Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Aufgedeckt | Dokumentation

Lesezeit: 6 Minuten

Schießgesellschaft in Vorchdorf: Bundesheer-Oberst mit Verbindungen

Die Ermittlungen zu jenen Personen, die letzten Samstag in Vorchdorf mit einem Waffenarsenal angerückt waren, um Schießübungen ohne zu schießen zu machen, hätten laut Verfassungsschutz hinsichtlich Extremismus oder Staatsverweigerung keine Ergebnisse gebracht. Wir haben schon etwas gefunden.

15. Okt. 2025
Im Visier
Im Visier

Am Samstag, 11.10., wird die Polizei alarmiert, weil in einem Bauernhof in Vorchdorf (Bez. Gmunden) Menschen mit Langwaffen herumlaufen würden. Als die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort eintrifft, flüchten fünfzehn Personen ins Innere des Bauernhofs, fünf konnten von der Polizei außerhalb angehalten werden. Macht eigentlich 20 Personen. Registriert wurden dann aber nur 19 Personen mit insgesamt 50 Schusswaffen. Das ist bei weitem nicht die wichtigste Unstimmigkeit, die der Öffentlichkeit bisher erzählt wurde.

Gab es eine Schießerei auf dem Gelände? Sprich: Wurden die Sturmgewehre und andere Waffen auch benutzt? Aus dem Kreis der Veranstalter des ominösen Treffens hieß es, es sei nur eine „Trockenübung“ gewesen, also keine Schüsse.

Überhaupt, der Veranstalter: “ laut „Kronen Zeitung“ (14.10.25) der „Brauchtums- und Traditionsverein“, kurz „BTV. Seit wann hält ein solcher Verein Schießübungen ab? Und: Warum benötigen Angehörige des Bundesheeres, die unter den Teilnehmenden waren, Schieß- oder Zielübungen in einem seltsamen „BTV“?

Als der „Standard“ (13.10.25) bei der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) nachfragte, ob es Ermittlungen in Richtung politischer Extremismus oder Terrorismus gebe, hieß es aus dem Innenministerium, bisher nicht: „Aktuell würden Erhebungen durch den Staatsschutz auch nicht erwartet.“ Tags darauf war die Auskunft schon etwas anders:

Am Dienstag ließ die Polizei dann wissen, das oberösterreichische Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung sei bereits am Wochenende vor Ort gewesen. Ermittlungen hinsichtlich Extremismus oder Staatsverweigerung hätten aber „keine Ergebnisse“ gebracht. (derstandard.at, 14.10.25)

Der „Krone“ (14.10.25) gegenüber ist man da – zeitgleich! – ganz anderer Meinung: „Der Staatsschutz ermittelt in Oberösterreich auf Hochtouren“ Was nun?

Die „Oberösterreichischen Nachrichten“ hatten über die Beteiligung von Bundesheerangehörigen bei der Schießsause in Vorchdorf berichtet. Bundesheerangehörige fahren auf einen privaten Bauernhof, um in dubiosem Rahmen Schießübungen zu machen, ohne Schüsse abzugeben?

Der blaue Heeres-Oberst, ein Eklat und die Vereine

Die „Kronen Zeitung“ titelt am 14. Oktober: „50 Waffen, 19 Festnahmen: Heeres-Oberst im Visier“

Bei ihren Ermittlungen konzentrieren sich die Beamten des Landesamtes für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) jetzt aber auf einen Angehörigen des Bundesheeres. Er wird als Rädelsführer des Treffens ins Vorchdorf angesehen und soll sich beim Einsatz auch mit der Polizei angelegt haben. Wie die „Krone“ erfuhr, soll der Oberst mit Dienstort Salzburg herumgebrüllt und nicht eingesehen haben, warum die Polizei aufmarschiert. (krone.at)

Wer ist der renitente Bundesheer-Oberst? Ein Blick ins Vereinsregister hilft weiter: Beim „Brauchtums- und Traditionsverein“ fehlt ein kleines, aber weiterführendes Detail, denn der heißt korrekt „Brauchtumspflege und Traditionsschützen Verein (BTV)“. Da sich die Vereinspräsidentin Michaela S. offenbar um die „Sicherheit für alle rechtstreuen Bürger“ sorgt, hat sie im Juli einen weiteren Verein gegründet, den „Ziel.Sicher e.V. – Waffenhandhabung & Schießfertigkeit in Perfektion“.

