We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 4 Minuten

Erfolgreiche Klage gegen die „Identitären“

Vor weni­gen Wochen muss­ten sich Mit­glie­der der „Iden­ti­tä­ren“ vor dem Bezirks­ge­richt Inne­re Stadt ver­ant­wor­ten. Im Zen­trum des Pro­zes­ses stand die gewalt­sa­me Stür­mung einer Vor­füh­rung des Elfrie­de Jeli­nek Thea­ter­stück „Die Schutz­be­foh­le­nen“ im Audi­max der Uni Wien im April die­ses Jah­res. Wie zahl­rei­che Augenzeug_innen berich­te­ten, hat­ten Mit­glie­der der neo­fa­schis­ti­schen Grup­pie­rung mit Trans­pa­ren­ten und men­schen­feind­li­chen Paro­len die Büh­ne gestürmt und auf die­ser Kunst­blut ver­schüt­tet. Einer von der Öster­rei­chi­schen Hochschüler_innenschaft (ÖH) der Uni Wien ein­ge­brach­ten Kla­ge wegen „Besitz­stö­rung“ wur­de nun Recht gegeben.

1. Dez. 2016

Besitzstörung

Die schrift­li­che Urteils­ver­kün­dung, die der Rich­ter Wal­ter Stein­scha­den beim zwei­ten Pro­zess­ter­min am 9.11.2016 ange­kün­digt hat­te, tru­del­te nun doch schnel­ler ein als erwar­tet. Bereits drei Wochen spä­ter berich­tet die ÖH der Uni Wien in einer Aus­sendung davon, dass die Kla­ge erfolg­reich ver­lau­fen ist. Zehn an der Akti­on betei­ligt gewe­se­ne Mit­glie­der der „Iden­ti­tä­ren“, zu denen u.a. Mar­tin und Tho­mas Sell­ner sowie auch Ali­na Wyche­ra zähl­ten, wur­den tat­säch­lich wegen „Besitz­stö­rung“ verurteilt.

Vorstellung "Die Schutzbefohlen" im audimax der Uni Wien,14.04.2016 - Bildquelle: Armin Rudelstorfer (c)
Stür­mung der Vor­stel­lung „Die Schutz­be­foh­len” im audi­max der Uni Wien, 14.04.2016 — Bild­quel­le: Armin Rudels­tor­fer ©

So heißt es im „End­be­schluss“ der Urteilsbegründung:

Die Beklag­ten haben dadurch, dass sie am 14.04.2016 in das Audi­max der Universität, Universitätsring 1, 1010 Wien, eigenmächtig ein­ge­drun­gen sind, den ruhi­gen Besitz der Klägerin an den Räumlichkeiten des Audi­max der Universität Wien gestört.“ Das Betre­ten des Audi­max durch die Beklag­ten erfolg­te „in einer Wei­se, die dar­auf abziel­te, eine lau­fen­de Ver­an­stal­tung zu unter­bre­chen und die Auf­merk­sam (sic!) aller anwe­sen­den Per­so­nen auf sich zu ziehen.

Wei­ters stell­te das Gericht fest, dass „die von ihnen gesetz­ten Hand­lun­gen nicht den Nut­zungs­vor­stel­lun­gen der kla­gen­den Par­tei ent­spre­chen“ und dadurch die „beab­sich­tig­te Ver­wen­dung“ der durch die ÖH ange­mie­te­ten Räum­lich­keit „verunmöglicht“ wurde.

Was nun als poli­ti­scher oder zumin­dest als mora­li­scher Erfolg ver­bucht wer­den kann, ist jedoch ange­sichts der (re)traumatisierenden Erfah­rung die­ses Angriffs ins­be­son­de­re für die Schauspieler_innen des Thea­ter­stücks, bei denen es sich zu einem gro­ßen Teil um Geflüch­te­te han­del­te, nur ein klei­ner Trost.

Weitere Ermittlungen?

Die aktu­el­le Umtrie­big­keit der neo­fa­schis­ti­schen „Iden­ti­tä­ren“ fin­det – spät aber doch – jedoch auch in wei­te­ren Ver­fah­ren Beach­tung. Erst vor weni­gen Wochen wur­den auch die Ermitt­lun­gen gegen wei­te­re Mit­glie­der der „Iden­ti­tä­ren“ abge­schlos­sen, die im Juni die­ses Jah­res mit men­schen­ver­ach­ten­den Paro­len eine Vor­le­sung an der kla­gen­fur­ter Uni­ver­si­tät gestürmt und dabei auch den Rek­tor atta­ckiert hat­ten. Einem, dem Gra­zer Ober­lan­des­ge­richt vor­lie­gen­der, Vor­ha­bens­be­richt zufol­ge wird ihnen dabei „Ver­het­zung, Mit­glied­schaft in einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung, Stö­rung einer Ver­samm­lung und Her­ab­wür­di­gung reli­giö­ser Leh­ren“ vor­ge­wor­fen. Es ist zu erwar­ten, dass es zu einem Pro­zess kom­men wird, ein genau­er Ter­min ist jedoch bis­lang noch nicht bekannt.

