Klagenfurt/Wien: Rechtsextreme Rohrbombenbauer?

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Im April des Vor­jah­res wur­den zwei jun­ge Kärnt­ner (damals 17 und 23) fest­ge­nom­men, weil in ihrem Zim­mer in Wien-Favo­ri­ten Tei­le von Rohr­bom­ben ent­deckt wur­den. Der Ver­dacht gegen den Jün­ge­ren war unbe­grün­det, dafür ent­deck­te die Poli­zei in der Kärnt­ner Woh­nung des Älte­ren eine regel­rech­te Bom­ben­werk­statt. Der Wie­ner Ver­fas­sungs­schutz sah damals einen rechts­extre­men Hin­ter­grund, die jetzt fer­tig­ge­stell­te Ankla­ge offen­sicht­lich nicht.

Es sind zwei Brü­der, einer davon der damals 23-Jäh­ri­ge, und ein Freund der bei­den (22), die jetzt von der Staats­an­walt­schaft Kla­gen­furt wegen der Vor­be­rei­tung eines Ver­bre­chens durch Spreng­mit­tel (§ 175 StGB) ange­klagt wer­den. Ein rechts­extre­mer Hin­ter­grund wird anschei­nend nicht ange­spro­chen in der Ankla­ge, ist aber sowohl wegen der beschrie­be­nen Wir­kung der Bom­ben, die durch Nägel „auf­ge­fet­tet“ wur­den als auch wegen des ange­klag­ten Delikts nicht auszuschließen.

Im Vor­jahr wur­de zumeist ziem­lich ver­harm­lo­send vom Bau von „Oster­b­öl­lern“ gespro­chen und ein rechts­extre­mer Hin­ter­grund weit­ge­hend aus­ge­schlos­sen. Im „Kurier“ vom 17.4.2016 fand sich dann ein ande­rer Ermittlungsansatz:

„Ein ter­ro­ris­ti­scher oder extre­mis­ti­scher Hin­ter­grund wur­de zunächst vom Ver­fas­sungs­schutz in Kärn­ten aus­ge­schlos­sen. Am Sams­tag hin­ge­gen drang aus Wie­ner Ermitt­ler­krei­sen durch, dass sehr wohl wegen des Ver­dachts des Rechts­extre­mis­mus ermit­telt wer­de. Denn in Kärn­ten gab es in den ver­gan­ge­nen Mona­ten meh­re­re Anschlä­ge und Zwi­schen­fäl­le, beson­ders im Umfeld von Asylunterkünften“.

Einen Pro­zess­ter­min gibt es noch nicht.