We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 5 Minuten

Identitären-Prozess in Graz: ein Resümee zum Ausgang der ersten Runde

Alle 17 Ange­klag­ten wur­den im Iden­ti­tä­ren-Pro­zess in Graz von den wesent­li­chen Ankla­ge­punk­ten frei­ge­spro­chen. Schuld­sprü­che erhiel­ten zwei Ange­klag­te wegen Sach­be­schä­di­gung, Kör­per­ver­let­zung und Nöti­gung. Eine Einordnung.

27. Juli 2018
Martin Sellner & Co., im Hintergrund Felix Budin und Richard Pfingstl (© SdR)
Martin Sellner & Co., im Hintergrund Felix Budin und Richard Pfingstl (© SdR)

Die Quint­essenz zum vor­läu­fi­gen Aus­gang des Pro­zes­ses ist schnell her­aus­ge­fil­tert: Wür­de man die Iden­ti­tä­ren für deren Hetz­pa­ro­len bestra­fen, dann müss­te man es auch bei den Regie­rungs­par­tei­en tun – so zumin­dest sinn­ge­mäß der Rich­ter. Rechts­extre­mis­mus mit einer neo­fa­schis­ti­schen Aus­prä­gung ist nicht straf­bar, das wur­de nun auch per Gerichts­ur­teil festgehalten.

Ob die Beru­fung durch die Staats­an­walt­schaft gegen den erst­in­stanz­li­chen Frei­spruch in den zwei zen­tra­len Ankla­ge­punk­ten (Bil­dung einer kri­mi­nel­len Orga­ni­sa­ti­on und Ver­het­zung), der „im Zwei­fel für die Ange­klag­ten“ erfolg­te, zu einem ande­ren Ergeb­nis kommt, bleibt abzu­war­ten. Ein Neben­aspekt: Wer über die Ange­klag­ten böse urtei­len woll­te, könn­te die iden­ti­tä­ren Her­ren zu einem ganz gro­ßen Teil als „Sozi­al­schma­rot­zer“ bezeich­nen – zumin­dest in der Dik­ti­on von Rechtsextremen.

© Stoppt die Rechten

Zum an sich wenig über­ra­schen­den Aus­gang des Pro­zes­ses gegen die 17 in Graz ange­klag­ten iden­ti­tä­ren Kader und Akti­vis­tIn­nen in Graz wur­de in ers­ten Kom­men­ta­ren alles Wich­ti­ge gesagt: Das Doku­men­ta­ti­ons­ar­chiv des öster­rei­chi­schen Wider­stands (DÖW) ver­weist in sei­ner Stel­lung­nah­me nicht nur auf den Ver­het­zungs­pa­ra­gra­fen, nach dem seit sei­ner Novel­lie­rung 2015 der Vor­satz der Ver­het­zung nach­zu­wei­sen ist und es nicht mehr reicht, bestimm­te Äuße­run­gen als ver­het­ze­risch zu qua­li­fi­zie­ren, son­dern auch dar­auf, dass das Urteil kei­ner­lei Ein­fluss auf die Ein­ord­nung der Iden­ti­tä­ren als rechts­extrem nimmt:

Los­ge­löst vom kon­kre­ten Anlass­fall ist ein­mal mehr zu unter­strei­chen, dass Rechts­extre­mis­mus in Öster­reich nur in sei­ner neo­na­zis­ti­schen Vari­an­te (Ver­bots­ge­setz) ver­bo­ten ist – sowie in jenen Äuße­rungs­for­men, die Ver­het­zung im Sin­ne des Geset­zes­tex­tes ver­wirk­li­chen. Die von der IBÖ vor­ge­nom­me­ne rhe­to­ri­sche Moder­ni­sie­rung des alt­rech­ten Pro­jekts einer eth­ni­schen Homo­ge­ni­sie­rung hat den Rechts­extre­mis­mus ein Stück weit gegen juris­ti­sche Ver­fol­gung immu­ni­siert, wie das vor­lie­gen­de Urteil doku­men­tiert. Gleich­zei­tig ist fest­zu­hal­ten, dass ange­sichts der erwähn­ten Rechts­la­ge ein Frei­spruch vom Vor­wurf der Wie­der­be­tä­ti­gung oder der Ver­het­zung nicht als ver­läss­li­cher Nach­weis einer nicht-rechts­extre­men Aus­rich­tung die­nen kann.

Richard Pfingstl und Felix Budin in der Schlan­ge der Iden­ti­tä­ren.  © Stoppt die Rechten

Wal­ter Mül­ler geht im Stan­dard auf die Urteils­be­grün­dung ein und bezeich­net die­se als „Frei­brief für Rechtsextreme“.

Der Rich­ter war der Mei­nung, all die frem­den- und islam­feind­li­chen, laut Ankla­ge het­ze­ri­schen Aktio­nen der Iden­ti­tä­ren sei­en im Grund legi­tim, die Paro­len viel­leicht zuge­spitzt, aber nicht straf­bar. Ein ähn­lich radi­ka­les Wor­ding – ‚Stopp dem Asyl­wahn­sinn’ etwa – wer­de ja auch von Regie­rungs­par­tei­en ver­wen­det. Und der Anwalt der Ange­klag­ten mein­te kühl, dass er zwi­schen den Aus­sa­gen von Bun­des­kanz­ler Sebas­ti­an Kurz und sei­nem FPÖ-Vize Heinz-Chris­ti­an Stra­che sowie jenen der Iden­ti­tä­ren par­tout kei­nen Unter­schied erken­nen kön­ne. Auch die offi­zi­el­le Poli­tik agi­tie­re gegen den poli­ti­schen Islam und die Migration.

