Die Burschenschafter und der „Hitler-Gruß“ am 8. Mai

Noch vor wenigen Tagen polterte der Wiener FP-Klubobmann Johann Gudenus über angebliche Angriffe während der friedlichen 8. Mai-Proteste gegen den Traueraufmarsch der Burschenschaften am Heldenplatz. “Es bestand Gefahr für Leib und Leben” wird in einer OTS-Aussendung der FPÖ behauptet. Gudenus unterstellt eine “ja fast (…) Einladung zu Übergriffen” durch die “Wiener Polizeiführung in enger Abstimmung mit Bürgermeister Häupl”. Die Polizei spricht zwar von keinen “groben Zwischenfällen”, aber dieser Widerspruch zu den FPÖ-Aussagen lässt sich vielleicht auch durch eine weitere Verschwörungstheorie erklären…

Um welche “Verschwörung” es sich bei dem “Hitler-Gruß” handelt, der sich um etwa 21 Uhr 30 auf der Mölker Bastei (bei der Bude des “Wiener Akademischen Turnvereins” – WATV) mitten unter Burschenschaften ereignete, darauf warten wir gespannt. Vielleicht wieder linke Provokateure?

 

Eine Sachverhaltsdarstellung (pdf) wurde eingereicht.

Von wem die Gewalt ausgeht, zeigt ein älterer Beitrag auf stopptdierechten, den wir nur leicht verändert wiedergeben wollen:

Den Abgeordneten Gudenus möchten wir noch mit Hilfe einer nur kleinen Auswahl über Burschenschaften aufklären, über die er scheinbar nur wenig Bescheid weiß. Im Juni 2009 kündigte die Neonazi-Seite alpen-donau.info einen Angriff auf eine Kundgebung der SJ Wien an. Tatsächlich attackierten zehn Personen, vermummt mit “Smiley-Masken mit Rechtsscheitel, der an Adolf Hitler erinnert” (Zitat: Österreich), die Kundgebung. Dabei wurde der beliebte Neonazi-Kampfruf “frei, sozial, national!” gebrüllt. Unter den Angreifern befand sich auch Sebastian Ploner, der ehemalige Mitarbeiter des Nationalratsabgeordneten der FPÖ, Martin Graf.


Nach dem Angriff (Bildquelle: politwatch.at)

Zwei Monate später gab es dann ein “Bekennerschreiben” in den “Burschenschaftlichen Blättern”. Ein namentlich nicht genannter Autor nannte “Aktive der Olympia” als Täter. (Quelle: doew.at)


Die Ankündigung auf alpen-donau.info, Tage darauf wurde die SJ-Kundgebung angegriffen. In den “Burschenschaftlichen Blätter” nennt zwei Monate später ein namentlich nicht genannter Autor die angeblich wahren Verantwortlichen. Demnach hätten “Aktive der Olympia” die Kundgebung angegriffen

Bereits 2008 beteiligten sich Burschenschafter, darunter wieder Sebastian Ploner, bei einem Angriff auf eine korporationskritische Kundgebung, die auf die menschenverachtende Politik der Burschenschaften hinweisen wollte. Etwa zehn Personen verübten einen Übergriff auf die KundgebungsteilnehmerInnen, die sich bei der Universität Wien sammelten. (Quelle: indymedia.org)


Burschenschafter bei einer korporationskritische Kundgebung (Bildquelle: indymedia)

Siehe auch: derstandard.at: „Deutscher Gruß“ nach dem Trauermarsch