Wochenschau KW 38

Wie wir bere­its Mitte der Woche berichteten, gab es einen neuer­lichen Eklat in der bur­gen­ländis­chen FPÖ. Bere­its im August wurde aufgedeckt, dass ein frei­heitlich­er Kan­di­dat für die Kom­mu­nal­wahlen im Vor­jahr wegen nation­al­sozial­is­tis­ch­er Wieder­betä­ti­gung verurteilt wor­den war.

Prozess wegen Vertoßes gegen das Verbotsgesetz in Klagenfurt

Ein 37-Jähriger Kärnt­ner wurde wegen eines Face­book-Post­ings zu 14 Monat­en bed­ingter Haft und ein­er Geld­strafe von 1.200 Euro verurteilt. Die Staat­san­waltschaft wirft ihm vor, in sozialen Medi­en NS-Pro­pa­gan­da ver­bre­it­et zu haben. Sein Post­ing im Wort­laut: “Nieder mit dem Pack ! Wenn’s geht, Mau­thausen wieder auf und rein mit dem Gas, H…l!”. Die Ver­nich­tungsphan­tasien des Angeklagten richteten sich gegen Geflüchtete. Er gab zu die Post­ings geschrieben zu haben, vorher allerd­ings “zehn bis zwölf Bier” getrunk­en zu haben und die Sätze dann “dumm und unüber­legt” gepostet zu haben. Der Richter merk­te an, dass der Angeklagte drei Wochen nach dem ersten Post­ing auf Face­book geschrieben haben soll: “Mau­thausen und Auschwitz, dort ist genü­gend Platz für die Ver­brech­er”. Der Kärnt­ner argu­men­tierte, dass er gemeint habe, man könne dort Platz für ein Flüchtlingslager schaf­fen. Laut seinem Vertei­di­ger habe der bish­er unbescholtene Angestellte “nie etwas mit der recht­en Szene zu tun gehabt”.

kaernten.orf.at

Antrag zur Verbesserung der prekären Fördersituation von Gedenkdienst im Parlament eingebracht

Für den Vere­in GEDENKDIENST leis­ten junge engagierte Men­schen jedes Jahr an Holo­caust-Gedenkstät­ten, päd­a­gogis­chen Insti­tu­tio­nen und Altenbe­treu­ung­sein­rich­tun­gen einen aktiv­en Beitrag zur Erin­nerungsar­beit und Gedenkpoli­tik im Aus­land. Da der Dienst an sich nicht ent­lohnt wird, sehen sich Gedenk­di­en­stleis­tende in den meis­ten Fällen mit sehr prekären Lebenssi­t­u­a­tio­nen während ihres Dien­stes kon­fron­tiert. Seit dem Beste­hen des Pro­gramms ist die Förderung unzure­ichend und den Gedenk­di­en­stleis­ten­den bleibt ein monatlich­er Betrag von 525 Euro zum Leben. Gestern wurde ein Antrag ins Par­la­ment einge­bracht, der die prekäre Förder­si­t­u­a­tion der Aus­lands­frei­willi­gen­di­en­ste endlich verbessern soll. “Diesen längst über­fäl­li­gen Schritt sehen wir als große Chance, um Gedenk­di­enst abzu­sich­ern!”, sagt Michael Spiegl, der Obmann des Vere­ins GEDENKDIENST. Fraglich ist wie die ÖVP mit dem Antrag umge­hen wird: „Gedenk­di­en­stleis­tende tra­gen ihre Erfahrun­gen zurück in die öster­re­ichis­che Zivilge­sellschaft, stärken Tol­er­anz und treten gegen Diskri­m­inierung ein. Nun bleibt abzuwarten, welchen Stel­len­wert Gedenk- und Erin­nerungskul­tur sowie das inter­na­tionale Anse­hen Öster­re­ichs in der neuen Volkspartei haben“, führt Spiegl aus.

Rassistische Sprechchöre haben Nachspiel für Union Gurten

Nach dem Cup-Spiel zwis­chen Union Gurten und SCR Altach am ver­gan­genen Mittwoch wurde vom Öster­re­ichis­chen Fußball-Bund (ÖFB) ein Ver­fahren ein­geleit­et. Laut Schied­srichter­bericht soll es zu ras­sis­tis­chen Sprechchören der Union-Fans gegen Altach-Stürmer Bernard Tekpetey gekom­men sein. „Der ÖFB verurteilt grund­sät­zlich jegliche Form von Ras­sis­mus auf das Schärf­ste. Unser Ver­band ste­ht für Vielfalt, Tol­er­anz und Inte­gra­tion in allen Bere­ichen der Gesellschaft”, stellte ÖFB-Gen­er­alsekretär Thomas Hollerer in ein­er Aussendung klar.

sport.orf.at

Tiroler Blaskapelle mit Nazi-Marsch am Oktoberfest in München

Beim ‘Tra­cht­en- und Schützenumzug’ im Rah­men des Okto­ber­festes in München, trat­en auch 2 Blaskapellen aus Tirol auf. Diese spiel­ten den, von Sepp Tanz­er kom­ponierten ‘Stand­schützen­marsch’. Tanz­er war bere­its 1936 Mit­glied der Vater­ländis­chen Front unter Engel­bert Doll­fuß, wurde später NSDAP-Mit­glied und ein­deutiger Prof­i­teur des NS-Regimes. Der Blas­musik-Lan­desver­band­sob­mann in Tirol, Mar­tin Juen meint: “Das ist ein wun­der­schön­er Marsch, der zu ein­er blö­den Zeit ent­standen ist.”. Der Marsch ist nicht ver­boten aber es gibt seit 2013 eine Empfehlung ihn nicht zu spie­len. Expert_innen ord­nen das Stück als musikalis­ches Emblem der NS-Zeit in Tirol ein.

derstandard.at