Der seltsame Zeuge (II)

Auf seinem Face­book-Pro­fil gibt er an, seit 1987 als „Kindergärt­ner & Hort­erzieher“ beim Jugen­damt Wien tätig zu sein. Das kann so nicht stim­men, denn vor 12 Jahren will Wolf­gang H., der vom grü­nen Lan­desrat Rudi Anschober wegen Ver­het­zung angezeigt wurde, in einem islamis­chen Kinder­garten tätig gewe­sen sein und dort eine Broschüre über die Erziehung zum Dschi­had bemerkt haben. Der Hin­weis auf seinen Arbeit­ge­ber hat aber etliche Men­schen, die seine Post­ings gele­sen haben, nach­haltig verstört.

Sollte Wolf­gang H. tat­säch­lich in einem Kinder­garten oder Hort der Gemeinde Wien tätig sein, dann sollte sich der Arbeit­ge­ber eher sehr rasch um seinen Dien­st­nehmer küm­mern, denn Wolf­gang H. ist mehr als auffällig.

Am 23. Juli postete H. auf Facebook:

„ekel­haft sind: Vagi­nas, Tit­ten, Men­stru­a­tion, Schei­densekret. Über­haupt der ganze weib­liche Kör­p­er mit­samt dem weib­lichen Hirn und sein­er weib­lichen Men­tal­ität ist abso­lut abstoßend und Ekel erre­gend“.

Ger­hard F. beze­ich­net den Frauen­has­s­er und ‑het­zer H. deshalb als „Vollp­fos­ten“ und weist sor­gen­voll darauf hin , dass H. ja beim Jugen­damt arbeite. Die Ablehnung sein­er Posi­tio­nen, ja eigentlich jede Form von Kri­tik oder auch Beschimp­fun­gen machen Wolf­gang H. aber erst so richtig an.

Im Vor­jahr wird auf der frag­würdi­gen deutschen FB-Seite „Mur zur Real­ität“ das Urteil in einem Kinder­schän­der­prozess kri­tisiert. Ein 20-Jähriger wurde wegen schw­eren sex­uellen Miss­brauchs von Kindern in 103 Fällen und sex­uellen Miss­brauchs von Kindern in weit­eren 62 Fällen zu ein­er Jugend­strafe von zwei Jahren verurteilt.


Unter­ti­tel: Von der FB-Seite „Mut zur Realität.Info“
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Der Tenor von Kom­men­tar und Usern ist ein­deutig: das Urteil ist ihnen zu milde. Der Beitrag vom 16.10.2013 erhält unfass­bare 176.000 Teilun­gen. 18.000 Post­ings wer­den abgegeben. Bald konzen­tri­ert sich die Emo­tion auf einen einzi­gen User, der weit mehr als ein­tausend Post­ings ver­fasst: Wolf­gang H.! Der wird nicht müde, immer wieder in unzäh­li­gen Vari­anten darauf hinzuweisen, dass er die Strafe von zwei Jahren Haft für dutzend­fachen Kindesmiss­brauch „viel zu hart, echt gemein und totale Staatswillkür“ find­et. „Schin­derei für nichts, nur wegen ein biss­chen rum­machen“. An ander­er Stelle: „Vergesst den Kinder­sex. Wir haben jet­zt andere Sorgen“.

Das alles kön­nte man noch eventuell als den selb­st­losen Ein­satz eines Kämpfers für Mei­n­ungs­frei­heit miss­in­ter­pretieren, wären da nicht auch die allzu deut­lichen Hin­weise auf sich selbst:

“Ich werde euch was sagen: der „Miss­brauch“ war GEIL“ (23.3.14).

Über viele Monate schlägt sich H. unter dem Thread vom 16.Oktober2013 um sich, bis er am 24. August 2014 eingesteht:

„Ich bin nicht bloß schwul, son­dern ich mag gerne pubertierende Jungs, und daraus mache ich auch kein allzu großes Geheim­nis“.

Im Juli 2015 postet er dann ganz offen und zynisch:

„auch ich würde sehr gerne einen jun­gen, vielle­icht 14- bis 18-jähri­gen Südlän­der-Jun­gen hier bei mir aufnehmen. Falls es sich um einen net­ten Burschen han­delt, der in sein­er Heimat sowieso bere­its wegen homo­sex­ueller Ten­den­zen in Schwierigkeit­en ger­at­en ist, umso bess­er“.

