Bruna Sudetia: Die deutschen Burschis der Pegida

Auch wenn ein Poli­tologe seit Tagen in den Medi­en verkün­det, die Pegi­da in Dres­den sei das Volk und keine Horde von Neon­azis, sind Zweifel ange­bracht Zweifel. Natür­lich sind nicht alle Neon­azis, die da mit­laufen. Nein, einige sind auch deutsche Burschen­schafter, und von denen wieder einige aus Öster­re­ich. Von der Bruna Sude­tia! Für deren Mit­laufen gab’s dann dick­es Lob von Neonazis.

Der Poli­tik­wis­senschafter, der die Abso­lu­tion der Pegi­da vom Recht­sex­trem­is­mus seit Wochen in diversen Medi­en verkün­det, hat zwar erk­lärt, dass er die Teil­nehmer­schaft von Pegi­da „durch Beobach­tun­gen und Befra­gun­gen“ erkun­det und dabei fest­gestellt habe, dass es sich um Leute mit boden­ständi­ger bis mit­tlerer Bil­dung han­dle. Da schwingt nicht nur ein biss­chen akademis­ch­er Dünkel mit, es ist auch falsch.

Vor Ort, also bei der Pegi­da-Demon­stra­tion am 15.12., war näm­lich auch eine Del­e­ga­tion der Deutschen Burschen­schaft. „Mit über 60 Ver­bands­brüdern“, wie es auf der FB-Seite der „Bruna Sude­tia” aus Wien stolz heißt. 60 Brüder kon­nten wir zwar nicht erken­nen auf dem Bild, das die Bruna Sude­tia dankenswert­er­weise mitlieferte, dafür aber die deutsche Flagge, hin­ter der sich die Burschen­schafter aus Öster­re­ich versammelten.

Mit der öster­re­ichis­chen Nation hat die Bruna Sude­tia wegen ihres Beken­nt­niss­es zur „deutschen Volks- und Kul­turge­mein­schaft“ ja ein Prob­lem, daher ist die Samm­lung hin­ter der deutschen Flagge dur­chaus kon­se­quent. Mit dem Nation­al­sozial­is­mus hat­te die Bruna Sude­tia in der Ver­gan­gen­heit hinge­gen kein größeres Prob­lem, liest man den Ein­trag von Wikipedia zur Bruna Sude­tia. Der Brune Erich Führer (der hieß so!) war der „Führer“ (so hieß die Funk­tion wirk­lich!) im Dachver­band „Burschen­schaft der Ost­mark“, qua­si ein Dop­pelführer, bevor die Bruna Sude­tia in die NS-Kam­er­ad­schaft Otto Plan­et­ta überge­führt wurde .

Wir weichen ab vom The­ma – oder doch nicht? Auf der FB-Seite der Bruna Sude­tia macht sich näm­lich ein Poster Sor­gen wegen der Teil­nahme der Bruna Sude­tia und der poitis­chen Ori­en­tierung der Pegi­da: „Ist es wirk­lich erst 80 Jahre her, dass Leute wegen plat­ter Parolen und der Unzufrieden­heit mit ihrer eige­nen Sit­u­a­tion sich von Blendern aus­nutzen lassen? Haben alle vergessen wohin sowas „führen” kann? Aber nein.. sowas wird ja nii­ieeee wieder passieren.. oder etwa doch?“


Bruna Sude­tia mit ange­blich 60 Mann in Dres­den, Fak­sim­i­le der FB-Seite der Bruna Sudetia

Da hat er sich aber den falschen Ort für diese Debat­te aus­ge­sucht. Während ein Roland Mölz­er mit der Keule kommt („So hirnge­wasch­ene Men­schen wie du sehen nur die Ver­gan­gen­heit und beschwören diese!“), ver­sucht es Chris­t­ian Höbart, seines Zeichens FPÖ-Abge­ord­neter und Spezial­ist für das ganz Rechte, mit ein­er Lobpreisung auf Pegida:

Fak­ten, die für Pegi­da sprechen? Würde Büch­er spren­gen, wenn ich hier aus­holen würde…ein einziges Fak­tum reicht: Patri­oten begin­nen sich für den Erhalt unser­er Heimat einzuset­zen! Denn es ist bere­its jet­zt untrag­bar und es reicht vol­lkom­men, was durch die Massen­zuwan­derung bil­dungs- und kul­turfern­er Völk­er in unsere Lan­den schon jet­zt alles neg­a­tiv verän­dert und zer­stört wurde.

Ver­mut­lich würde alles gesprengt, wenn Höbart aus­holen würde, also hal­ten wir nur fest: Was da als Fak­tum aus­gegeben wird von Höbart, ist eine poli­tis­che Parole, Pro­pa­gan­da und Rassismus.

Zurück zu den Brunen, die sich in dieser Debat­te eher schweigend ver­hal­ten. Sie genießen dafür das Lob für ihre Teil­nahme an der Pegi­da-Demo. Da gibt’s zunächst ein paar Burschen­schafter, denen das natür­lich gefällt, auch wenn ein­er mäkelt: „Schade das [sic!] diese Aktion nicht in anderen Ver­bän­den bewor­ben wurde.“  Dann gibt es aber noch einige Grat­u­lanten, die so gar nicht zu den Beobach­tun­gen des Poli­tik­wis­senschafters passen wollen

Es bedanken sich für die Teil­nahme auf der Seite der Bruna Sudetia:

  • Hans Jochen Voß. Sein FB-Kon­to gibt als Info über ihn nur den Wohnort preis: Unna. Es han­delt sich um den NPD-Vor­sitzen­den von Unna/Hamm. Nähere Infos über ihn hier.
  • Rene Despang. Er hat es schon zu einem Wikipedia-Ein­trag gebracht, weil er für die NPD zwis­chen 2006 und 2009 im säch­sis­chen Land­tag saß.
  • Rene Krulis. Der mit dem „Respeckt“. Auf YouTube präsent mit dem Gruß „14“ unter dem Song der Nazi-Band Skrew­driv­er „Blood & Hon­our“. Dann gibt’s da noch ein paar Ein­träge, etwa über eine Ran­dale von Hooli­gans auf Mallorca.

  • Nathalie Tingue­ly. Hat als Titel­bild auf ihrer FB-Seite das Logo von HoGeSa mit dem Spruch „Die Fam­i­lie hält zusammen“

Das sollte wohl reichen, um die Beziehun­gen zwis­chen Bruna Sude­tia, Deutsch­er Burschen­schaft, Pegi­da und Neon­azis ein biss­chen deut­lich­er zu machen.