Website Verein "Ziel.Sicher e.V": "Sicherheit für alle rechtstreuen Bürger" (Screenshot 15.10.25)
Website Verein „Ziel.Sicher e.V“: „Sicherheit für alle rechtstreuen Bürger“ (Screenshot 15.10.25)

Ihr Vizepräsident ist, wie der Vereinsregisterauszug zeigt, der Bundesheer-Oberst Thomas R.. Der hatte im Jahr 2018 für einen fulminanten Eklat gesorgt. Der „Falter“ (8.8.18) schrieb zum FPÖ-Oberst:

Oberst Thomas R. (…) wollte im Juli Militärkommandant von Salzburg werden. R. (…) warnte nebenher im Magazin der freiheitlichen Heeres-Personalvertreter und einer Broschüre der FPÖ Salzburg vor dem „Eindringen kulturfremder Ethnien in unsere Heimat“. Im Jänner diesen Jahres holte Mario Kunasek Thomas R. vorübergehend als „Personalaushilfe“ in sein Kabinett. Dass R. trotzdem nicht Militärkommandant wurde, hat er einer Gastrede bei einem Kameradschaftsbundtreffen im Innviertler Geretsberg zu verdanken: „Dass das Bundesheer dazu da sei, um Krieg zu führen, dass Österreicher aussterben werden und die Zukunft von ‚Fremden‘ gestaltet werde, zählen zu den harmloseren Aussagen“, schrieben die Oberösterreichischen Nachrichten über R.s Vortrag, der seine vorübergehende Suspendierung zur Folge hatte. (Name von SdR abgekürzt)

Die Skandalrede des Bundesheeroffiziers hatte beim Innviertler Kameradschaftsbund für „Fassungslosigkeit“ gesorgt – und das ist angesichts des wohl kaum links angehauchten Publikums eine Leistung. „Eigentlich hätte der Gastredner, ein hochrangiger Bundesheer-Offizier und Doppelmagister aus Salzburg, einen Vortrag über die Sicherheitslage und Landesverteidigung halten sollen, geworden ist es offenbar eine ‚rassistische Panikmache mit Ausdrücken, die ich so noch nie gehört habe‘, sagt ein empörter Zuhörer“, schrieben die Oberösterreichischen Nachrichten (6.3.18, S. 23) Der „Kurier“ (6.3.18) zitierte den Offizier: „Unsere Bevölkerung wird ausgetauscht, (…) bald wird es einen Anschlag geben und uns allen die Augen öffnen.“

Uns hat das Vereinsregister die Augen geöffnet, denn Thomas R., der verhinderte Salzburger Militärkommandant und Warner vor dem „Bevölkerungsaustausch“, pflegt noch weitere Vereinsbeziehungen – etwa nach Klagenfurt, wo das im Februar 2020 gegründete „Institut für freie Forschung und Förderung der Menschenrechte ‚IFM‘“ ihren Sitz hat. Dort ist Thomas R. ebenfalls Vizepräsident. Der Präsident ist ein alter Bekannter: Karlheinz Klement.

Wer ist Karlheinz Klement?

Karlheinz-Klement (62) war zwischen 2006 und 2008 Nationalratsabgeordneter der FPÖ . zeitweise auch deren Generalsekretär, und wurde 2008 bereits zum dritten Mal aus der FPÖ ausgeschlossen. Als Grund für den Ausschluss wurden damals auch abwertende bzw. hetzerische Äußerungen über Homosexualität („Kultur des Todes“) und „Gender-Wahnsinn“ angeführt – mittlerweile ziemlich anerkannte Positionen in der FPÖ.