Auf Nach­frage, wie das zu ver­ste­hen sei, wird er noch deutlicher:

„außer­dem ist mir ein richtiger, hand­fester, echter südländis­ch­er JUNGE in mein­er Woh­nung zehn­tausend Mal lieber als eine der ekel­haft arro­gan­ten, strup­p­dum­men jun­gen Gen­der­schwuchteln von „Die Grü­nen ander­srum“ oder von der sozial­is­tis­chen HoSi irgend­wo auf unserem Kon­ti­nent. Mit diesem IQ-freien Gesin­del ist jede humanoide Kom­mu­nika­tion völ­lig unmöglich“.

Wie passt das alles zusam­men? Auf der einen Seite Het­zereien gegen Schwule wie Johannes W. („ver­lo­gene Dreckss­chwuch­tel“), den Wiener Bürg­er­meis­ter („Oberkinder­fick­er“), den grü­nen Lan­desrat Anschober von der „Kinder­fick­er­partei“, auf der anderen sein offenes Beken­nt­nis zur Pädophilie, das neben sein­er poli­tis­chen Vor­liebe für die Gruppe „Nation­al Partei Öster­re­ich“, Pegi­da, Bar­bara Rosenkranz und die Gruppe FPÖ auf Face­book ste­ht? In der Gruppe FPÖ tauscht sich Wolf­gang H. nicht nur über den „islamis­chen Ansturm“, die „islamistis­che Inva­sion“ aus, son­dern holt sich auch Unter­stützung gegen Rudi Anschober, der ihn wegen Ver­het­zung und Ver­dacht der NS-Wieder­betä­ti­gung angezeigt hat.


Vom FB-Kon­to von W.H.
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Für H. ist es nicht die erste Anzeige. Auf einem Blog postete H. schon 2012 , dass man – „erfol­g­los“ — ver­sucht habe, „mich über die Jus­tiz an ein Hak­enkreuz zu nagen („NS-Wieder­betä­ti­gung“)”.

2015 bemerkt dann ein früher­er Fre­und von H., dass sich der frühere Fre­und völ­lig gewan­delt habe: “… im let­zten Jahr hat er sich öfters im Face­book querulierend bemerk­bar gemacht, gegen die Grü­nen und Roten Parteien, gegen Homo­sex­uelle Grup­pierun­gen, obwohl er sich selb­st in der Öffentlichkeit zu sein­er Homo­sex­u­al­ität beken­nt, und vor allem gegen Asy­lanten, Flüchtlinge und Men­schen und Vere­ine, die sich für diese Mit­bürg­er ein­set­zen“.

Der frühere „dicke“ Fre­und ent­fre­un­det und dis­tanziert sich öffentlich auf FB von Wolf­gang H., nach­dem er fol­gen­des bemerkte:

„Plöt­zlich begann er mir auf meinem pri­vatem Face­bookpro­fil, in mein­er Chronik Filme von Reden eines gewis­sen Thor von Wald­stein über Metapoli­tik und Parteipoli­tik zu posten, der zumin­d­est im Wikipedia als Anwalt von Holo­caustleugn­ern bekan­nt ist, und sich in diversen ger­ade noch legalen recht­sradikalen Vere­inen, Organ­i­sa­tio­nen und Parteien tum­melt, und dort pseudowis­senschaftliche Refer­ate hält“.

In der Gruppe „FPÖ“ out­et sich Wolf­gang H. natür­lich nicht als Schwuler und Pädophiler, ern­tet daher viel Sym­pa­thie für seine Het­ze gegen Anschober und Flüchtlinge. Die ein­schlägig bekan­nten Kam­er­aden James M. und Ronald T. sprechen ihm Mut zu („sei ohne Sorge“, „Ein­schüchterungsstrate­gie“).

Als in der offe­nen Gruppe FPÖ das Hetz-Post­ing „Wiener Kinder­garten ruft zu Jihad auf“ veröf­fentlicht, stellt H. das Fak­sim­i­le ein­er Seite aus der Broschüre von Fati­ma Grimm dazu. Der selt­same Zeuge, der sich nicht als solch­er out­et, erhält auch Gegen­wind von ander­er Seite. Im „Kuri­er“ (2.12.15) spricht die ehe­ma­lige Lei­t­erin des Kinder­gartens von „Ruf­mord“ , beze­ich­net die Anzeige als „Frech­heit“ und den selt­samen Zeu­gen als „Lügn­er“. Die Stadt Wien, die mit ein­er Son­derin­spek­tion auf die Vor­würfe von H. reagierte, hat „nichts Verdächtiges“ gefun­den, berichtet der „Kuri­er“. Vielle­icht , weil die Stadt bei der falschen Stelle gesucht hat? Nicht der Kinder­garten, son­dern der Kindergärt­ner ist das Problem!

Siehe auch:
„Der selt­same Zeuge – ein Het­zer und ….?“
„Der Dschi­had, die SS, eine Broschüre und ein selt­samer Zeuge“