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Lesezeit: 5 Minuten

Mélange KW 29/26: Schimaneks Verurteilung wegen NS-Wiederbetätigung für FPÖ kein Kündigungsgrund

René Schi­ma­nek arbei­tet trotz rechts­kräf­ti­ger Wie­der­be­tä­ti­gungs­ver­ur­tei­lung wei­ter im Frei­heit­li­chen Bil­dungs­in­sti­tut. Dazu: Diver­si­on für den Ex-Iden­ti­tä­ren-Spre­cher Wage­mann, homo­pho­be Schrift­zü­ge in Horn, ras­sis­ti­scher Angriff in Wien und Neu­es vom Salz­bur­ger FPÖ-Seniorenring.

23. Juli 2026
Rückblick
Rückblick

Inhalt

Togg­le
  • Horn/NÖ: Homo­pho­be Schrift­zü­ge am Gymnasium
  • Wien-Donau­stadt: Ras­sis­ti­sche Beschimp­fung und Schlag
  • Wien: Diver­si­on für den Ex-Iden­ti­tä­ren-Spre­cher nach Gewalt­vor­fall in Wien
  • Wien: René Schi­ma­nek blieb trotz Ver­ur­tei­lung FBI-Mitarbeiter
  • Salz­burg: Neu­es vom Salz­bur­ger FPÖ-Seniorenring

Horn/NÖ: Homophobe Schriftzüge am Gymnasium

Nach zwei Vor­fäl­len am Bun­des­re­al­gym­na­si­um Horn ermit­telt die Poli­zei wegen Sach­be­schä­di­gung und Ver­het­zung. In der Nacht auf den 24. Juni wur­de beim Haupt­ein­gang neben die gehiss­te Regen­bo­gen­fah­ne der Spruch „Fin­ger weg von Kin­dern“ gesprüht. Zudem wur­den A4-Zet­tel und Zei­tungs­ar­ti­kel mit gegen die LGBTQIA+-Bewegung gerich­te­ten Bot­schaf­ten an die Glas­schei­be des Ein­gangs geklebt.

Weni­ge Tage spä­ter, in der Nacht auf den 30. Juni, wur­de auch die Lauf­bahn der Schu­le beschmiert: Dort brach­ten Unbe­kann­te mit wei­ßer Disper­si­ons­far­be und Farb­wal­ze einen rund 40 mal drei Meter gro­ßen ver­het­zen­den Schrift­zug an. Wegen der zeit­li­chen und ört­li­chen Nähe gehen die Ermitt­ler von einem Zusam­men­hang und den­sel­ben Täter aus. Der Scha­den wird auf 40.000 bis 50.000 Euro geschätzt.

(Quel­le: noe.orf.at, 13.7.26)

Wien-Donaustadt: Rassistische Beschimpfung und Schlag

In Wien-Donau­stadt soll ein 20-jäh­ri­ger Wie­ner wäh­rend der Arbeit ras­sis­tisch beschimpft und kör­per­lich ange­grif­fen wor­den sein. Der Mann war mit einem Fir­men­wa­gen bei einem Klein­gar­ten­ver­ein unter­wegs und blieb kurz vor einer Schran­ken­an­la­ge ste­hen, weil er die Fern­be­die­nung zum Öff­nen holen muss­te. Zwei Anrai­ner muss­ten des­halb warten.

Laut dem Betrof­fe­nen eska­lier­te die Situa­ti­on rasch. Ein 76-jäh­ri­ger Öster­rei­cher soll ihn beschimpft haben, unter ande­rem mit ras­sis­ti­schen Aus­sa­gen wie „Scheiß-Aus­län­der“. Der 20-Jäh­ri­ge ver­such­te nach eige­ner Dar­stel­lung, die Situa­ti­on zu beru­hi­gen. Kurz dar­auf soll der Mann ihm einen kräf­ti­gen Schlag ver­setzt haben. Der Betrof­fe­ne film­te den Vor­fall und ver­stän­dig­te die Poli­zei. Die Wie­ner Poli­zei bestä­tig­te eine Anzei­ge wegen des Ver­dachts der Körperverletzung.

(Quel­le: heute.at, 13.7.26)

Wien: Diversion für den Ex-Identitären-Sprecher nach Gewaltvorfall in Wien

Yan­nick Wage­mann, bis vor Kur­zem Spre­cher der Wie­ner Iden­ti­tä­ren, stand bereits vor der Cau­sa Leo­ben im Fokus der Jus­tiz. Nach dem bru­ta­len Angriff auf einen Taxi­len­ker in Leo­ben, bei dem Wage­mann zu den Haupt­ver­däch­ti­gen zählt – es gilt die Unschulds­ver­mu­tung! –, mach­te Stoppt die Rech­ten ein Video öffent­lich, das ihn bereits im Herbst 2025 vor dem Par­la­ment zeigt: Dar­auf ist zu sehen, wie er einen ande­ren Mann anspringt, zu Boden reißt und würgt.

Wie der „Stan­dard“ (15.7.26) nun in Erfah­rung brin­gen konn­te, führ­te die­ser Vor­fall zu Ermitt­lun­gen wegen ein­fa­cher Kör­per­ver­let­zung. Ermit­telt wur­de aller­dings nicht nur gegen Wage­mann, son­dern auch gegen sein Gegen­über und gegen unbe­kann­te Täter. Zu einer Ankla­ge kam es nicht: Wage­mann und der ande­re Beschul­dig­te erhiel­ten bei­de eine Diver­si­on. Das heißt: kein Schuld­spruch, aber die Über­nah­me von Ver­ant­wor­tung und eine Ein­stel­lung des Ver­fah­rens unter Auflagen.

Nicht bekannt ist aller­dings, nach wel­chen Auf­la­gen – etwa mit einer Bewäh­rung, die zeit­lich bis Leo­ben reicht – die Diver­si­on erteilt wur­de. Soll­te dies der Fall sein, müss­te Wage­mann mit einem neu­er­li­chen Auf­rol­len der Tat im letz­ten Herbst rechnen.

Wien: René Schimanek blieb trotz Verurteilung FBI-Mitarbeiter

René Schi­ma­nek trat nach sei­ner Ver­ur­tei­lung wegen natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Wie­der­be­tä­ti­gung im März 2026 zwar als FPÖ-Stadt­rat in Lan­gen­lois zurück und kün­dig­te sei­nen Par­tei­aus­tritt an, weil er Scha­den von sei­ner Par­tei abwen­den wol­le. Unbe­rührt davon blieb aller­dings sein Job beim Frei­heit­li­chen Bil­dungs­in­sti­tut (FBI), mit dem er nach sei­nem Abzug als Büro­lei­ter von Wal­ter Rosen­kranz ver­sorgt wor­den war, wie die Fal­ter-Jour­na­lis­tin Nina Horac­zek bereits im Okto­ber 2025 ent­hüll­te:

Die FPÖ lässt nie­man­den im Stich. „Ich bin Abtei­lungs­lei­ter inter­na­tio­na­le Bil­dungs­po­li­tik im Frei­heit­li­chen Bil­dungs­in­sti­tut“, bestä­tigt René Schi­ma­nek dem Fal­ter im Sep­tem­ber am Ran­de der Gemein­de­rats­sit­zung in Lan­gen­lois. Also Ange­stell­ter der Par­tei­aka­de­mie der FPÖ, die mit Steu­er­geld finan­ziert wird.

Nach Recher­chen des „Stan­dard“ (14.7.26) arbei­tet Schi­ma­nek wei­ter­hin im FBI. Des­sen Geschäfts­füh­rer Fritz Sim­handl bestä­tig­te Schi­man­eks Beschäf­ti­gung und erklär­te keck, die Ver­ur­tei­lung wegen der Par­te sei­nes ver­stor­be­nen Vaters habe nichts mit dem Dienst­ver­hält­nis zu tun. Na dann ist ja alles gut – für die FPÖ!