2010 war Klement Organisator eines Treffens mit dem mittlerweile verstorbenen Gründer der rechtsterroristischen Neonazi-Gruppe „Europäische Aktion“, dem Holocaustleugner Bernhard Schaub am Christofberg in Kärnten. Klement „sammelte vor dem Treffen am 9. Oktober 2010 die Handys und die daraus entfernten Sim-Karten ein und verpackte beides in Alufolie, um dann mit den anderen TeilnehmerInnen, darunter dem erlauchten Führungskreis der mittlerweile verschiedenen Nationalen Volkspartei (NVP) und der „SS-Liesl“ dem ermüdenden mehrstündigen Vortrag von Schaub über die gerade im Entstehen begriffene Europäische Aktion und die europäisch-arische Herrenrasse zu lauschen.“ (stopptdierechten.at, 12.12.20)

Nach den eher erfolglosen Gesprächen am Christofberg war es eine Zeitlang eher still um Klement. 2013 gründete er eine Firma, die sich mit alternativen Energiesystemen beschäftigte und ihn in späteren Jahren auch wieder mit dem Oberst Thomas R. als Gesellschafter zusammenführte.

2016 trat Klement als Redner beim rechtsextremen Ulrichsbergtreffen auf – gemeinsam mit dem verstorbenen Nazi Herbert Bellschan von Mildenburg und vor einschlägigem Publikum.

Schließlich folgte eine späte, aber sehr vom Untergang geprägte Karriere beim BZÖ bzw. dem, was davon noch übrig war, nachdem fast alle die Partei verlassen hatten. Eigentlich wollte er 2017 mit Martin Rutter, der damals gerade vom Team Stronach ausgeschlossen worden war, eine eigene Partei gründen. Stattdessen wurde er dann Generalsekretär des Rest-BZÖ und wollte Martin Sellner als Spitzenkandidaten gewinnen – eine hübsche Idee, aber Sellner roch den Braten und verließ das sinkende Schiff, bevor er es so richtig betreten hatte. Das BZÖ zerfiel wegen dieses gescheiterten Klement-Coups weiter und bekriegte sich heftig.

2022 wurde Klement noch einmal öffentlich auffällig, weil auf einer Straße bei Moosburg in Kärnten ein Plakat mit seiner Visage und der Parole „Freistaat Kärnten“ angebracht war. Klement ein Staatsverweigerer? Oder einfach nur ein Freund vom Oberst?

Der Oberst, Klement und die Firma

Thomas R. ist mit Klement nicht nur über das „Institut für freie Forschung und Förderung der Menschenrechte“ verbunden, sondern auch etwas handfester über eine Firma, die „ALTERION GmbH – Alternative Energiesystem“, in die der Bundesheer-Oberst 2020 als Gesellschafter eingestiegen ist. Hauptgesellschafter und Geschäftsführer ist Karlheinz Klement.

Alterion GmbH mit Kh. Klement und Thomas R. als Gesellschafter (Screenshot Firmenbuch 15.10.25)
Alterion GmbH mit Kh. Klement und Thomas R. als Gesellschafter (Screenshot Firmenbuch 15.10.25)

Kann der Verfassungsschutz noch immer keinen Bezug zu Extremismus feststellen? Aber vielleicht verbringen die beiden, der Ex-Politiker und der Bundesheer-Oberst, ihre Zeit mittlerweile mit der Förderung von Menschenrechten …

➡️ Der Bundesheer-Oberst, ein Waffenrechtspamphlet und noch ein rechtsextremer Verein

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Aufgedeckt, Dokumentation
Schlagwörter: Bundesheer | BZÖ | Europäische Aktion | FPÖ | Kärnten/Koroška | Oberösterreich | Rechtsextremismus | Salzburg

Verwandte Beiträge

  • 11. Sep. 2019
    Haiders BZÖ rinnt aus
  • 11. Nov. 2010
    Kärnten: Klement organisiert ein Nazi-Treffen

Beitragsnavigation

« Feldkirch: Gefährliche Drohung durch ein Member der „Black Elite Brotherhood“
Mélange KW 41/25 (Teil 1): Amoktat als Scherz – kein Witz! »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter