Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 6 Minuten

Provisorischer Gauführer im Greifbereich

Angezeigt haben wir St. S. im Juli 2018 – wegen des gut begründeten Verdachts der NS-Wiederbetätigung. Über Facebook, vk.com, Twitter, einen Blog und vermutlich über weitere Kanäle hat er seit Jahren braunen und antisemitischen Dreck verbreitet. Vor über zehn Jahren war er noch Funktionär bei der verblichenen neonazistischen NVP, zuletzt bezeichnete er sich als „provisorischer Stellvertreter des Deutschen Reiches in der Ostmark“. Am 9. Juni musste er sich wegen Wiederbetätigung vor einem Geschworenengericht in Wels verantworten und kassierte – vorläufig – acht Jahre Haft mit anschließender Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Warum?

1. Juli 2020

Das Urteil des Landesgerichtes Wels ist noch nicht rechtskräftig, weil beide Seiten (Verteidigung und Staatsanwaltschaft) Rechtsmittel angemeldet haben. Zu der Verhandlung gegen St. S. gibt es bislang auch keine Prozessberichterstattung im eigentlichen Sinn – es waren offensichtlich keine Journalist*innen vor Ort. Das Landesgericht hat daraufhin – dankenswerterweise – in einer knappen Presseaussendung über die Anklage und das Urteil informiert. Das – auf den ersten Blick – harte Urteil erklärt sich daraus, dass nicht nur der § 3g Verbotsgesetz  zur Anwendung kam, sondern auch der § 3d, der deutlich schärfere Strafen vorsieht.

St. S. ist ein notorischer Antisemit, Verschwörungsheini und Neonazi. Als sein Geburtsdatum gibt er den 20. April 1945 an (sein richtiges Geburtsdatum ist ein anderes im Jahr 1962), was ihm die Möglichkeit eröffnete, bei Geburtstagsglückwünschen devotest auf den Geburtstag „seines“ Führers hinzuweisen. Seit wann St. S. braunen Dreck über seine diversen Kanäle verteilt, ist unklar. Schwer vorstellbar auch, dass das niemandem unter seinen Freundschaften aufgefallen sein soll.

St.S. auf Facebook zum 20.4.: "Es ist der Ehrentag des Führers"
St.S. auf Facebook zum 20.4.: „Es ist der Ehrentag des Führers“

Sein Twitter-Konto, das er unter seinem Fake-Namen Stephano N. betrieb, wies ihn schon mit dem Titelfoto als Neonazi aus: Es zeigte einen Adler, der ein zur Hälfte verdecktes Hakenkreuz in seinen Klauen hält. Dort wies er sich auch als „provisorischer Stellvertreter des Deutschen Reiches in der Ostmark“ aus. Am 21. April 2018 verlinkte er zu einer von ihm selbst als „verboten“ eingestuften Hitler-Rede auf YouTube, die mittlerweile für etliche Länder (darunter Österreich) gesperrt ist.

St.S. auf Twitter mit Reichadler und Hakenkreuz und "Prov. Stellvertreter des Deutschen Reichs für die Ostmark! Es gilt das Recht & die Verfassung des Deutschen Reiches! Alle Rechte vorbehalten!"
St.S. auf Twitter mit Reichsadler, Hakenkreuz und „Prov. Stellvertreter des Deutschen Reichs für die Ostmark! Es gilt das Recht & die Verfassung des Deutschen Reiches! Alle Rechte vorbehalten!“
S. teilt verbotene Hitler-Rede
S. teilt verbotene Hitler-Rede

Am 25. März 18 twitterte er: „Alliierte Verbrechen und deren Betrügereien ! Und uns dann vor Gericht erpressen und belügen sowie täuschen wollen. Die Tage der jüdischen Lügen & des Betruges sind gezählt !“

In dieser Machart postete er auch auf Facebook, wo er ebenfalls mit seinem Nickname Stephano N. unterwegs war. Am 28. November 2015 verlinkte er zu einem Beitrag auf google+ mit einem Foto, auf dem wie bei Twitter teilweise verdeckte Hakenkreuze auf Nazi-Flaggen zu sehen waren. Im Jänner 2016 erschien dann ein Beitrag mit einem von ihm der Hitler-Schwester Paula zugeschriebenen Zitat :

Euer Name wird längst mit Eurem Leichnam zerfallen – vergessen und vermodert sein – während der Name Adolf Hitlers immer noch leuchten und lodern wird! Ihr könnt ihn nicht umbringen mit Euren Jauchekübeln, ihn nicht erwürgen mit Euren tintenbeklecksten, schmierigen Fingern – seinen Namen nicht auslöschen aus hunderttausend Seelen – dazu seid Ihr selbst viel, aber auch schon viel zu klein!

