Werner Neubauer (FPÖ): Gegen „linke Zecken”!

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Wer­ner Neu­bau­er ist einer jener frei­heit­li­chen Abge­ord­ne­ten, die beglei­tet wer­den müs­sen. Das Mit­glied der pen­na­len Bur­schen­schaft Teu­to­nia in Linz, Schrei­ber der „Aula“, ist auch Bun­des­ob­mann des Ver­eins „SOS Abend­land“. Als sein Stell­ver­tre­ter fun­giert dort Sebas­ti­an Ort­ner, mitt­ler­wei­le Klub­ob­mann der FPÖ-Rie­ge im Lin­zer Gemein­de­rat, uns aller­dings noch unter dem Namen Sebas­ti­an Mül­leg­ger als „Kame­rad­schafts­füh­rer­stell­ver­tre­ter” in Küs­sels VAPO bekannt. Neu­bau­ers Platz­hal­ter bei SOS in Wien ist Karl Eggl, der auch sein par­la­men­ta­ri­scher Mit­ar­bei­ter ist und sich rüh­rend um die Bezie­hun­gen zu Job­bik in Ungarn küm­mert ([1] [2]).

Auf Face­book ist Wer­ner Neu­bau­er mit einem Foto prä­sent, das zu ihm passt: läs­sig an den Deut­schen Adler gelehnt, auf einem Berg­gip­fel und mit Schwarz­Rot­Gold und der For­de­rung nach dem vier­ten Stern für Deutsch­land unterlegt.

Wer­ner Neu­bau­er ist ein Deut­scher („weil ich Deut­scher bin”), dem nur der Öster­rei­chi­sche Natio­nal­rat zur Ver­fü­gung steht, um sei­ne Ansich­ten zu ver­brei­ten – aber eigent­lich lebt er für die gro­ße Welt genau­so wie für die kleine.

Der Wie­ner Ger­hard Böhm ist einer aus der klei­nen Welt. Soli­da­ri­täts­kan­di­da­tu­ren für die FPÖ auf aus­sichts­lo­sen Rän­gen, aber ein Face­book-Pro­fil, das an sei­ner streng natio­nal rech­ten Ori­en­tie­rung kei­nen Zwei­fel lässt: Die NPD, der Ring Natio­na­ler Frau­en (RNF), die Natio­nal Poli­ti­schen Infor­ma­tio­nen, der NPD-Vor­sit­zen­de Udo Voigt, Thi­lo Sar­ra­zin und natur­ge­mäß alle mög­li­chen FPÖ-Orga­ni­sa­tio­nen gefal­len ihm.

Gefal­len hat ihm aber auch Sigi Maron mit sei­ner neu­en CD „Geh no net furt“: „Ein Super­ta­lent aus Öster­reich“, schreibt er auf sei­ner Pinn­wand. Ein schwe­rer Faux­pas. Wie kann man als stram­mer Rech­ter nur so dane­ben grei­fen? Glück­li­cher­wei­se gibt es Auf­pas­ser, die einem ver­wirr­ten Schäf­chen den Weg wei­sen. Wer­ner Neu­bau­er pos­tet: „Lin­ker Zeck, hat mir nie gefal­len und sei­ne Aus­sa­gen zu vernachlässigen.“


Ger­hard Böhm outet sich als Sigi Maron-Fan und Wer­ner Neu­bau­er kontert.

Zu ver­nach­läs­si­gen sind auch die Regeln der deut­schen Spra­che, wenn die Kom­man­do­spra­che not­wen­dig ist. Aber uns irri­tiert noch mehr der „lin­ke Zeck“: Das ist doch das Voka­bu­lar der Neo­na­zis? Poli­ti­sche Geg­ner als blut­saugen­des Unge­zie­fer? Was macht man mit Ungeziefer?

Neu­bau­er, der beken­nen­de Deut­sche, sitzt im öster­rei­chi­schen Natio­nal­rat. In jedem ande­ren Par­la­ment, aber ganz sicher im deut­schen Bun­des­tag, müss­te ein Abge­ord­ne­ter, der Lie­der­ma­cher bzw. Anders­den­ken­de mit Nazi-Voka­bu­lar bezeich­net, wohl sein Man­dat auf­ge­ben. Wir warten!