Mari­am Sme­ta­na von den Salz­bur­ger Nach­rich­ten (15.7.26) ord­ne­te den Fall Schi­ma­nek und FPÖ kurz, aber schmerz­voll ein:

Man wun­dert sich ja nur noch über wenig, wenn es um die Ver­bin­dun­gen der Frei­heit­li­chen zu gestan­de­nen Rechts­extre­men geht. Doch eine neue Epi­so­de in dem unrühm­li­chen Kapi­tel der hei­mi­schen Innen­po­li­tik lässt einen dann doch ent­setzt zurück. Wie nun bekannt wur­de, ist der wegen NS-Wie­der­be­tä­ti­gung rechts­kräf­tig ver­ur­teil­te ehe­ma­li­ge FPÖ-Stadt­rat und Ex-Büro­lei­ter von Natio­nal­rats­prä­si­dent Wal­ter Rosen­kranz (FPÖ), Rene Schi­ma­nek, nun beim Frei­heit­li­chen Bil­dungs­in­sti­tut tätig. Ein ver­ur­teil­ter Rechts­ra­di­ka­ler ist also qua­si Lehr­meis­ter des FPÖ-Kaders. Die zuletzt ohne­hin immer halb­her­zi­gen Distan­zie­run­gen der FPÖ von rechts­ra­di­ka­lem Gedan­ken­gut, etwa in Sachen der par­la­men­ta­ri­schen Mit­ar­bei­ter der Blau­en, die sich auch schon mal rechts­extre­men Schlä­ger­trupps anschlie­ßen, kann man somit wie­der ein Stück weit weni­ger ernst neh­men. Die Blau­en set­zen einen ver­ur­teil­ten rechts­ra­di­ka­len Ideo­lo­gen in jene Bil­dungs­stät­te, in der der Par­tei­nach­wuchs auf­ge­zo­gen wird. Als Par­tei, die in Umfra­gen bei über 30 Pro­zent hält, fal­len bei der FPÖ Stück für Stück alle Hemmungen.

Salzburg: Neues vom Salzburger FPÖ-Seniorenring

Der FPÖ-nahe Salz­bur­ger Senio­ren­ring hat zu Unrecht För­der­mit­tel bezo­gen. Dazu wer­den nun immer mehr Details bekannt. Eine Prü­fung des Lan­des ergab, dass in För­der­an­trä­gen deut­lich höhe­re Mit­glie­der­zah­len ange­ge­ben wur­den, als tat­säch­lich vor­han­den waren. Für 2025 mel­de­te die dama­li­ge Obfrau Mar­lies Stei­ner-Wie­ser 1.509 Mit­glie­der, tat­säch­lich waren es laut Bericht der „Salz­bur­ger Nach­rich­ten“ (15.7.26) nur 441. Das Land for­dert nun rund 43.000 Euro zurück. Stei­ner-Wie­ser, frü­he­re Bun­des­rä­tin und Senio­ren­ring-Obfrau, hat­te im März alle poli­ti­schen Funk­tio­nen in der FPÖ zurück­ge­legt.

Bei der Akten­ein­sicht der SPÖ wur­den wei­te­re Details bekannt: Die „Unschär­fen“ bei den Mit­glie­der­zah­len sol­len sich über meh­re­re Jah­re zie­hen. Sei­ne Mit­glie­der rekru­tiert hat­te der Senio­ren­ring zumin­dest bis 2016 auf dubio­se Wei­se: „Die Sta­tu­ten des Senio­ren­rings, die 2007 Gül­tig­keit erlang­ten, sahen vor, dass FPÖ-Mit­glie­der, die das 50. Lebens­jahr erreich­ten, auto­ma­tisch Mit­glie­der des Senio­ren­rings wur­den.“ (SN)

Bis 2016 hielt der Senio­ren­ring außer­dem Hoch­ri­si­ko­ak­ti­en im Wert von 41.439 Euro. Auf­fäl­lig ist auch, dass die gemel­de­te fal­sche Mit­glie­der­zahl nota­ri­ell bestä­tigt war – vom FPÖ-Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten Vol­ker Rei­fen­ber­ger, der zugleich dem Lan­des­par­tei­vor­stand der FPÖ Salz­burg ange­hört. Der beton­te jedoch, nur die Echt­heit der Unter­schrif­ten bestä­tigt zu haben.“

Die SPÖ for­dert nun eine exter­ne, lücken­lo­se Prü­fung und eine ver­zins­te Rückzahlung.

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Schlagwörter: FPÖ | Identitäre | Körperverletzung | LGBTQIA+-Feindlichkeit | Niederösterreich | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Salzburg | Wiederbetätigung | Wien

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