Zu seinen Facebook-Freundschaften zählt auch eine FPÖ-Nationalratsabgeordnete: Edith Mühlberghuber. Die ist uns in der Vergangenheit schon mehrmals durch ihre Mitgliedschaft in seltsamen Gruppen aufgefallen. Aber was bringt eine aktive FPÖ-Abgeordnete dazu, sich mit einem schnell als rechtsextrem und bei genauerer Hinsicht als neonazistisch erkennbaren Account zu befreunden? Aktuell hat St. S. auf seinem Facebook-Konto (das im Unterschied zu seinem Twitter-Account noch nicht gelöscht ist) 231 Freundschaften – in erster Linie stramme Neonazis und Rechtsextreme. Dazu noch die FPÖ-Abgeordnete und den geschäftsführenden Bezirksparteiobmann der FPÖ Baden, Werner Rogner.

Facebook-Freunde St.S.: FPÖ-NR-Abg. Edith Mühlberghuber und GF FPÖ Baden Werner Rogner
Facebook-Freunde St.S.: FPÖ-NR-Abg. Edith Mühlberghuber und GF FPÖ Baden Werner Rogner (und der deutsche mehrfach verurteilte Neonazi Günter Deckert)

Auf seinem Facebook-Konto hat S. in den letzten Jahren öffentlich keine Nachrichten mehr abgesetzt. Möglicherweise hat er sie für seinen Freundeskreis begrenzt. Auf seinem Fluchtkonto bei vk.com beschwert er sich über die zeitweiligen Sperren auf Facebook, argwöhnt, dass er vielleicht demnächst auch auf dem russischen Portal „von Juden verfolgt“ werden könnte, gibt ein weiteres Ersatzkonto an, postet jedoch völlig ungeniert seinen Nazi-Dreck – und das mit Klarnamen. Weil er von seinem Twitter-Account auf sein vk-Konto verlinkt (und umgekehrt), ist auch schnell klar, dass Stephano N. tatsächlich St. S. ist, der auf vk manchmal im Stundentakt Nazi-Schrott postet, den er mit anderen Neonazis bespricht und teilt.

Auf vk.com gab er 2018 neuerlich den „Tipp“, Schweinekopfhälften auf einem geplanten Moschee-Grundstück abzulegen, um damit Muslime vom Bau abzubringen, wozu er als NVP-Funktionär schon 2011 großmäulig in einem Mail die bayerische NPD geraten hatte. NVP-Aktivisten hatten schon 2008 unter Verdacht gestanden hatten, zum Jahreswechsel Schweineköpfe auf einem Moschee-Grundstück deponiert zu haben. Nach dem Mail an die NPD schrieb „Österreich“, dass sich der Verfassungsschutz jetzt St. S. vornehmen würde. Daraus dürfte nichts geworden sein.

St.S. gibt Tipp, Schweinekopfhälften auf Moschee-Grundstück zu deponieren
St.S. gibt Tipp, Schweinekopfhälften auf Moschee-Grundstück zu deponieren

St. S. weitete in den Folgejahren nicht nur seine propagandistische Hetze beträchtlich aus, sondern auch seinen imaginierten Status in der Szene, indem er sich den Rang eines „provisorischen Stellvertreter des Deutschen Reiches in der Ostmark“ verlieh. Eine Ahnung, dass ihm wegen seiner Hetze Ungemach drohen könnte, veranlasste ihn zu einer Warnung an seine braunen Kameraden auf vk, besser nicht unter Klarnamen posten: „Wenn man mit Klarnamen und Bild hier ist, und die Holocaust-Lügen-Artikel etc. teilt bzw. selbst verfasst, ist man für die Ratten sehr leicht angreifbar.“

Für seine Person glaubte St. S. das ausschließen zu können: „Was meine Person betrifft: Für die Ratten bin ich ein ‚U-Boot‘, ich befinde mich derzeit nicht in ihrem ‚Greifbereich‘.“ Der provisorische Gauführer erklärte dann großmütig , dass er ganz bewusst „Zielscheibe spiele“, denn wenn „sie“ [die Ratten, Anmk. SdR] sich mit ihm beschäftigen, können sie sich „gleichzeitig nicht mit wem anderen beschäftigen“.

So ganz stimmte das nicht! Als wir uns Monate nach Anzeigenlegung im Juli 2018 nach dem Stand der Ermittlungen erkundigten, wurde uns mitgeteilt, dass man St. S. nicht finden könne. Wir erlaubten uns daher, die von ihm auf vk.com dankenswerterweise angegebene Handy-Nummer den Behörden zu übermitteln und schon war der „provisorische“ Stellvertreter des Deutschen Reiches wieder im Greifbereich.

St.S. auf vk.com mit Handynummer und Mailadresse – inspiriert von "Adolf Hitler und dem wahren Nationlasozialismus!"
St.S. auf vk.com mit Handynummer und Mailadresse – inspiriert von „Adolf Hitler und dem wahren Nationlasozialismus!“

 

St.S.: "Alljuda-Lügen-Medien-Maulhurenpresse"
St.S.: „Alljuda-Lügen-Medien-Maulhurenpresse“
"Fahnen heraus am Geburtstag des Führers"
„Fahnen heraus am Geburtstag des Führers“

 

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: Antisemitismus | Anzeige | FPÖ | Neonazismus/Neofaschismus | Oberösterreich | Verbotsgesetz | Wiederbetätigung

Beitragsnavigation

« Mélange KW 25-26/20
Diskriminierung im Bildungswesen »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter