Zwei deutsche Fälle, zwei Mal Österreich-Bezug

Rus­sis­che Maschi­nen­pis­tolen, die von Öster­re­ich in neon­azis­tis­che Kreise aus dem deutschen Bran­den­burg gewan­dert sind und pol­nis­che Neon­azis, die wegen ter­ror­is­tis­ch­er Umtriebe – mut­maßlich durch einen Ex-AfD-Mitar­beit­er mit aus­geze­ich­neten Beziehun­gen zur FPÖ anges­tiftet – verurteilt wur­den – zwei Fälle aus Deutsch­land, die auch für Öster­re­ich brisant sein könnten.

Dass die Verbindun­gen zwis­chen der öster­re­ichis­chen und der deutschen recht­sex­tremen Szene munter laufen, wis­sen wir schon lange. Gren­züber­schre­i­t­ende Verbindun­gen wer­den bis in den Recht­ster­ror­is­mus hinein ver­mutet, wie der Fall des deutschen Ober­stleut­nant Fran­co A. in Verbindung mit dem Net­zw­erk „Nord­kreuz“ („Han­ni­bal“) gezeigt hat.

Am 23.3. veröf­fentlichte die Polizei Bran­den­burg eine Mel­dung, wonach ein inter­na­tion­al tätiger Waf­fen­ring aus­ge­hoben wor­den sei.

Ein­satzkräfte des Lan­deskrim­i­nalamtes haben bei Durch­suchun­gen im Rah­men eines von der Staat­san­waltschaft Frank­furt (Oder) geführten Ver­fahrens zahlre­iche Waf­fen sichergestellt. Voraus­ge­gan­gen war eine Infor­ma­tion des öster­re­ichis­chen Bun­de­samts für Ver­fas­sungss­chutz und Ter­ror­is­mus­bekämp­fung (BVT) zum Verkauf von zwei rus­sis­chen Maschi­nen­pis­tolen an einen 56-jähri­gen Bran­den­burg­er. Dieser war der Polizei auch bere­its wegen Ver­stoßes gegen das Waf­fenge­setz bekannt.

Bei einem der ins­ge­samt vier Ver­hafteten, einem 27-Jähri­gen, seien auch NS-Devo­tion­alien sich­er gestellt wor­den. Makabres Detail: Es wur­den auch men­schliche Knochen gefun­den, die aus der Zeit des Zweit­en Weltkriegs stam­men dürften. „Nach ihren umfan­gre­ichen Geständ­nis­sen wur­den die Beschuldigten im Anschluss an ihre Vernehmungen nach Rück­sprache mit der Staat­san­waltschaft wieder auf freien Fuß geset­zt, da keine Haft­gründe gegen sie vor­la­gen.” (Polizei Bran­den­burg)

Waffen und NS-Devotionalien (Foto: Polizei Brandenburg)

Waf­fen und NS-Devo­tion­alien (Foto: Polizei Bran­den­burg)

Von rus­sis­chen Maschi­nen­pis­tolen ist es nicht weit in dubiose pro-rus­sis­che Dun­stkreise: Am 24.3. fand in Krakau/Polen ein Prozess gegen drei Angeklagte statt, die im Feb­ru­ar 2018 einen Bran­dan­schlag auf ein ungarisches Kul­turzen­trum im ukrainis­chen Uschgorod verübt haben. „Ziel des Anschlags soll laut Staat­san­waltschaft eine Strate­gie der Span­nung im Sinne Rus­s­lands gewe­sen sein: Die Ukraine solle desta­bil­isiert wer­den, zitierte ‚RFE/RL’ den zuständi­gen Ankläger, Mar­iusz Sad­lo. Tat­säch­lich hat­te der Anschlag zu Span­nun­gen im ukrainisch-ungarischen Ver­hält­nis geführt.” (t‑online.de, 24.3.20)

Brandanschlag in Uschgorod

Bran­dan­schlag in Uschgorod

Der der pro-rus­sis­chen neo­faschis­tis­chen Grup­pierung „Falan­ga“ ange­hörige Haupt­täter Michał Prokopow­icz erhielt drei Jahre Haft­strafe. Sein­er Aus­sage nach war Manuel Ochsen­re­it­er, damals Mitar­beit­er des AfD-Bun­destagsab­ge­ord­neten Markus Frohn­maier, Auf­tragge­ber für den Anschlag.

Ochsen­re­it­er unter­hielt über län­gere Zeit hin­weg beste Kon­tak­te zur FPÖ. Im Jän­ner 2014 ver­meldete Johann Gude­nus via Face­book: „Mein Fre­und Manuel Ochsen­re­it­er auf Rus­sia TV über die Sit­u­a­tion in Syrien“ und drei Monate später: „Fre­und­schaftlich­er Besuch aus Berlin: Manuel Ochsen­re­it­er, Chefredak­teur der Wochen­zeitung ‚Zuerst‘“. Fre­und Ochsen­re­it­er durfte 2016 nicht nur beim Kongress der recht­sex­tremen „Vertei­di­ger Europas“ auftreten, son­dern auch noch Gast­beiträge im „Wochen­blick“ und in „Info-Direkt“ verfassen.

Ochsen­re­it­er ist zwar unter­ge­taucht, ver­fasst jedoch nach wie vor Beiträge im Mag­a­zin „Zuerst“, bei dem er noch immer als Chefredak­teur auf­scheint. Im Feb­ru­ar beklagte er – wieder ein­mal – die auf allen Ebe­nen stat­tfind­ende links-grüne Gen­er­alumerziehung“, mit der „die natür­liche eigene Wahrnehmung aus­getrieben wer­den“ solle. Aber, so frohlockt Ochsenreiter,

Da kommt das Coro­n­avirus der ger­ade so pri­ma laufend­en Gehirn­wäsche in die Quere, weil jed­er­mann klar ist: Die Ansteck­ungs­ge­fahr kommt im Moment aus dem asi­atis­chen Raum. Und siehe da: Allem Schöne-Neue-Welt-Gerede zum Trotz läßt sich auf der Straße ganz pri­ma unter­schei­den, wer Deutsch­er ist und wer eben nicht.

Ochsenreiter in "Zuerst" Febr. 2020

Ochsen­re­it­er in „Zuerst” Febr. 2020

Da hat Ochsen­re­it­er Glück, dass er irgend­wo abge­taucht ist, denn son­st wäre er vielle­icht nicht­sah­nend von einem aus Ischgl durch Biodeutsche eingeschleppten Virus befall­en wor­den und sein Unter­schei­dungsver­mö­gen hätte ihm auf der Straße rein gar nichts geholfen.