Richard Pfingstl, Franz Radl und Felix Budin (© SdR)
Richard Pfingstl, Franz Radl und Felix Budin (© SdR)
Kon­ti­nui­tät seit 2008: Mar­tin Sell­ner, 4. von links, kommt gemein­sam mit Felix Budin, 2. v.l. hin­ter Sell­ner, (und Gott­fried Küs­sel) zum Geden­ken an den Natio­nal­so­zia­lis­ten Wal­ter Nowot­ny. Wien, 9. Novem­ber 2008. Sie­he kuesselskameraden.blogsport.eu

Da ist sowohl dem Rich­ter als auch dem Anwalt recht zu geben, wie­wohl bei den Iden­ti­tä­ren hin­zu­kommt, dass deren Ver­ei­ni­gung bewusst zum Zweck der Het­ze und eines dafür die­nen­den Aktio­nis­mus als vor­ran­gi­ges Ziel gegrün­det wur­de. Dass die Beweis­mit­tel für eine Ver­ur­tei­lung nicht reich­ten, mag ver­wun­dern, und die Jus­tiz muss sich die Fra­ge gefal­len las­sen, war­um es denn dann über­haupt zu die­ser Ankla­ge gekom­men ist, wenn die­se mit dem pau­scha­len Frei­spruch in den Haupt­an­kla­ge­punk­ten so ful­mi­nant schei­ter­te und dadurch den Iden­ti­tä­ren zu einem PR-Coup ver­hol­fen wur­de, denn das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um kann eine Ankla­ge per Wei­sung ver­hin­dern, wenn eine Ver­ur­tei­lung als unwahr­schein­lich erscheint. Ob das nun durch die vol­le Beru­fung, die die Staats­an­walt­schaft ein­ge­legt hat, kor­ri­giert wer­den kann oder bei einem even­tu­el­len neu­er­li­chen Frei­spruch oder durch die Ableh­nung der Beru­fung noch ver­stärkt wird, bleibt abzuwarten.

Florian Klenk: Der Justizminister hat den Identitären mit dieser juristusch schundigen Anklage einen großen PR-Erfolg ermöglicht. (Twitter 26.7.18)
Flo­ri­an Klenk: Der Jus­tiz­mi­nis­ter hat den Iden­ti­tä­ren mit die­ser juris­tusch schun­di­gen Ankla­ge einen gro­ßen PR-Erfolg ermög­licht. (Twit­ter 26.7.18)

Ein Aspekt zu den Ange­klag­ten wäre noch hin­zu­zu­fü­gen: Es waren 16 Män­ner vor Gericht und eine 17-jäh­ri­ge Frau aus der West­stei­er­mark, die angab, mehr oder weni­ger hin­ein­ge­ra­ten zu sein. Als Lehr­ling steht sie nach dem Abbruch einer Schu­le als ein­zi­ge unter den Ange­klag­ten in einem gere­gel­ten Full­time-Job. Wie aus den Befra­gun­gen vor Gericht her­vor­geht, sind min­des­tens drei der Ange­klag­ten arbeits­los, min­des­tens vier haben kein Ein­kom­men und leben teil­wei­se (?) vom Geld der Eltern, zwei haben höhe­re Schul­den, einer bezieht ein staat­li­ches Sti­pen­di­um und einer absol­viert gera­de sei­nen Grund­wehr­dienst. Ins­ge­samt stellt sich also die öko­no­mi­sche Situa­ti­on der „besorg­ten Nor­mal­bür­ger“ als ziem­lich deso­lat dar. Wür­de es sich hier­bei um eine Grup­pe von Zuge­wan­der­ten oder Asyl­be­rech­tig­ten han­deln, wäre der Auf­schrei groß und die Bezeich­nung „Sozi­al­schma­rot­zer“ eine von meh­re­ren Titu­lie­run­gen die­ser Art.

© Stoppt die Rechten

Da nimmt sich Mar­tin Sell­ner fast als Groß­ver­die­ner unter sei­nen Kame­ra­den aus: Laut Eigen­an­ga­be bezieht er um die 1.000.- Monats­ver­dienst aus selb­stän­di­ger Tätig­keit. Das Finanz­ge­ba­ren der Iden­ti­tä­ren wird aber zumin­dest bei Mar­tin Sell­ner und Patrick Len­art noch eine gewich­ti­ge Rol­le spielen.

Im Pro­zess kam auch die Spra­che auf die finan­zi­el­len Mit­tel der ‚Iden­ti­tä­ren’: 704.000 Euro sol­len sie von 2012 bis 2017 ein­ge­nom­men haben, ein­ge­rech­net sind die Ein­nah­men des Online­shops der ‚PHXE Crea­ti­ves OG’. Von 13.400 Euro im Jahr 2014 hät­ten sich die Ein­nah­men auf 471.000 Euro im Jahr 2017 erhöht — ver­teilt waren die Gel­der auf über 30 Kon­ten, bis die Ban­ken die­se auf­kün­dig­ten. Inwie­weit die Geld­flüs­se legal sind, ist Gegen­stand wei­te­rer Ermitt­lungs­tä­tig­keit und an ande­rer Stel­le zu klä­ren, so das Schluss­wort des Richters.

Wir dan­ken dem Kol­lek­tiv von prozess.report für die Beglei­tung des Pro­zes­ses und die Über­mitt­lung von Informationen.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Identitäre | Körperverletzung | Rechtsextremismus | Steiermark | Vandalismus/Sachbeschädigung/Schmierereien | Verhetzung

Beitragsnavigation

« Der Mörder und die Neonazis
Mélange KW 30/18 »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter