: FPÖ-Abgeordneter bestätigt nun Richtigkeit der "Einzelfälle"-Broschüre

Beitragsnavigation

« Aula-Prozess Teil 3 (22.–26.9.): Verfassungsschutz auf Tauchstation, problematische Texte und Holocaustleugner am Fließband
Über den Maaßen peinlich und rechts »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter