Kroatien: Gott als Designer und die Partisanen eine Tragödie?Lesezeit: 2 Minuten

Noch ist der Kul­tur­mi­nis­ter der neu gebil­de­ten kroa­ti­schen Regie­rung im Amt, doch sein Ruf wird von Tag zu Tag schlech­ter. Jetzt ist Zlat­ko Has­an­be­go­vić schon wie­der mit extrem rech­ten Aus­sa­gen auf­ge­fal­len. Im Hin­ter­grund zeigt schon der nächs­te Rück­tritts­kan­di­dat auf: aus­ge­rech­net der für Wis­sen­schaft und Erzie­hung zustän­di­ge Minis­ter Pred­rag Šustar outet sich als Ver­tre­ter des „Intel­li­gent […]

26. Feb 2016

Pred­rag Šustar hat für ein theo­lo­gi­sches Maga­zin im Jahr 2012 einen Bei­trag ver­fasst, in dem er dar­über sin­nier­te, wie die Welt ent­stan­den sein könn­te. Für den jet­zi­gen Wis­sen­schafts­mi­nis­ter kann die Wis­sen­schaft kei­ne aus­rei­chen­de Erklä­rung lie­fern im Gegen­satz zur Reli­gi­on, die mit der Theo­rie vom ‚Intel­li­gent Design‘ Gott als den intel­li­gen­ten Schöp­fer oder Urhe­ber anbie­ten könne.


War­um nur Intel­li­gent Design? Intel­li­gent Falling!
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Mitt­ler­wei­le ist Šustar als Minis­ter für Erzie­hung und Wis­sen­schaft zustän­dig und nicht nur kroa­ti­sche Wis­sen­schaf­te­rIn­nen sind besorgt über die unhalt­ba­ren und kei­nes­wegs von irgend­ei­ner Wis­sen­schaft gestütz­ten Ansich­ten des Minis­ters, der mit sei­nen Ansich­ten selbst hin­ter die offi­zi­el­len Posi­tio­nen der katho­li­schen Kir­che und von Papst Fran­zis­kus zurück­fällt. Noch hat sich Šustar nicht nega­tiv über die Erkennt­nis­se von Gali­leo Gali­lei zum koper­ni­ka­ni­schen Welt­bild geäu­ßert, aber wer weiß, was da noch kommt?

Aus Euro­pa kommt jeden­falls wenig bis kei­ne Kri­tik. Obwohl etwa der Euro­pa­rat vor der Ver­brei­tung von Krea­tio­nis­mus an Schu­len gewarnt hat, gibt es bis­lang kei­ne Kri­tik oder erkenn­ba­re Besorg­nis aus Euro­pa- weder vom Euro­pa­rat noch von der EU.

Glei­ches gilt für den Kul­tur­mi­nis­ter Has­an­be­go­vić , der noch bis vor einer Woche ver­sucht hat, die Kri­tik an sei­ner rechts­extre­men Ver­gan­gen­heit und sei­nen Posi­tio­nen klein­zu­re­den und als Ver­schwö­rung abzutun..

Das soll­te eigent­lich nicht län­ger mög­lich sein, denn jetzt ist ein Video aus dem Jahr 2012 auf­ge­taucht, in dem er das Ende des Nazi-Vasal­len­staa­tes NDH und den Sieg der Tito-Par­ti­sa­nen als „größ­te Tra­gö­die der Geschich­te Kroa­ti­ens“ bezeich­net hat­te.

Nor­ma­ler­wei­se müss­te das für einen sofor­ti­gen Rück­tritt in jedem demo­kra­ti­schen Staat rei­chen – aber wir haben damit in Öster­reich eben­falls gegen­tei­li­ge Erfah­run­gen. Im „Stan­dard“ (26.2.2016) ver­mu­tet Adel­heid Wölfl, dass der Chef der rech­ten Regie­rungs­par­tei HDZ, Kara­mar­ko, nicht nur wegen sei­ner per­sön­li­chen Bezie­hung zu Has­an­be­go­vić mit des­sen Abset­zung zöge­re, son­dern auch, weil er erst vor weni­gen Tagen den Vete­ra­nen­mi­nis­ter ent­las­sen muss­te: „Ein wei­te­rer Abgang wür­de die Glaub­wür­dig­keit sei­ner Per­so­nal­po­li­tik unter­höh­len“.

Wei­te­re Infos bei Bal­kansto­ries.

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