FPÖ: Einer geht, einer kommt

Friedrich Wiedermann, der ausgetretene Salzburger FPÖ-Landtagsabgeordnete ist kaum erst bei der Tür raus, da kommt schon bei der nächsten Tür einer rein. Andreas Reindl, der Salzburger Gemeinderat, der gern daneben steht, wurde – zumindest für die Öffentlichkeit überraschend – Anfang dieser Woche zum Klubobmann der FPÖ im Salzburger Gemeinderat gewählt und löst damit Andreas Schöppl ab, der rausgehen will.

In der Vorwoche erklärte Klubobmann Schöppl, dass die FPÖ „voll und ganz hinter Reindl“ stehe. Das war, weil Reindl daneben stand, bei der Demo der Identitären . Oder doch nicht? Der „Plattform gegen Rechts in Salzburg“ fiel auf, dass Reindl gegenüber den Bezirksblättern etwas ganz anderes behauptete: „Ich vermute, dass ich da hineingeschnitten wurde. Auf dem Foto sieht man, dass die Beine und der Körper nicht zusammenpassen. Außerdem erinnere ich mich, dass ich an dem Abend einen grauen Mantel und keine schwarze Jacke getragen habe“.


„Plattform gegen Rechts in Salzburg“

Eine Foto-Manipulation behauptete da der Reindl, denn eigentlich sei er viel weiter weg, nämlich dahinter gestanden! Die Foto-Agentur, von der das Bild stammt, wies den Vorwurf entschieden zurück.

Zumindest stimmt das, was Schöppl behauptete: die Fraktion steht hinter Reindl, egal ob der daneben oder dahintersteht. Völlig enthusiasmiert kehrten die vier Gemeinderäte der FPÖ (ohne Schöppl) vom freiheitlichen Neujahrstreffen mit Strache in die Stadt Salzburg zurück und berichteten auf FB: „Wir als freiheitliche Gemeinderäte der Stadt Salzburg nehmen die mehr als positive Stimmung vom Neujahrstreffen in Wien mit nach Hause! 2015 wird unser Jahr! Einer für alle, alle für einen!“ – Das kann auch manchmal bedeuten, dass alle gegen einen sind!

Der bisherige Klubobmann Schöppl kaut noch an seiner Lektion, weiß aber: „Für mich kam das ohne Vorwarnung und völlig überraschend. Es gab vorher keinen Streit“. – Da stand schon wieder einer daneben! Seine Ämter will Schöppl niederlegen, aber in der Partei will er bleiben, erklärte er den „Salzburger Nachrichten“ (21.1.15). Der andere, der gerade gegangen ist, Friedrich Wiedermann, machte es umgekehrt: Partei und Klub verlassen, aber Mandat behalten. Die Wahl von Andreas Reindl stellt jedenfalls einen Rechtsruck dar.