Wiener Neustadt: „Böser Streich“ oder Wiederbetätigung?

Auf die Fas­saden des Gre­gorhofs im Ungarvier­tel von Wiener Neustadt wurde geschmiert: Aus­län­der­feindlich­es, eine Parole gegen die Polizei („Fuck the Police!“) und ein verkehrtes Hak­enkreuz. Neon­azis, die Schwierigkeit­en mit dem Schreiben bzw. Nach­malen von Sym­bol­en haben, das hat­ten wir schon des öfteren. Die Begrün­dung des Krim­i­nal­dien­stes, warum es sich bei dieser Schmier­erei nicht um eine recht­sex­treme bzw. neon­azis­tis­che han­dle, ist allerd­ings drin­gend korrekturbedürftig!

Wed­er der oder die Täter noch der Zeit­punkt der Tat sind bis jet­zt bekan­nt, berichtet die „NÖN“ (24.8.2015). Was geschmiert wurde, deutet aber klar auf ein recht­sex­tremes Motiv hin. Nicht so für die Polizei!

„Da die Hak­enkreuze jedoch verkehrt herum ange­bracht wur­den und recht­sex­treme Pro­pa­gan­damaß­nah­men laut Krim­i­nal­dienst eher mit Hil­fe von Fly­ern oder Aufk­le­bern durchge­führt wer­den, geht dieser von „bloß“ einem bösen Stre­ich aus“, schreibt die NÖN.

Mit Ver­laub – diese Argu­men­ta­tion ist sehr kühn. Zum einen, weil es ja ger­ade der Wesen­szug ein­er Hak­enkreuz-Schmier­erei ist , dass sie „wild“ und ohne Fly­er stat­tfind­et. Die Botschaft Hak­enkreuz wird auch so ver­standen. Selb­st wenn es verkehrt gesprayt wird. In den let­zten Jahren hat es im Raum Wiener Neustadt immer wieder Hak­enkreuz-Schmier­ereien gegeben – und auch das verkehrte Hak­enkreuz kommt in dieser Gegend häu­figer vor.


Wiener Neustadt 2011 (Bil­drechte bei „Junger Roter”)
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2011 zogen Neon­azis eine braune Schmier­spur durch Bad Vös­lau und fie­len dabei durch man­gel­nde Deutschken­nt­nisse und das verkehrt gemalte Hak­enkreuz auf.

2012 wurde dann in Wiener Neustadt vor einem Geschwore­nen­gericht über Michael S. ver­han­delt, der unter vielem anderen durch ein verkehrtes tätowiertes Hak­enkreuz aufge­fall­en war.

Eben­falls 2012 lieferte der oberöster­re­ichis­che Ver­fas­sungss­chutz eine ermit­t­lerische Glan­zleis­tung ab: als am Dach der Eishalle in Gmunden ein ziem­lich großes — verkehrtes — Hak­enkreuz ent­deckt wurde, schloss der Ver­fas­sungss­chutz messer­scharf, dass es sich bei den Tätern deshalb nicht um Neon­azis han­deln könne: „Das ist ein verkehrtes Hak­enkreuz. Wie es aussieht, waren das keine Neon­azis.”.

Die Ermit­tlun­gen in Wiener Neustadt scheinen wegen der Ein­schätzung des Krim­i­nal­dien­stes der Polizei nicht unter Wieder­betä­ti­gung zu laufen, son­dern wegen Sachbeschädigung.