Hohenems (II): Neonazi-Schmierer mit Kontakten

Die Vorarlberger Polizei meldete , dass als mutmaßlicher Täter für die neonazistischen Schmierereien und Friedhofsschändungen ein 17-jähriger Hohenemser verhaftet werden konnte. Der junge Neonazi wurde am Mittwoch, 28.10. nach einer Hausdurchsuchung, bei der er versuchte, eine Beamtin mit einer Eisenstange zu attackieren, festgenommen. Mit der Einschätzung der Polizei, wonach es sich um einen Einzeltäter handelt, der keiner rechten Gruppierung zuzuordnen ist, haben wir ein Problem.

Wir wollen nicht verschweigen, dass wir den jetzt Verdächtigten schon vor seiner Festnahme am Mittwoch, die ziemlich turbulent verlaufen sein dürfte, im Visier hatten. Die Vorarlberger Neonazi-Szene ist vor allem mit deutschen Neonazis und ihren Gruppierungen seit Jahren bestens vernetzt. Die „Nationale Aktion Vorarlberg“ (NAV), die bis 2014 aktiv war, hatte beste Beziehungen zum „Freien Netz Süd“, der aggressivsten neonazistischen Formation im bayerischen Raum.


Wie recht er doch hat!

2012 marschierten bayerische und Vorarlberger Neonazis zum „Heldengedenken“ am Hohenemser Friedhof auf, 2014 entsandten die Vorarlberger eine Delegation zur 1. Mai-Demo des „III.Weg“ nach Plauen, eine der letzten Aktionen der NAV.


Demo des III.Weg in Plauen mit Vorarlberg-Begleitung

Die NAV bzw. das „Freie Netz Süd“ und dessen Nachfolgeorganisation „Der III. Weg“ waren und sind Bezugspunkte für die Vorarlberger Neonazis. Auch der jetzt Festgenommene passt da gut dazu. Auf Facebook posiert er mit einem T-Shirt vom „III.Weg“. Zu seinen FB-Freundschaften gehört ein bekannter krimineller Münchner Neonazi vom III. Weg.



Beide sind Neonazis vom III.Weg, aber wer ist der Einzeltäter?

Der Verdächtige, der bei der Hausdurchsuchung eine Polizistin mit einer Eisenstange attackieren wollte, hat auch noch Kontakte zu anderen deutschen Neonazis und Rechtsextremen und – auch das sei nicht völlig verschwiegen – eine ziemlich heftige familiäre Vorbelastung.


Demo des III.Weg in Plauen mit Vorarlberg-Begleitung

Nochmals zur Einschätzung der Polizei, wonach es sich um einen Einzeltäter handle: nach den Angaben der „Vorarlberger Nachrichten“ werden ihm insgesamt 15 Straftaten, darunter „die Verteilung von Flyern mit teilweise strafbarem Inhalt“ (VN) vorgeworfen. Und das soll ein Einzeltäter sein?