Klagenfurt: „Tyr“ aus dem Alpen-Dodel-Forum

„Wer suchet, der findet“ – könnte sich der Verfassungsschutz gedacht haben, als er bei „Tyr“ vorstellig wurde und dessen Häuschen auf den Kopf stellte.“Tyr“ ist der Nickname von Jörg Martin St. aus Klagenfurt im internen Forum von „Alpen-Donau“.

Am 13.9. 2009 hat sich „Tyr“ für das Forum registrieren lassen, am 24.9. durfte er sich den Kameraden vorstellen und musste dabei natürlich kräftig in die Tasten hauen:


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Tyr war kein eifriger Kamerad im Forum, dafür aber ein eifriger Sammler. Bei der Haudurchsuchung am 30.10. 2010 wurde, so das Sicherstellungsprotokoll, jede Menge Nazi-Müll sichergestellt. Fast vier Stunden benötigten die Beamten, um den Müll aufzuspüren und wegzuschaffen. Die „einschlägigen Bekleidungsstücke“ durfte „Tyr“ behalten –schließlich braucht der Ärmste ja was Ordentliches zum Anziehen!

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        Dasführt    zu dem

Die Hausdurchsuchung erfolgte im Rahmen der großangelegten Aktion gegen Alpen-Donau. An der Person von „Tyr“ ist erkennbar, dass es um eine Aktion zum Vorzeigen ging, um die öffentliche Demonstration, dass die Behörden gegen Alpen-Donau vorgehen. Das Problem dabei: Alpen-Donau ist nach wie vor aktiv, die Hausdurchsuchungen haben nichts daran geändert. Die Aktion dürfte dem Kalkül entsprungen sein, dass man bei jedem verdächtigen Nazi etwas Belastendes finden kann: einschlägige CDs mit Nazi-Songs etwa, eine NS-Flagge, ein paar Schriften. Das reicht in der Regel für eine Anklage nach dem Verbotsgesetz. So grundsätzlich daneben wäre die Taktik nicht: wenn alle, die bei Alpen-Donau im Forum aktiv waren oder die Homepage betreiben, über belastenden Nazi-Müll vor Gericht kämen und verurteilt würden, dann wäre Alpen-Donau tot. Das Problem dabei: in den Spitzenzeiten des ADI-Forums tummelten sich dort mehr als 50 Nazis –schätzungsweise waren es insgesamt an die 90- 100 UserInnen. Hausdurchsuchungen gab es aber nur 18 , zwei davon bei „toten“ Adressen.


Jörg Martin St. – Faksimile der Facebook-Seite

Bei Jörg alias Tyr hat sich der Besuch in anderer Hinsicht ausgezahlt. Die Mengen an gefundenem Nazi-Müll reichen aus, um die Kärntner Szene komplett abzufüllen.

Ein Auszug aus dem Sicherstellungsprotokoll:

Im PC-Raum wurde sichergestellt:
 

  • 220 Stück Musik-CDs einschlägiges Gedankengut
  • 250 Stück Musik-CDs einschlägiges Gedankengut
  • 96 Stück CDs einschlägig
  • 34 Stück CDs in einer schwarzen Tasche – einschlägig
  • 17 Stück Kassetten
  • 1 Stück CD einschlägig
  • 1 Stück CD einschlägig
  • 190 Stück CDs lose sowie 35 Stück mit Hülle
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    Und im Wohnzimmer:
     

  • 432 Stück lose CDs – einschlägigen Inhaltes
  • 437 Stück CDs mit Hülle – einschlägigen Inhaltes.
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    Dazu noch jede Menge Nazi-Devotionalien von der Flagge bis hin – ja tatsächlich! – zur Tabaksdose mit NS-Abzeichen.

    Tyr war so freundlich und hat das Sicherstellungsprotokoll selbst öffentlich gemacht auf seinem Facebook-Account. Seit einigen Tagen sind die entsprechenden Einträge allerdings gelöscht. Macht nichts, Tyr, wir haben sie ja – für alle Fälle! Auch Tyr selbst können wir so einem größeren Kreis bekanntmachen –allerdings müssen wir einschränkend hinzufügen, dass ein Foto mit der angesetzten Bierflasche nicht unbedingt den besten Eindruck von der Mission macht, selbst wenn die SS-Runen etwas anderes vermitteln sollen! Sollten die ermittelnden Behörden einen Beweisnotstand haben, wir könnten auch eine Komplettsicherung des ADI-Forums anbieten.


    Jörg Martin St. – Faksimile der Facebook-Seite

    Jörg alias Tyr ist in Bezug auf Alpen- Donau ein kleiner Fisch, aber offensichtlich ein Wiederholungstäter. Die Hausdurchsuchung erfolgte wegen Verdachts nach § 3g Verbotsgesetz und § 283 StGB (Verhetzung). Auf seiner Facebook-Pinnwand hat er jetzt ein widerliches Foto veröffentlicht, das ihm von Kameradin Natascha W. zugesandt wurde. Wer bei W an Widerling denkt, liegt nicht so falsch, obwohl sie sich Winterling nennt!

    Winterling, Jörg Hähnel (NPD) Norman Bordin, der bereits verurteilte Neonazi aus München und Richard Pfingstl, der demnächst in Graz wegen Wiederbetätigung und schwerer Körperverletzung vor Gericht stehen wird, finden sich unter den Kontakten von „Tyr“. Das Sicherstellungsprotokoll belegt Kontakte zu PC-Records in Chemnitz, seine ADI-Forums-Einträge Kontaktversuche zur AfP. Vielleicht sollten die Behörden bei der AfP nachfragen, warum der Kontakt nicht geklappt hat?