Internationaler Neonazi-Auftrieb in Salzburg?

Wie schon in den let­zten Jahren sind die Ver­anstal­ter der Poli­tis­chen Akademie der AfP vor­sichtig und geben den genauen Ver­anstal­tung­sort ihrer 49. Braunen Akademie nicht bekan­nt. Klar ist nur, dass die Ver­anstal­tung zwis­chen 17. und 19. Okto­ber im Raum Salzburg unter dem Mot­to „Europa: Wiederge­burt oder Unter­gang“ stat­tfind­en wird – mit Neon­azis aus Griechen­land und Ungarn als Referenten.

Die bis­lang einzige öffentliche Ankündi­gung der Ver­anstal­tung fand auf der Web­seite „Freies Öster­re­ich“ statt , ein­er Neon­azi-Seite, deren Serv­er zur Abwech­slung ein­mal nicht in den USA liegt, son­dern in Rus­s­land. Das inten­sive Wer­ben des rus­sisch-öster­re­ichis­chen Neon­azi-Pro­jek­ts um möglichst alle öster­re­ichis­chen Neon­azi-Grüp­pchen war zulet­zt in der Berichter­stat­tung über das „alpen-donau“-Nachfolgeprojekt von Richard Pfin­gstl bemerk­bar. Jet­zt wird die Aktion­s­ge­mein­schaft für Poli­tik (AfP) umwor­ben, was schon allein deshalb lohnen­der ist, weil die AfP tra­di­tionell eine Scharnier­funk­tion zwis­chen offe­nen Neon­azis und Grup­pierun­gen bzw. Per­so­n­en im Umfeld der FPÖ unterhält.


Die Ein­ladung zur AfP-Akademie 2010

Bei ver­gan­genen AfP-Akademien gab es deshalb auch immer wieder promi­nente FPÖler als Ref­er­enten: Johann Gude­nus etwa 2009 oder Hans-Jörg Jenewein 2008 (Liste aller Ref­er­entIn­nen der „Poli­tis­chen Akademie der AFP“, nach Angaben der AFP [pdf]).

Die Neon­azis von „Freies Öster­re­ich“ (FÖ) raunen in ihrem Bericht über die Ver­anstal­tung, dass es sich „um eine der let­zten in Öster­re­ich stat­tfind­en­den Ver­anstal­tun­gen für nation­al­gesin­nte Men­schen han­deln“ dürfte, die „bis­lang aller Repres­sion getrotzt hat“.

Schluchz – warum eine der let­zten Ver­anstal­tun­gen für Nation­al­gesin­nte? Weil sich die AfP-Chefs schon auf Wal­hal­la vorbereiten?


2009 ver­suchte die AfP, sich zu ver­steck­en und sie tagte im Döl­sach­er Gemeindesaal

Für den braunen Kon­vent in Salzburg sind jeden­falls „Spitzen-Ref­er­enten“ (FÖ) von der „Gold­e­nen Mor­gen­röte“ aus Griechen­land, von „Job­bik“ aus Ungarn und der nation­al­is­tis­chen Bewe­gung Irlands angekündigt, dazu noch Richard Melisch, ein Dauer-Abon­nent für die „Akademie“ und Pierre Krebs, das braune Ange­bot an die Iden­titären, der auch schon etliche Auftritte bei der AfP hatte.

Salzburg wurde nach den zahlre­ichen Neon­azi-Aktiv­itäten der ver­gan­genen Monate sich­er nicht zufäl­lig als Ver­anstal­tung­sort aus­gewählt. Nach­dem die AfP ihre Akademien gerne an ver­traut­en Orten stat­tfind­en lässt, kön­nte Mautern­dorf im Lun­gau als Ver­anstal­tung­sort dienen.