Kei­nen Pro­zess gab es aller­dings in einer wei­te­ren, straf­recht­lich rele­van­ten Ange­le­gen­heit im Zusam­men­hang mit „Iden­ti­tä­ren“. Anfang Jän­ner 2016 waren meh­re­re Aktivist_innen auf ihrem Heim­weg von einer anti­fa­schis­ti­schen Demons­tra­ti­on in Graz von meh­re­ren, u.a. mit Schlag­stö­cken bewaff­ne­ten, Män­nern kör­per­lich atta­ckiert wor­den. Die Täter hat­ten sich im Zuge des Angriffs selbst zu den „Iden­ti­tä­ren“ bekannt.

Trotz umfas­sen­den Foto­ma­te­ri­als und ärzt­li­chen Attes­ten berich­te­te derstandard.at (5.7.16), dass die Staats­an­walt­schaft „den Anti­fa­schis­ten kei­ne ‚erhöh­te Glaub­wür­dig­keit’ zuspre­chen“ wür­de und ihre „Ver­let­zun­gen ’nicht zuor­den­bar’“ gewe­sen sei­en. Zudem sei es kei­ne schwe­re Kör­per­ver­let­zung gewe­sen weil es dafür einen unmit­tel­ba­ren Täter bräuch­te und wegen feh­len­der schwe­rer Kör­per­ver­let­zung kön­ne der Angriff auch kein Rauf­han­del gewe­sen sein. Bei dem Schlag­stock hand­le es sich zudem um kei­ne ver­bo­te­ne Waf­fe. Gera­de weil der Angriff jedoch ver­deut­licht, dass Mit­glie­der der neo­fa­schis­ti­schen „Iden­ti­tä­ren“ über eine gro­ße Gewalt­be­reit­schaft ver­fü­gen und kei­ne Scheu zei­gen, die­se gegen ihre poli­ti­schen Gegner_innen anzu­wen­den, bleibt die Ein­stel­lung der Ermitt­lun­gen hinterfragenswert.

Laut Recher­che Wien soll es auch eini­ge per­so­nel­le Über­schnei­dun­gen zwi­schen den Betei­lig­ten am Anti-Anti­fa-Angriff in Graz sowie der Audi­max-Stür­mung gege­ben haben. Auf besag­ter Inter­net­sei­te wer­den zudem deut­lich mehr an der Audi­max-Stür­mung betei­lig­te Per­so­nen iden­ti­fi­ziert, als sich dann tat­säch­lich vor Gericht ver­ant­wor­ten muss­ten. Ins­ge­samt sol­len näm­lich 40 bis 50 Aktivist_innen bei der „Stör­ak­ti­on“, wie die „Iden­ti­tä­ren“ ihren „Aktio­nis­mus“ selbst ver­harm­lo­send beschrei­ben, mit­ge­macht haben.

Und nun?

Ein Besitz­stö­rungs­ver­fah­ren endet übri­gens mit einem Beschluss, in dem ent­we­der ein Gebot oder Ver­bot aus­ge­spro­chen wird. Im Fall des vor­lie­gen­den Pro­zess bedeu­tet dies, dass die Beklag­ten die „näher bezeich­ne­te oder ähnliche Störungen zu unter­las­sen“ haben. Gleich­zei­tig erkann­te der Rich­ter in sei­nem Urteil jedoch auch, dass es sich im kon­kre­ten Fall um eine „Störung mit Störungsbewusstsein“ han­deln wür­de, also dass die „Iden­ti­tä­ren“ genau wuss­ten, was sie taten. Die­ser Umstand „indi­ziert für das Gericht die Wie­der­ho­lungs­ge­fahr“. Gera­de ange­sichts der Unbe­lehr­bar­keit der selbst ernann­ten Abendlandretter_innen ist lei­der zu ver­mu­ten, dass das Gericht dabei Recht behal­ten wird. Vor­erst soll­ten sich die „Iden­ti­tä­ren“ jedoch mal wie­der um Geld bemü­hen, da sie für die ent­stan­de­nen Pro­zess­kos­ten auf­kom­men müssen.

Wei­te­re Arti­kel zum Thema:
15. April 2016, Saal­sturm durch rechts­extre­me Pöbeltruppe
26. August 2016, Blut und Tod – die rechts­extre­me Sym­bo­lik der Identitären

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Identitäre | Kärnten/Koroška | Klage | Körperverletzung | Steiermark | Wien

Beitragsnavigation

« Ried im Innkreis: Neonazi drohte mit Machete
Gertrude und die FPÖ »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter