Draßburg: Der neue heftige FPÖ Einzelfall (II)

Nach den jüng­sten Enthül­lun­gen über den Draßburg­er FPÖ-Kan­di­dat­en Fritz Ugri­novits, über die auch Der Stan­dard und die APA berichtet haben, will die FPÖ Bur­gen­land die Vor­würfe prüfen und mit dem Kan­di­dat­en reden. Eine gewichtige Prü­fung hat eigentlich schon das Lan­des­gericht Eisen­stadt mit seinem Urteil 2013 vorgenom­men, aber eine neue kön­nte natür­lich auch nicht schaden.

Fritz oder Friedrich Ugri­novits senior präsen­tiert seine Ansicht­en nicht nur auf Face­book, son­dern auch auf YouTube. Neben eini­gen belan­glosen alten Videos über seine Heimat­ge­meinde Draßburg fällt da vor allem das Hitler-Flugzeug- Video ins Auge. Fünf lange Minuten wer­den Start, Flug und Lan­dung ein­er „Heil Hitler Boe­ing 747“ gezeigt. Die Trick­auf­nahme eines mit Hak­enkreuz, großem Hitler-Porträt und der Auf­schrift „Heil Hitler“ gekennze­ich­neten Flugzeugs ist mit deutsch­er Marschmusik unter­legt. Ugri­novits gefällt das – ver­mut­lich aus ähn­lichen Grün­den wie den meis­ten der 116 Post­ings zu dem Video.

Neben einem Video der Recht­srock-Band „Schlachthaus“ mit dem Song „Wir bleiben treu“ haben es auch noch das Buren­lied „Ein Kampf ist ent­bran­nt“) und zwei Ver­schwör­ervideos in die per­sön­liche Hitliste des Draßburg­er FPÖ ‑Kan­di­dat­en geschafft. Ugri­novits hat aber auch noch einen Kanal abon­niert, aus dem, wenn man ihn anklickt, sich eine unap­peti­tliche braune Soße aus anti­semi­tis­chen, xeno­phoben und schwu­len­feindlichen Videos ergießt. Der Kanal hat als Sym­bol den Henkersknoten.

Wider­lich­er Rassismus.

Nach Ein­schätzung des Bürg­er­meis­ters von Draßburg ist Ugri­novits nicht mehr so aggres­siv wie früher: „Man kann mit ihm ganz nor­mal reden, wenn man ihn im Kaf­fee­haus trifft, aber es ist in unser­er Ortschaft bekan­nt, dass er einen recht­en Ein­schlag hat“, wird er im „Stan­dard“ zitiert. Das lässt den Rückschluss zu, dass früher im Kaf­fee­haus eine nor­male Kon­ver­sa­tion mit dem FPÖ-Kan­di­dat­en eher die Aus­nahme war.

„Man kann mit ihm ganz nor­mal reden, wenn man ihn im Kaf­fee­haus trifft”… bis zu sein­er „Wende”…

Auf Face­book bevorzugt er aber nach wie vor den schrillen Ton, die meis­ten sein­er Kom­mentare „schre­it” er – in Großbuchstaben:

„ICH KANN DIESE HASSVERZERRTE, GEISTESKRANKE DRECKSVISAGE NICHT MEHR ERTRAGEN.…..“, postet er am 19.11.2016 über Angela Merkel. Ähn­lich am 20.11.2016 zu Ursu­la von der Leyen „.…und du bist eine min­der­in­tel­li­gente von ZIONISTEN und BILDERBERBERN fen­rges­teuerte unnötige KREATUR“ (Fehler im Original).

Ugri­novits gefällt dieses anti­semi­tis­che Posting.

Über die Grü­nen am 11.2.2016: „KRANKE BRUT — AB IN DIE GESCHLOSSENE MIT ANSCHLIESSENDER SICHERHEITSVERWAHRUNG.…..“.

Dazwis­chen gibt es dann immer wieder mal unver­hoh­lene Andeu­tun­gen, wie sich Ugri­novits die Zeit nach ein­er poli­tis­chen Wende ausmalt.

„DAS MUSS MAM UNBEDINGT LESEN…..diese Namen müssen wir uns merken, um dann nach der Wende…….“, schreibt er am 9. Feb­ru­ar 2016. Die Liste von Organ­i­sa­tio­nen, die ein Kam­er­ad von der AfD veröf­fentlicht, weil sie einen Aufruf für eine Demo gegen die AfD unter­stützt haben, kom­men­tiert Ugri­novits so: „die Liste dieses gesam­melten linkslinken DRECKSGESINDELS ist kopiert.…archiviert„„wird sorgfältig auf gehoben für den TAG X.…“ (24.4. 2017).

Von Mäßi­gung ist da wenig zu merken. Freilich, 2012 war er noch ärg­er. Unter dem Titel „Wichsvor­lage für Sebas­t­ian Kurz“ (natür­lich in Großbuch­staben) veröf­fentlicht er das Foto eines völ­lig über­lade­nen Zuges mit der Unter­schrift „Mit voll­dampf auf nach Auschwitz“. Die Abfrage nach seinem Lieblings­buch beant­wortete er damals mit „mein kampf“.

Jet­zt kan­di­diert Ugri­novits für die FPÖ in Draßburg.

 

 

 

➡️ Draßburg (Bgld): Wieder heftiger Einzelfall bei der FPÖ