Villach: Krieg gegen das Erinnern- 16. Denkmalschändung!

Eigentlich ist es unvorstellbar, dass ein Denkmal, das an die vom Nazi-Regime Ermordeten erinnern will, geschändet wird. Dass in Villach das Denkmal der Namen in der Nacht zum Sonntag nunmehr zum 16. Mal (!!) geschändet wurde, kann man nur als permanenten Krieg gegen das Erinnern beschreiben. Der Verein „Erinnern“, der das Denkmal errichtet und nach jedem Anschlag renoviert hat, hat sich nicht kleinkriegen lassen. Wie wäre es, wenn sich die Republik offiziell hinter den Verein und das Denkmal stellt? Oder wird auch diesmal wieder geschwiegen und vertuscht werden?

Als im Juli 2010 eine Neonazi-Gruppe aus dem Villacher Raum ausgeforscht werden konnte, die sich für insgesamt 13 Vandalenakte an dem Denkmal verantwortlich erklärte, wollte der Obmann des Vereins „Erinnern“ Hans Haider zwar auf Ruhe hoffen, aber auch noch den Villacher Kirtag abwarten.


Denkmal der Namen Bildquelle: erinnern – an die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt

Die fünfköpfige Neonazi-Gruppe bestritt zunächst politische Motive und versuchte, die Schändungen mit Alkoholisierung und Hass auf Ausländer zu erklären. Der Kärntner Verfassungsschutz fand jedoch heraus, dass die Gruppe in einem als Proberaum gemieteten Stadel Hakenkreuzfahnen, Neonazi-Flugblätter und SS-Symbole gehortet hatten. Der Stadel war offensichtlich Treff- und Anlaufpunkt für weitere Nazis. Zwischen 15 und 20 Personen haben sich regelmäßig in dem Stadel in St. Ruprecht getroffen! Durch die Ermittlungen konnte auch geklärt werden, warum die Täter so rasch nach den Anschlägen untertauchen konnten: sie hatten sich in die Bude der pennalen Burschenschaft Arminia geflüchtet. Zwei der Beteiligten waren Mitglieder der Arminia –sie wurden von der Arminia ausgeschlossen. Übrigens: Benjamin                      war auch bei der Arminia Villach! Die Ermittler vom Verfassungsschutz gaben sich echt überrascht: „Es ist unfassbar! Wir hätten nie damit gerechnet, dass es das in Villach gibt!“ (Kärntner Tageszeitung, 31.7.2010)

Der Villacher Bürgermeister Manzenreiter (SPÖ) sprach dennoch davon, dass es in Villach keine echte Neonazi-Szene gäbe. Als dann wenige Tage nach der Aushebung der Neonazi-Gruppe beim Villacher Kirtag Anfang August Neonazi-Aufkleber auftauchten, bestätigte sich zwar die Skepsis von Hans Haider und die Ignoranz des Bürgermeisters, aber es gab zumindest keine Attacke auf das Denkmal. Vergangenes Wochenende war es wieder soweit.

(Quellen: APA 16.10. , Kleine Zeitung, KTZ)

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