We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation | Rechtsextreme Medien

Lesezeit: 4 Minuten

Rechtsextremer Autor: Hetze, Topfen & 6.000 Euro Strafe

Chris Veber schreibt für rechts­extre­me Platt­for­men – und lan­de­te wegen ras­sis­ti­scher Het­ze vor Gericht. Die Rich­te­rin nann­te sei­ne „Fak­ten“ einen „Top­fen“ und ver­ur­teil­te ihn zu einer Geld­stra­fe. Veber leg­te Beru­fung ein und pos­tet mun­ter weiter.

22. Juli 2026
Landesgericht Innsbruck, Altbau (Leitzsche, CC0, via Wikimedia Commons)
Landesgericht Innsbruck, Altbau (Leitzsche, CC0, via Wikimedia Commons)

„Sehr ein­deu­tig Ver­het­zung, Auf­sta­cheln zum Hass“, sei es, was der Ange­klag­te gemacht habe, befand die Rich­te­rin. Franz Chris­ti­an Veber, der am 13. Juli in Inns­bruck vor Gericht stand, publi­ziert(e) als „Chris Veber” regel­mä­ßig für die Des­in­for­ma­ti­ons­platt­form Report24 und den ähn­lich gela­ger­ten Der Sta­tus. Bei­de Platt­for­men wer­den im Kapi­tel „Hete­ro­do­xer Extre­mis­mus“ des aktu­el­len Ver­fas­sungs­schutz­be­richts erwähnt. Report24 ver­brei­te „rechts­extre­mes, staats­feind­li­ches sowie ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­sches Gedan­ken­gut“, Der­Sta­tus hin­ge­gen „eine Kom­bi­na­ti­on aus Kri­tik am ‚Main­stream‘, ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­schen Inhal­ten und rechts­extre­men Paro­len“. Mit „über 500 Arti­keln“, die er gra­tis ver­fasst habe, wie er vor Gericht behaup­te­te, ist Veber dort bei­lei­be kein Gele­gen­heits­au­tor, son­dern offen­bar ein belieb­ter Con­tent-Lie­fe­rant für die Fakenews-Schleudern.

Topfen statt Fakten

Liest man Vebers mitt­ler­wei­le gelösch­ten Post, der ihn vor Gericht brach­te, ver­wun­dert die Ein­schät­zung der Rich­te­rin kaum: „Wir impor­tie­ren Asy­lan­ten mit einem durch­schnitt­li­chen IQ an der Debi­li­täts­gren­ze. Die Asy­lan­ten ver­ge­wal­ti­gen Kin­der. Auf­grund ihrer Debi­li­tät wer­den die Asy­lan­ten von der Jus­tiz geschont.”

In einem ähn­li­chen Duk­tus geht es wei­ter: Veber schreibt von „dum­men, mit­tel­al­ter­lich gewalt­tä­tig sozia­li­sier­ten, isla­mi­schen Kul­tu­ren“. Der „Schwach­sinn“ sei „in die­sen Län­dern“ gang und gäbe. Da bleibt nicht mehr viel zu sagen.

Aus­lö­ser sei­nes Pos­tings war ein Arti­kel über einen in Nor­we­gen ver­ur­teil­ten syri­schen Sexu­al­straf­tä­ter – ver­fasst just von einem rechts­extre­men Jour­na­lis­ten, der im letz­ten Jahr eine Haft­stra­fe wegen schwe­ren Betrugs absit­zen musste.

Angeklagtes Hetz-Posting (Screenshot 1.5.26)
Ange­klag­tes Hetz-Pos­ting (Screen­shot 1.5.26)

Die Ver­tei­di­gungs­li­nie des Inns­bru­ckers mit sei­nem aus­ge­präg­ten Sen­dungs­be­dürf­nis war so klar wie vor­her­seh­bar: Er habe nichts gegen „Asy­lan­ten“ all­ge­mein, ken­ne „Kuba­ner und Afgha­nen per­sön­lich“ und natür­lich: „Mei­nungs­frei­heit!“ Wei­ters behaup­te­te Veber, sei­ne Aus­sa­gen sei­en „Fak­ten und kei­ne Ver­het­zung“. Dem wider­sprach die Rich­te­rin ent­schie­den: „Das ist ein Top­fen, was Sie sagen.“ Dass die­ser Pro­zess mit einer Ver­ur­tei­lung ende­te, ist viel­leicht weni­ger über­ra­schend als die Vor­ge­schich­te des Angeklagten.

„Ex-Grüner“

Veber lässt kaum eine Gele­gen­heit aus, uner­wähnt zu las­sen, dass er frü­her bei den Grü­nen war. Laut sei­nen eige­nen Anga­ben soll er ab 2010 Bun­des­kon­gress­de­le­gier­ter der Inns­bru­cker Grü­nen gewe­sen sein – wobei das mit den Fak­ten bei Chris Veber ja rela­tiv ist. Sie lie­gen bei ihm bekannt­lich nahe am „Top­fen“. Belegt ist jeden­falls, dass sich Veber im Jahr 2017 um die Spit­zen­kan­di­da­tur der Tiro­ler Grü­nen bewarb, damit aber schei­ter­te. Schon damals begann Vebers Fixie­rung auf das The­ma Anti-Migra­ti­on, was letzt­lich zum Bruch mit den Grü­nen führte.

Geschei­tert ist Vebers poli­ti­sche Lauf­bahn aber nicht nur ein­mal. 2019 gab er bekannt, künf­tig mit der Kleinst­par­tei „TUN – Trans­pa­ren­te Unab­hän­gi­ge Neue Gesell­schaft“ poli­tisch aktiv zu sein. Mit TUN mach­te er 2024 Stim­mung gegen die Auf­nah­me von Asyl­su­chen­den und wet­ter­te gegen die Ver­ga­be städ­ti­scher För­der­gel­der für die Regen­bo­gen­pa­ra­de. In einem Inter­view äußer­te er sei­ne Angst vor einem „Kli­ma­fa­schis­mus“. Vebers Ver­schwö­rungs­theo­rie zur Coro­na-Pan­de­mie run­det das Bild ab: „Coro­na war geplant als ewi­ge Geschich­te.“ Mit die­ser wil­den Mischung kün­dig­te er an, Inns­brucks Bür­ger­meis­ter wer­den zu wol­len. Auch dar­aus wur­de nichts: Mit nur 204 Stim­men (gan­zen 0,34 Pro­zent) schei­ter­te die Lis­te TUN deut­lich am Ein­zug in den Inns­bru­cker Gemein­de­rat und er selbst mit noch weni­ger Stim­men bei der Bürgermeisterwahl.

Beruf­lich ist Veber im Immo­bi­li­en-Busi­ness und an einem Spie­le- und Film­ver­sand betei­ligt, des­sen aktu­el­ler Top­sel­ler kaum zufäl­lig der Anti-Migran­ten-Selbst­jus­tiz-Thril­ler „Citi­zen Vigi­lan­te“ ist.

Urteil und Nachgang

Das Gericht ver­ur­teil­te den Ange­klag­ten wegen Ver­het­zung zu einer Geld­stra­fe von 6.000 Euro. Weil Veber unmit­tel­bar nach der Ver­hand­lung Beru­fung ankün­dig­te, ist die Ent­schei­dung nicht rechtskräftig.

Aber es wäre nicht Veber, wür­de er es beim Rechts­streit belas­sen. Schon zwei Tage nach dem Gerichts­pro­zess pos­te­te er auf all sei­nen Kanä­len ellen­lan­ge Bei­trä­ge und Vide­os zu sei­ner Ver­ur­tei­lung „durch die Scher­gen des Ter­ror­staa­tes“, wie er das nennt.

"Anlässlich meiner Verurteilung durch die Schergen des Terrorstaates ein kleines Lied von einem Freund von (und mit) mir. Fickt Euch, Ihr Stiefellecker." (Screenshot FB 17.7.26)
„Anläss­lich mei­ner Ver­ur­tei­lung durch die Scher­gen des Ter­ror­staa­tes ein klei­nes Lied von einem Freund von (und mit) mir. Fickt Euch, Ihr Stie­felle­cker.” (Screen­shot FB 17.7.26)

Dar­in heißt es: „Der Sou­ve­rän wird Öster­reich gründ­lich ent­wo­kei­sie­ren müs­sen, um das Land wie­der auf die rich­ti­ge Spur zu brin­gen.“ Und selbst das Kern­the­ma sei­nes Gerichts­pro­zes­ses lässt er nicht unan­ge­tas­tet, son­dern schüt­tet wei­ter Öl ins juris­ti­sche Feu­er: „Wenn sie einem Syrer auf der Stra­ße begeg­nen, steigt Ihr STATISTISCHES Ver­ge­wal­ti­gungs­ri­si­ko um das 10-Fache. Wenn sie fünf Syrern begeg­nen, soll­ten Sie rennen.”

Es bleibt damit zu befürch­ten, dass wir Franz Chris­ti­an Veber nicht das letz­te Mal vor Gericht erle­ben werden.

Vie­len Dank für die Prozessbeobachtung!

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation, Rechtsextreme Medien
Schlagwörter: Der Status | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | report24 | Tirol | Verhetzung | Verschwörungsideologien

Verwandte Beiträge

  • 29. Dez. 2025
    Hetzpostings vor Gericht: Ex-FPÖ-Mandatar und Sonntagsspaziergänger
    Collage Prozesse (Fotos SdR)
  • 13. Nov. 2025
    Hasskommentar nach Grazer Amoklauf bringt Tiroler vor Gericht
    WhatsApp Facebook Telegram am Smartphone (pixabay)

Beitragsnavigation

« Rene T.: Ein Neonazi, wie er im Buch steht

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter