Klagenfurt / Innsbruck: NS-Wiederbetätigung reloaded

Manche Neon­azis wollen’s ein­fach nicht kapieren. Vor Gericht stellen sie sich dumm, machen ihren Alko­hol­spiegel für die Wieder­betä­ti­gung ver­ant­wortlich oder wollen ein­fach nicht wis­sen, was es mit dem Nation­al­sozial­is­mus auf sich hat. Mit dieser Tak­tik ver­suchen sie es auch im Wieder­hol­ungs­fall. Am Dien­stag, 19. März, fassten zwei dieser Exem­plare empfind­liche Haft­strafen aus: der eine in Kla­gen­furt, der andere in Inns­bruck.

Der Inns­bruck­er wurde schon 2009 wegen NS-Wieder­betä­ti­gung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Damals hat­te er laut Anklage einen Tirol-Ableger von Blood & Hon­our gegrün­det. Jet­zt stand er vor Gericht, weil er dort weit­er­ma­chte, wo er ange­blich aufge­hört hat:

„Er trug ein Son­nen­rad auf dem Gür­tel, Leibchen mit der Auf­schrift „28“, hat­te Triskelen-(Ersatz-Hakenkreuz) und „28“-Tätowierungen am Kör­p­er („28“ ste­ht für Blood & Hon­our)“ (Kro­ne Tirol, 20.3.2013) und posierte damit auch für Fotos. Für die Geschwore­nen ver­suchte er es mit der alten Tak­tik: er bestritt, der recht­sex­tremen Szene anzuge­hören und behauptete, dieser Ide­olo­gie abgeschworen zu haben. Das Urteil, 14 Monate, dazu noch die alte bed­ingte Haft­strafe von einem Jahr, für den 30-jähri­gen Neon­azi ist noch nicht rechtskräftig.

In Kla­gen­furt stand am Dien­stag eben­falls ein 30-jähriger Neon­azi wegen NS-Wieder­betä­ti­gung vor dem Schwurg­ericht. Im Unter­schied zu dem Inns­bruck­er hat er bere­its 13 Vorstrafen, darunter auch ein­schlägige und ein Schuldenkon­to von 12.000 Euro bei der Repub­lik – wegen ausständi­ger Strafgelder.

Im Mai des Vor­jahres hat­te er auf sein öffentlich zugänglich­es Face­book-Kon­to ein Foto hochge­laden, „auf dem er mit nack­tem Oberkör­p­er und Kampfho­sen vor ein­er Fahne mit SS-Runen den Hitler-Gruß machte. In einem Kom­men­tar zum Bild schrieb er an die „liebe Staat­spolizei“, dass er nur auf eine kaputte Lampe zeigen würde“ (Kleine Zeitung Kärn­ten, 20.3.2013).

Da müssen wir leicht kor­rigieren: tat­säch­lich schrieb er, dass sein Licht nicht mehr geht! Das kommt der Wahrheit schon viel näher. Der gute Alexan­der ist näm­lich nicht nur unbelehrbar, son­dern auch blöd und gewalt­bere­it. Zu den Per­so­n­en, die ihn “inspiri­eren“, zählt er die recht­sex­tremen Massen­mörder Tim­o­thy Mc Veigh und Anders Behring Breivik.

Auch er ver­suchte es mit der bekan­nten Tak­tik: „besof­fene Geschichte“, der Nation­al­sozial­is­mus ist ihm unbekan­nt, auch in der Schule nie davon gehört und Kon­tak­te in die recht­sex­treme Szene längst abge­brochen. Das Ergeb­nis sein­er Bemühun­gen: fün­fzehn Monate unbe­d­ingt. Die kön­nte er an seine aktuelle Haft gle­ich anstück­eln, aber auch in diesem Fall ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

(Quellen: Kro­ne Tirol, 20.3., Kleine Zeitung Kärn­ten, 20.3. und Öster­re­ich 20.3. 2013)

Das Foto von Alexan­der ver­danken wir dem (lei­der mit­tler­weile inak­tiv­en) Blog Face­book­nazis.