Salzburgs neue FPÖ-Spitze

Schon seit der Spal­tung im Som­mer des Vor­jahres ist im Prinzip klar, wer die neue Führungsspitze der Salzburg­er FPÖ bilden soll. Jet­zt endlich hat der inter­im­istis­che Lan­desparteiob­mann Andreas Schöp­pl vorgestellt, wer ihm nach­fol­gen und Mitte Juni an die Spitze der Salzburg­er Lan­despartei gewählt wer­den soll. Zwei Säbel­stu­den­ten und ein Bezirksparteiob­mann wer­den in der Män­ner­partei FPÖ der neuen Vor­sitzen­den Mar­lene Svazek assistieren.

Ihr Com­ing Out hat­te Mar­lene Svazek (24) im Juni des Vor­jahres. Damals veröf­fentlichte die „langjährige FPÖ-Funk­tionärin“ (unzensuriert.at) auf Face­book eine Abrech­nung mit Karl Schnell. Der hat­te ein Monat zuvor mit ihr und eini­gen Funk­tionären in der FPÖ abgerech­net. Svacek, die seine Mitar­bei­t­erin war, wurde gekündigt, andere, wie der dama­lige Salzburg­er Gemein­der­at Andreas Reindl, wur­den aus der Partei aus­geschlossen. Einige Monate zuvor hat­te der Andreas Reindl mit dem späteren inter­im­istis­chen Vor­sitzen­den Andreas Schöp­pl abgerech­net und ihn als Klubob­mann im Salzburg­er Gemein­der­at abge­set­zt.


Blaue Schlamm­schlacht
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Anfang Juni 2015 erfol­gte dann eine weit­ere Abrech­nung. Dies­mal waren Karl Schnell, langjähriger Klubob­mann der FPÖ im Land­tag und Rupert Doppler, der Lan­desparteiob­mann, dran. Sie wur­den stante pede von Stra­che aus­geschlossen, was die Spal­tung der Lan­despartei bedeutete.

Mitte Juni, also ziem­lich spät eigentlich, erfol­gte dann die Abrech­nung der Mitar­bei­t­erin von Schnell, Mar­lene Svazek mit ihrem (Ex-) Chef. Ein Buch kön­nte sie schreiben, so Svazek in ihrem Face­book-Ein­trag vom 16. Juni 2015, „über die men­schlichen Ent­täuschun­gen und die Abgründe in Men­schen, die sich an Geld und Man­date klam­mern“. Hat sie dann aber doch nicht gemacht, son­dern wurde wenig später FPÖ- Landesparteisekretärin.

Beim außeror­dentlichen Parteitag im Juli brachte sie die Delegierten zum Johlen. Die „Kro­ne“ (14.7.2015) schrieb , sie „machte ihre Späßchen über Gen­der­auswüchse sowie schwule Ampelmän­nchen und schlug vor, man möge doch Con­chi­ta Wurst als näch­ste Buhlschaft im „Jed­er­mann“ engagieren“. Das qual­i­fiziert zu Höherem in der FPÖ! Als sie dann im August noch einen Leser­brief in der „Kro­ne“ platzieren kon­nte, in dem sie sich darüber empörte, dass „selb­st ernan­nte musikalis­che Morala­pos­tel“ bei ein­er „Jedermann“-Aufführung die „Inter­na­tionale“ anstimmten, als sie Stra­che im Pub­likum erblick­ten, dürfte sie sich damit an die Spitze geschrieben haben.

Svazek, die im Gemein­der­at von Großg­main für die FPÖ sitzt, ist seit vorigem Som­mer übri­gens nicht nur Lan­desparteisekretärin gewe­sen, son­dern auch Assis­tentin von Har­ald Vil­im­sky, dem FPÖ-EU-Par­la­men­tari­er. Falls sie zur FPÖ-Obfrau gewählt werde, würde sich die Mul­ti­funk­tionärin „gän­zlich aus Brüs­sel zurückziehen“. Wow!

Der neuen blauen Führungs­gar­ni­tur in Salzburg sollen auch zwei Waf­fen­stu­den­ten ange­hören: sich­er ist sich­er! Der eine ist Andreas Hochwim­mer, der so wie Svazek aus dem RFJ kommt, Mit­glied der schla­gen­den und deutschna­tionalen akademis­chen Lands­man­nschaft der Salzburg­er zu Salzburg ist und bish­er neben Svazek eben­falls als Lan­desparteisekretär fungierte.

Der andere Säbel­stu­dent an der Spitze der Salzburg­er FPÖ ist der Jurist und aus­ge­bildete Notar Volk­er Reifen­berg­er. „Er ist Mit­glied mehrerer Mit­telschul- und Stu­den­ten­verbindun­gen – unter anderem des schla­gen­den „Corps Franko­nia-Brünn”, das die Men­sur als „nicht zu unter­schätzen­den Baustein der Per­sön­lichkeits­bil­dung” sieht“ (derstandard.at).

Schöp­pl hat­te schon im Dezem­ber des Vor­jahres der „Kro­ne“ erk­lärt, warum er auf diese stram­men Partei­ju­gendlichen sein Augen­merk gelenkt habe: weil sie so ein schlimmes Schick­sal in der FPÖ erlebt hät­ten: “Sie wur­den bish­er aus­ge­gren­zt“ (Kro­ne, 2.12. 2015). Unglaublich, welche Dra­men sich da in der Salzburg­er FPÖ abge­spielt haben müssen: bru­tale Aus­gren­zung von Säbel­stu­den­ten und RFJ-Funktionären!

Fast schon Satire ist die Ankündi­gung von Svazek, dass es unter ihr keinen Recht­sruck geben werde. Ist auch nicht nötig! Bestechend ihre Argu­men­ta­tion dazu: „Links, rechts das ist über­holt“ (Kro­ne, 30.4.2016).