GGI biegt scharf rechts ab

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All­jähr­lich wird in Wien „Das Gol­de­ne Brett“ ver­ge­ben, der „ers­te Nega­tiv­preis für Pseu­do­wis­sen­schaf­ten im deutsch­spra­chi­gen Raum“. Am 5. Okto­ber war es wie­der ein­mal so weit. Die Ver­an­stal­ter hat­ten frei­lich nicht mit einer Stör­ak­ti­on gerech­net: vom Ver­ein „Grü­ne gegen Impf­pflicht“ (GGI), der nicht nur die Preis­ver­lei­hung stör­te, son­dern auch eige­ne Prei­se ver­lieh, näm­lich an Rech­te und Rechtsextreme.

Ursprüng­lich waren die GGI eine lose Initia­ti­ve, die sich gegen ver­schie­de­ne Maß­nah­men des Coro­na-Manage­ments der Bun­des­re­gie­rung und die im Novem­ber 2021 von Bun­des­re­gie­rung und Lan­des­haupt­leu­ten ver­ord­ne­te Impf­pflicht aus­sprach und sich dabei auf grü­ne Grund­wer­te berief. Initiator*innen waren eini­ge Funktionär*innen und Mit­glie­der der Grü­nen, dar­un­ter die frü­he­re Bun­des­spre­che­rin Made­lei­ne Petro­vic. Im Febru­ar 2022 kon­sti­tu­ier­te sich dann der „GGI – Grü­ner Ver­ein für Grund­rech­te und Informationsfreiheit”.

Infor­ma­ti­ons­frei­heit? Wel­che Infor­ma­ti­ons­frei­heit ist damit gemeint? Offen­sicht­lich die Frei­heit von jeg­li­cher Infor­ma­ti­on. Bei der Ver­an­stal­tung der Wie­ner Skep­ti­ker bzw. der Gesell­schaft für kri­ti­sches Den­ken, die seit 2011 den Preis für das „Gol­de­ne Brett“ (vorm Kopf) aus­rich­ten, zeich­ne­ten sich die Aktivist*innen der GGI durch detail­liert geplan­te mas­si­ve Stör­ak­tio­nen und regel­rech­te Tumul­te gegen die Lau­da­tio­nes für die Nomi­nier­ten aus. „profil.at“ (7.10.23) ver­öf­fent­lich­te in sei­nem Kurz­be­richt über die Ver­an­stal­tung ein Fak­si­mi­le der Anwei­sun­gen für die Stör­ak­tio­nen. Im You­Tube-Video vom Liev­stream der Ver­an­stal­tung lässt sich das gut beobachten.

Die rechte Preisverleihung durch die GGI

„Mit­ein­an­der statt gegen­ein­an­der“ ver­spricht die GGI zu agie­ren – davon ist aller­dings nichts mehr zu bemer­ken. Vor der Preis­ver­lei­hung für das „Gol­de­ne Brett“ ver­an­stal­te­te die GGI bei einer Kund­ge­bung vor dem Wie­ner Stadt­saal eine Preis­ver­lei­hung der beson­de­ren Art. Für „Mut, Lie­be, Unbeug­sam­keit“ wur­den so ziem­lich alle Teilnehmer*innen der Kund­ge­bung aus­ge­zeich­net – vor­wie­gend Rech­te bzw. Rechtsextreme.

So erhiel­ten die Medail­len der GGI

  • Flo­ri­an Machl, der Macher des rechts­extre­men Ver­schwö­rer­me­di­ums „report24.news”.
  • Peter May­er, der den eben­falls sehr rech­ten Ver­schwö­rer­blog „tkp“ herausgibt.
  • Chris­ti­an Schott, Geschäfts­füh­rer des ober­ös­ter­rei­chi­schen Regio­nal-TV-Sen­der RTV, der pro­gram­ma­tisch auf glei­cher Wel­len­län­ge wie die zuvor Genann­ten liegt.
  • Max Pucher vom Unter­neh­mer­ge­werk­schafts­ver­ein „Uni­on Sou­ve­rä­ni­tät“, der in übli­cher rechts­extre­mer Dik­ti­on gegen die angeb­li­che Herr­schaft der „Glo­ba­lis­ten“ wettert.
  • Han­nes Hof­bau­er, Publi­zist, der Putin als „Licht­ge­stalt“ abfei­er­te und sich immer wie­der in Quer­front­de­bat­ten versucht.
  • Alex­an­der Ehr­lich, der pan­de­mie­ge­schäfts­tüch­ti­ge Bus­un­ter­neh­mer von „Hon­ks for Hope“, der schon mehr­mals auf­fäl­lig war.
  • Mar­kus Haintz, ein Anwalt aus der deut­schen Coro­na-Sze­ne, über den „cor­rec­tiv“ schrieb:

    Die­ser reist von Demons­tra­ti­on zu Demons­tra­ti­on und ist an vie­len Initia­ti­ven lose betei­ligt, dar­un­ter Quer­den­ken 711, Anwäl­te für Auf­klä­rung, kurz­zei­tig war er auch Mit­glied der Quer­den­ker-Par­tei Die Basis. Im Sep­tem­ber 2021 hat Haintz ein Inter­view mit dem bra­si­lia­ni­schen Prä­si­den­ten Jair Bol­so­n­a­ro geführt.

  • Noch eine Rei­he wei­te­rer Per­so­nen bzw. Initia­ti­ven erhiel­ten Aus­zeich­nun­gen der GGI, dar­un­ter pas­sen­der­wei­se auch die GGI.

Wer ist die GGI?

Auf ihrer Web­site führt die GGI an, dass 140 Funktionär*innen, 188 Mit­glie­der und 5.612 Wähler*innen der Grü­nen ihre Tätig­keit unter­stüt­zen wür­den. Auch 1.848 ehe­ma­li­ge Wähler*innen wür­den sich unter den mitt­ler­wei­le 24.951 Unterzeichner*innen befin­den. Aber: Wie will man kor­rekt (ehe­ma­li­ge) Wähler*innen bzw. Ehe­ma­li­ge bei einer simp­len Unter­schrif­ten­ak­ti­on fest­stel­len? Simp­le Ant­wort: Es geht nicht!

Die Zah­len der Unterzeichner*innen ins­ge­samt wir­ken beacht­lich, auch wenn es eini­ge unter ihnen gibt, die zwei- oder drei­mal unter­schrie­ben haben. Neben den Anga­ben über (ehe­ma­li­ge) Wähler*innen irri­tiert jedoch viel mehr, dass uns schon bei einem sehr ober­fläch­li­chen Über­blick Funk­tio­nä­re der FPÖ und ande­re rechts­extre­me Aktivist*innen ins Auge ste­chen, dar­un­ter die Unter­zeich­ne­rin eines Brie­fes an den frü­he­ren ira­ni­schen Prä­si­den­ten Ahma­di­ne­jad, in dem die­ser für sei­ne Holo­caust­leug­nung beju­belt wur­de, ein Akti­vist der ver­bli­che­nen neo­na­zis­ti­schen Par­tei des Vol­kes, Aktivist*innen von völ­ki­schen Ver­ei­nen, ein Pre­di­ger der Neu­en Ger­ma­ni­schen Medi­zin von Ryke Geerd Hamer usw. – Sei­te an Sei­te mit ehe­ma­li­gen oder akti­ven Grünen?

Rechte „Erneuerung der Politik“?

Auf ihrer Web­site ver­spricht die GGI, sich für ein „gutes Mit­ein­an­der und eine Erneue­rung der Poli­tik“ ein­set­zen zu wol­len. Das mit dem „guten Mit­ein­an­der“ kann nach dem Auf­tritt beim „Gol­de­nen Brett“ schon ad acta gelegt wer­den. Auch die „Erneue­rung der Poli­tik“ sieht ziem­lich alt­rechts aus: Machl, May­er, Schott, Pucher usw. – da feh­len bloß noch Ste­fan Magnet und Mar­tin Sellner.

Ach so, der Ste­fan Magnet war schon dabei? Bei den „Bet­ter Way“-Tagen im Sep­tem­ber 22 hat­te er einen Auf­tritt, wie auch Sucha­rit Bhak­di, des­sen Frau Kari­na Reiss oder Robert Mal­o­ne. GGI war nicht der Ver­an­stal­ter die­ser Kon­fe­renz, emp­fahl sie aber über den ver­eins­in­ter­nen Ver­an­stal­tungs­ka­len­der wie Ver­an­stal­tun­gen mit Gudu­la Wal­ters­kir­chen, Ulri­ke Gué­rot und Danie­le Ganser.

Womit wir wie­der beim „Gol­de­nen Brett“ wären. Ulri­ke Gué­rot, Ste­fan Hom­burg und der Ser­vus-TV-Inten­dant und Redak­teur Fer­di­nand Weg­schei­der stan­den auf der Short­list für den Sati­re­preis. Gewon­nen hat ihn Ulri­ke Gué­rot. Danie­le Gan­ser erhielt das „Gol­de­ne Brett“ für sein Lebenswerk.

Das Goldene Brett 2023 für Ulrike Guérot (Screenshot YT Livestream der Verleihung)

Das Gol­de­ne Brett 2023 für Ulri­ke Gué­rot (Screen­shot YT-Live­stream der Ver­lei­hung)

Für die GGI zahl­ten sich die Medail­len an Flo­ri­an Machl und Peter May­er post­wen­dend dadurch aus, dass bei­de in ihren Medi­en Orga­ni­sa­ti­on und Preisredner*innen von „Das Gol­de­ne Brett“ nie­der­mach­ten und die von GGI und ande­ren ver­ur­sach­ten Tumul­te, Schrei­ak­tio­nen sowie die GGI-Gegen­ver­an­stal­tung in höchs­ten Tönen lob­preis­ten. Machl bezeich­net in sei­nem „report24“ das „Gol­de­ne Brett“ als „Denun­zie­rungs­par­ty“ und „pri­mi­ti­ve Ver­höh­nung Abwe­sen­der“ (die Aus­ge­zeich­ne­ten hat­ten Ein­la­dun­gen erhal­ten), wäh­rend May­er auf „tkp“ in Miss­ach­tung oder Unkennt­nis der Geschich­te von einem neu­en Tief­punkt der „Ver­un­glimp­fung und Ver­ächt­lich­ma­chung seriö­ser Wis­sen­schaft­ler seit Gali­leo Gali­lei“ sprach. Mit den seriö­sen Wissenschafter*innen mein­te er die für das „Gol­de­ne Brett“ Nominierten.

Das erin­nert an die Aus­sa­ge von Nora Sum­mer (das war die Mode­ra­to­rin der GGI-Gegen­ver­an­stal­tung), die von Mar­tin Pun­ti­gam, dem Mode­ra­tor beim „Gol­de­nen Brett“, sogar auf die Büh­ne für ein State­ment gebe­ten wur­de und dort als „Sach­ar­gu­ment“ ein­brach­te: wenn Pseu­do­wis­sen­schaf­ter einen Preis für Pseu­do­wis­sen­schaft ver­ge­ben, dann ist das so wie in der Mathe­ma­tik: Minus mal Minus ergibt Plus. Ja, so ein­fach und nichts­sa­gend kann man es sich machen. Nora Sum­mers Pro­fes­si­on ist übri­gens die Astrologie.

Auszüge aus den Laudationes für die Nominierten „Das Goldene Brett“

Wir haben von den Ver­an­stal­tern die Erlaub­nis erhal­ten, aus den schrift­li­chen Ver­sio­nen der Lau­da­tio­nes län­ge­re Pas­sa­gen zu zitie­ren. Wem das nicht reicht und wem es wich­tig ist, auch die Tumul­te und Stö­run­gen mit­zu­er­le­ben, dem/der sei das Video des Live­streams emp­foh­len. Von der Lau­da­tio von Mar­tin Thür auf Danie­le Gan­ser liegt uns lei­der kein Skript vor.

Gerald Gart­leh­ner über Fer­di­nand Wegscheider

Sprach­lich hat er wenig Berüh­rungs­ängs­te mit rech­ten Platt­for­men wie den Quer­den­kern oder QAnon. Er ver­wen­det statt Pan­de­mie, zum Bei­spiel, immer den Begriff „PLan­de­mie”. „Plan­de­mie” insi­nu­iert, dass hin­ter der Coro­na-Pan­de­mie ein böser Mas­ter­plan steckt, um Frei­heits­rech­te zu ver­nich­ten, Zen­sur ein­zu­füh­ren und Men­schen in kon­trol­lier­te Scha­fe zu ver­wan­deln, die sich wil­lig imp­fen lassen.

In sei­ner Sen­dung war Sati­re immer wie­der nur das Män­tel­chen, mit dem Falsch­in­for­ma­tio­nen, Wis­sen­schafts­feind­lich­keit und Ver­schwö­rungs­theo­rien getarnt wur­den. (…) Zum Bei­spiel: Am 7. Novem­ber 2021 behaup­tet er, dass Iver­mec­tin „in vie­len Län­dern erfolg­reich gegen COVID ein­ge­setzt wird“. Sati­re ist hier schwer zu erken­nen, nicht ein­mal Humor. Die Aus­sa­ge ist schlicht und ein­fach wis­sen­schaft­li­cher Unsinn. Iver­mec­tin wur­de nie in vie­len Län­dern erfolg­reich ein­ge­setzt, Iver­mec­tin hat aber in vie­len Län­dern zu Ver­gif­tun­gen und sogar Todes­fäl­len geführt. Auch in Bezug auf Imp­fun­gen hat Fer­di­nand Weg­schei­der immer wie­der ähn­li­che, fal­sche Behaup­tun­gen, getarnt als Sati­re, aufgestellt. (…)

Adel­heid Kast­ner über Ste­fan Homburg

Mit 29 Jah­ren erhielt er eine Pro­fes­sur an der Uni Bonn und war jah­re­lang als Bera­ter der Regie­rung tätig, wobei er sein Wis­sen und sei­ne unver­gleich­li­che Gelehr­sam­keit ger­ne auch in TV-Talk­shows einer grö­ße­ren Öffent­lich­keit zur Kennt­nis brach­te. 1997 wur­de er Direk­tor des Insti­tuts für öffent­li­che Finan­zen an der Uni­ver­si­tät Han­no­ver und ver­trat zuneh­mend radi­kal-libe­ra­le Wirtschaftsansichten. (…)

Die von ihm ange­wand­te Metho­dik war und ist rela­tiv sim­pel und land­läu­fig unter dem Begriff der „Mani­pu­la­ti­on“ zu sub­su­mie­ren, Unter­grup­pe „cher­ry-picking“: Aus einer Viel­zahl von Daten wer­den die­je­ni­gen her­aus­ge­pickt, die sich gut in das eige­ne Kon­zept ein­fü­gen las­sen, wenn man sie aus den ursprüng­li­chen Zusam­men­hän­gen her­aus­löst. Die­se Zusam­men­hän­ge, die mög­li­cher­wei­se den Sinn­ge­halt des Her­aus­ge­pick­ten dia­me­tral ver­än­dern oder zumin­dest maß­geb­lich rela­ti­vie­ren, wer­den unter den Tisch gekehrt. Der­art kon­text-freie Behaup­tun­gen sind natür­lich kei­ne frei erfun­de­nen Lügen im enge­ren Sinn, errei­chen aber im Ergeb­nis das­sel­be und kre­ieren irre­füh­ren­de „alter­na­ti­ve Fakten“.

Deren Über­prü­fung wie­der­um ist auf­wän­dig und wenn die Aus­sa­gen von einer renom­mier­ten und wis­sen­schaft­lich erfah­re­nen „Kapa­zi­tät“ kom­men, ist die Not­wen­dig­keit einer sol­chen Kon­trol­le auch nicht unmit­tel­bar evi­dent. Natür­lich ist die­se Metho­dik alles ande­re als wis­sen­schaft­lich, wes­halb der Öko­nom Rudi Bach­mann von der US-Uni Not­re-Dame auch for­mu­lier­te, dass jeder Dok­to­rand der Öko­no­mik bei solch gro­ben Feh­lern durchs Examen gefal­len wäre. Wie­der ande­re, dar­un­ter Sebas­ti­an Dul­li­en, Direk­tor des IMK (Insti­tut für Makro­öko­no­mie und Kon­junk­tur­for­schung) bemerk­ten kri­tisch, dass sich Hom­burg mit sei­nen COVID-bezo­ge­nen Äuße­run­gen mei­len­weit von sei­ner Kern­kom­pe­tenz ent­fernt hat­te und ver­merk­ten kri­tisch, dass er sich da in einem Bereich äuße­re, der von Viro­lo­gen und Epi­de­mio­lo­gen wesent­lich bes­ser abge­han­delt wer­de kön­ne und in dem er kei­ner­lei Fach­kennt­nis­se habe. (…)

Hom­burg galop­pier­te mun­ter wei­ter und zeig­te ganz erstaun­li­che Kom­pe­tenz­zu­wäch­se. Coro­na? Alles geklärt, auf zu neu­en Ufern! Da lei­der kein neu­es Virus in Sicht war, muss­te man sich mit Alt­be­kann­tem begnü­gen; was war nun schnell die letz­te welt­um­fas­sen­de Seu­che? Ach ja, HIV! Auch hier war ihm prompt klar: Alles Fake! Von Fau­ci zu einer Krank­heit sti­li­siert, nur um sei­ne Kar­rie­re zu för­dern! (Hom­burg muss­te ja wis­sen, wie das funk­tio­niert, er hat­te gera­de sozu­sa­gen in die Gegen­rich­tung sei­ne eige­ne „Berühmt­heit“ eta­bliert und die Twit­ter-Per­len sei­ner Weis­heit in Buch­form ver­mark­tet). „Der Test ist die Krank­heit. Egal ob HIV oder Coro­na.“ „Men­schen mit HIV-Test wer­den für krank erklärt, sie wer­den ver­ängs­tigt, lei­den und erhal­ten lebens­lang Medi­ka­men­te. Was ist der Unter­schied zum Corona-Fake?“

Danie­la Anget­ter-Pfeif­fer über Ulri­ke Guérot

Aber zum Glück gibt es für die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin ganz aktu­el­le The­men, wo sie sich „pro­fi­lie­ren“ kann. Im Ukrai­ne­krieg muss ja wohl gemäß ihrer Aus­bil­dung ihre Exper­ti­se gefragt sein. Immer­hin tour­te sie zu die­sem The­ma durch diver­se Talk Shows und tin­gel­te auf You­tube-Kanä­len. Und nun konn­ten wir end­lich die vie­len Infor­ma­tio­nen von mili­tä­ri­schen, wirt­schaft­li­chen oder poli­ti­schen Exper­tin­nen und Exper­ten ver­ges­sen, es ist näm­lich ganz ein­fach: Frau Gué­rot hat die Weis­heit gepach­tet: Der Ukrai­ne­krieg ist ein „lang vor­be­rei­te­ter ame­ri­ka­ni­scher Stell­ver­tre­ter­krieg“. Sie belehrt uns, dass das gro­ße stra­te­gi­sche Ziel der US-ame­ri­ka­ni­schen Außen­po­li­tik sei, Russ­land und die Euro­päi­sche Uni­on von­ein­an­der zu ent­frem­den, und die Ukrai­ne wäre das Mit­tel dazu. Daher habe die Ukrai­ne auch kein Selbst­ver­tei­di­gungs­recht und benö­ti­ge auch kei­ne Waf­fen. Um ihren Aus­sa­gen noch mehr Gewicht zu ver­lei­hen, stützt sie sich auf das Exper­ten­wis­sen des Quer­den­kers Danie­le Gan­ser, dem immer­hin auch nach­ge­sagt wird, dass er nichts wis­sen­schaft­lich belegt. Die Ame­ri­ka­ner sind also schuld, und mit den USA als Ord­nungs­macht wird es in Euro­pa kei­nen Frie­den geben.

(…) falls Karin Kneissl mal eine Gefähr­tin in Russ­land benö­tigt, Gué­rot wür­de sich anbie­ten. (…) Letzt­lich ver­glich sie Coro­na sogar mit 9/11, offen­sicht­lich aus Furcht, nun für immer Mas­ken tra­gen zu müs­sen, denn obwohl 9/11 schon 22 Jahr her ist, sind Flug­hä­fen für sie noch immer Hoch­si­cher­heits­trak­te und sie darf kei­nen Flie­ger mit einer Fla­sche Was­ser oder einem Lip­pen­stift betre­ten. Die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen der Coro­na-Pan­de­mie woll­te sie dem Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof in Den Haag übergeben.

➡️ derstandard.at: Das „Gol­de­ne Brett” lässt uns den Atem Putins spüren