Ein Neonazi als Kindermörder

Am 16. Feb­ru­ar 2014 wurde die 12-jährige Franziska aus Möck­en­lo­he im Kreis Eich­stätt /Bayern) tot aus einem Wei­her gezo­gen. Franziska war ver­schleppt, bru­tal miss­braucht und dann ermordet wor­den. Ver­mut­lich von Ste­fan B. (26). Den Mord an Franziska hat der Neon­azi bere­its ges­tanden. Ob er auch andere Morde – wie etwa den an der Stu­dentin Lucile in Kuf­stein began­gen hat, wird von der Krim­i­nalpolizei geprüft.

Jet­zt, nach der Ver­haf­tung von Ste­fan B. und seinem Geständ­nis zum Mord an der 12-jähri­gen Franziska, wird aus den vie­len Einzel­teilchen, die Ermit­tler und Medi­en zusam­men­tra­gen, immer deut­lich­er, dass es sich bei Ste­fan B. wohl um eine tick­ende Zeit­bombe handelte.

Auf seinem Face­book-Kon­to, das mit­tler­weile nur mehr wenige Kom­mentare öffentlich frei­gibt, find­en sich Ein­träge wie „Hass und Vergel­tung haben wir uns geschworen“, „Mein Sohn Mein Leben – für ihn würde ich töten gehen“ oder auch „Nie­mand weiß wie ich mich wirk­lich in meinem Inneren füh­le. Erst wenn es zu spät ist, denken alle darüber nach“ – ein Hil­fer­uf, ein Alarmzeichen?

Wie tief Ste­fan B. in der Neon­azi-Szene ver­ankert ist, ist nicht ganz klar. A.I.D.A., das antifaschis­tis­che Info-Por­tal, hat jeden­falls die Fak­ten zusam­menge­tra­gen und doku­men­tiert. Seine poli­tis­che Präferenz für die NPD ist ein­deutig — ob die von ihm gegrün­dete FB-Gruppe „Nationale Vere­ini­gung“ tat­säch­lich auch aktiv war, geht aus den Unter­la­gen nicht her­vor. Ste­fan B., der wegen Kör­per­ver­let­zungs — und Sex­u­alde­lik­ten vorbe­straft ist und auch in Haft war, gibt sich via FB jeden­falls als Kämpfer gegen Kindesmiss­brauch aus.

Auf­fäl­lig auch, dass sich Ste­fan B. bei der ras­sis­tis­chen und vor­wiegend antimus­lim­is­chen FB-Gruppe „Patri­oten Öster­re­ichs“, die von einem Salzburg­er admin­istri­ert wird , als Mit­glied einge­tra­gen hat. Ob Ste­fan B. seine poli­tis­chen Bekan­ntschaften mit Öster­re­icherIn­nen nicht nur im virtuellen Raum, son­dern auch durch Reisen nach Öster­re­ich gepflegt hat, wie eine öster­re­ichis­che Tageszeitung andeutete, ist nicht klar. Ob Ste­fan B. bei einem dieser ver­muteten Aus­flüge auch in Kuf­stein war und dort in der Nacht zum 12. Jän­ner die Stu­dentin Lucile ermordet hat, darüber wurde vor eini­gen Tagen in mehreren Medi­en heftig spekuliert. Konkrete Ergeb­nisse liegen jeden­falls nicht vor.

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