Rechtsextremer Kongress wegen Wahl verschoben

Ganz lieb sind die Organ­isatoren des für den 30. Sep­tem­ber 2017 angekündigten recht­sex­tremen Kon­gress­es in Linz zur FPÖ. Weil mit­tler­weile für den 15. Okto­ber die Nation­al­ratswahl vere­in­bart wurde und für die FPÖ so knapp vor der Wahl ein Kongress von Recht­sex­tremen mit besten Verbindun­gen zur FPÖ nicht unbe­d­ingt ein Burn­er wäre, haben sich die Ver­anstal­ter zur Ver­schiebung entschlossen.

Auf der offiziellen Kongress-Seite ist noch nichts von der Ver­schiebung zu bemerken, aber die Kam­er­aden von „Info-Direkt“ verkün­den schon die Botschaft. „Die Inhalte des Kon­gress­es sollen nicht durch Tage­spoli­tik und Wahlkampfgetöse über­lagert wer­den. Durch die vorge­zo­ge­nen Nation­al­ratswahlen beste­ht die Gefahr, dass der Kongress für parteis­trate­gis­che Spielchen miss­braucht wird“ , heißt es da kryptisch.

Info-Direkt verkündet (samt Logo der Veranstalter) bereits die Verschiebung auf Frühjahr 2018, die eigentliche Konferenz-Homepage informiert noch über den Termin im Herbst.

Info-Direkt verkün­det (samt Logo der Ver­anstal­ter) bere­its die Ver­schiebung auf Früh­jahr 2018, die eigentliche Kon­ferenz-Home­page informiert noch über den Ter­min im Herbst.

Parteis­trate­gis­che Spielchen“ — von wem? Wenn jemand „Spielchen“ auf­führt, dann ist das die FPÖ. Der Kongress der selb­ster­nan­nten Vertei­di­ger der „indi­ge­nen Völk­er“ und „gewach­se­nen Kul­turen“ Europas ist – so wie seine Medi­en­part­ner „Info-Direkt“ und „unzensuriert.at“ – fest im Griff der FPÖ. Der „Vere­in für Mei­n­ungs­frei­heit und unab­hängige Pub­lizis­tik“, der „Info-Direkt“ her­aus­gibt und auch das Impres­sum für die offizielle Kongress-Web­seite liefert, wird von dem Funk­tionär der Öster­re­ichis­chen Lands­man­nschaft (ÖLM), Karl Win­kler, geleit­et. uDie recht­sex­treme ÖLM ist genau­so im eng­sten Umfeld der FPÖ zu verorten wie „Info-Direkt“ und – noch deut­lich­er – „unzensuriert.at“, die als „Medi­en­part­ner“ des Kon­gress­es fir­mieren. Der Linz­er FPÖ-Stad­trat Markus Hein hat – so „pro­fil“ vom 29.5.2017 – um die Genehmi­gung ange­sucht, dass der Kongress – wie im Vor­jahr – in den Red­outen­sälen stat­tfind­en kann. FPÖ-Gen­er­alsekretär Her­bert Kickl, der im Vor­jahr als Red­ner noch den Auf­putz für den Kongress hergegeben hat, will heuer gar nichts mehr vom Kongress wis­sen. „Pro­fil“ zitiert ihn mit der Bemerkung, dass es „jen­seits meines Inter­essens­bere­ichs“ liege, ob der Kongress im Sep­tem­ber stat­tfinde oder nicht. Das klingt jeden­falls nicht nett und daher liegt „pro­fil“ mit sein­er Mut­maßung, dass „ein von Protest­stür­men begleit­eter Auf­marsch von Burschen­schaftern und recht­en Reck­en aus ganz Europa“ nicht in das Wahlkampfkonzept Kickls und der FPÖ passe, ver­mut­lich nicht daneben.

Vielle­icht aber war es ein­fach die Unfähigkeit der Ver­anstal­ter? Dem Lan­deshaupt­mann Thomas Stelz­er (ÖVP) kon­nten oder woll­ten sie jeden­falls wed­er ein Pro­gramm noch die Red­nerliste für den Herb­st-Kongress vor­legen. Im Früh­jahr 2018 soll der Kongress jet­zt stat­tfind­en: „größer und bess­er als das diesen Herb­st möglich gewe­sen wäre“, ver­sucht „Info-Direkt“ die Pleite schönzureden.

Dabei wären wir wirk­lich sehr daran inter­essiert, von den Ver­anstal­tern noch vor der Wahl zu erfahren, was für sie in Europa ein indi­genes Volk darstellt, das sie trotz Ver­schiebung ganz drin­gend vertei­di­gen wollen.