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Salzburgs neue FPÖ-Spitze

Schon seit der Spal­tung im Som­mer des Vor­jah­res ist im Prin­zip klar, wer die neue Füh­rungs­spit­ze der Salz­bur­ger FPÖ bil­den soll. Jetzt end­lich hat der inte­ri­mis­ti­sche Lan­des­par­tei­ob­mann Andre­as Schöppl vor­ge­stellt, wer ihm nach­fol­gen und Mit­te Juni an die Spit­ze der Salz­bur­ger Lan­des­par­tei gewählt wer­den soll. Zwei Säbel­stu­den­ten und ein Bezirks­par­tei­ob­mann wer­den in der Män­ner­par­tei FPÖ der neu­en Vor­sit­zen­den Mar­le­ne Sva­zek assistieren.

2. Mai 2016

Ihr Coming Out hat­te Mar­le­ne Sva­zek (24) im Juni des Vor­jah­res. Damals ver­öf­fent­lich­te die „lang­jäh­ri­ge FPÖ-Funk­tio­nä­rin“ (unzensuriert.at) auf Face­book eine Abrech­nung mit Karl Schnell. Der hat­te ein Monat zuvor mit ihr und eini­gen Funk­tio­nä­ren in der FPÖ abge­rech­net. Sva­cek, die sei­ne Mit­ar­bei­te­rin war, wur­de gekün­digt, ande­re, wie der dama­li­ge Salz­bur­ger Gemein­de­rat Andre­as Reindl, wur­den aus der Par­tei aus­ge­schlos­sen. Eini­ge Mona­te zuvor hat­te Reindl mit dem spä­te­ren inte­ri­mis­ti­schen Vor­sit­zen­den Schöppl abge­rech­net und ihn als Klub­ob­mann im Salz­bur­ger Gemein­de­rat abge­setzt.


Blaue Schlamm­schlacht

Anfang Juni 2015 erfolg­te dann eine wei­te­re Abrech­nung. Dies­mal waren Karl Schnell, lang­jäh­ri­ger Klub­ob­mann der FPÖ im Land­tag und Rupert Dopp­ler, der Lan­des­par­tei­ob­mann, dran. Sie wur­den stan­te pede von Stra­che aus­ge­schlos­sen, was die Spal­tung der Lan­des­par­tei bedeutete.

Mit­te Juni, also ziem­lich spät, erfolg­te dann die Abrech­nung der Mit­ar­bei­te­rin von Schnell, Mar­le­ne Sva­zek mit ihrem (Ex-)Chef. Ein Buch könn­te sie schrei­ben, so Sva­zek in ihrem Face­book-Ein­trag vom 16. Juni 2015, „über die mensch­li­chen Ent­täu­schun­gen und die Abgrün­de in Men­schen, die sich an Geld und Man­da­te klam­mern“. Hat sie dann aber doch nicht gemacht, son­dern wur­de wenig spä­ter FPÖ- Landesparteisekretärin.

Beim außer­or­dent­li­chen Par­tei­tag im Juli brach­te sie die Dele­gier­ten zum Joh­len. Die „Kro­ne“ (14.7.15) schrieb, sie „mach­te ihre Späß­chen über Gen­der­aus­wüch­se sowie schwu­le Ampel­männ­chen und schlug vor, man möge doch Con­chi­ta Wurst als nächs­te Buhl­schaft im ‚Jeder­mann’ enga­gie­ren“. Das qua­li­fi­ziert zu Höhe­rem in der FPÖ! Als sie dann im August noch einen Leser­brief in der „Kro­ne“ plat­zie­ren konn­te, in dem sie sich dar­über empör­te, dass „selbst ernann­te musi­ka­li­sche Moral­apos­tel“ bei einer „Jedermann“-Aufführung die „Inter­na­tio­na­le“ anstimm­ten, als sie Stra­che im Publi­kum erblick­ten, dürf­te sie sich damit an die Spit­ze geschrie­ben haben.

Sva­zek, die für die FPÖ im Gemein­de­rat von Groß­gmain sitzt, ist seit vori­gem Som­mer übri­gens nicht nur Lan­des­par­tei­se­kre­tä­rin gewe­sen, son­dern auch Assis­ten­tin von Harald Vilims­ky, dem FPÖ-EU-Par­la­men­ta­ri­er. Falls sie zur FPÖ-Obfrau gewählt wer­de, wür­de sich die Mul­ti­funk­tio­nä­rin „gänz­lich aus Brüs­sel zurück­zie­hen“.

Der neu­en blau­en Füh­rungs­gar­ni­tur in Salz­burg sol­len auch zwei Waf­fen­stu­den­ten ange­hö­ren: Sicher ist sicher! Der eine ist Andre­as Hoch­wim­mer, der so wie Sva­zek aus dem RFJ kommt, Mit­glied der schla­gen­den und deutsch­na­tio­na­len aka­de­mi­schen Lands­mann­schaft der Salz­bur­ger zu Salz­burg ist und bis­her neben Sva­zek eben­falls als Lan­des­par­tei­se­kre­tär fungierte.

Der ande­re Säbel­stu­dent an der Spit­ze der Salz­bur­ger FPÖ ist der Jurist und aus­ge­bil­de­te Notar Vol­ker Rei­fen­ber­ger. „Er ist Mit­glied meh­re­rer Mit­tel­schul- und Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen – unter ande­rem des schla­gen­den ‚Corps Fran­ko­nia-Brünn’, das die Men­sur als ’nicht zu unter­schät­zen­den Bau­stein der Per­sön­lich­keits­bil­dung’ sieht.“ (derstandard.at, 15.7.15)

Schöppl hat­te schon im Dezem­ber des Vor­jah­res der „Kro­ne“ erklärt, war­um er auf die­se stram­men Par­tei­ju­gend­li­chen sein Augen­merk gelenkt habe: weil sie so ein schlim­mes Schick­sal in der FPÖ erlebt hät­ten. „Sie wur­den bis­her aus­ge­grenzt.” (Kro­ne, 2.12. 15) Unglaub­lich, wel­che Dra­men sich da in der Salz­bur­ger FPÖ abge­spielt haben müs­sen: bru­ta­le Aus­gren­zung von Säbel­stu­den­ten und RFJ-Funktionären!

Fast schon Sati­re ist die Ankün­di­gung von Sva­zek, dass es unter ihr kei­nen Rechts­ruck geben wer­de. Ist auch nicht nötig! Bestechend ihre Argu­men­ta­ti­on dazu: „Links, rechts das ist über­holt.“ (Kro­nen Zei­tung, 30.4.16)

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