Gmunden (OÖ): Amoklauf oder Aufschneiderei?

Gemeinsam mit zwei Kumpanen soll der Schüler eines Polytechnikums (15) am Montag der Vorwoche Hakenkreuze auf die Fassade der Neuen Mittelschule (NMS) in Ohlsdorf geschmiert haben. Die Polizei fand rasch die mutmaßlichen Täter und hielt Nachschau bei dem Jugendlichen, der anscheinend kurz zuvor einen Amoklauf in der NMS angekündigt hatte. Dabei wurden Waffen gefunden – der Jugendliche wurde festgenommen.

Gegenüber Freunden hatte der Jugendliche, der früher selbst Schüler an der NMS Ohlsdorf war, anscheinend einen Amoklauf an LehrerInnen dieser Schule angekündigt: „Ich werde sie umbringen“ (Krone, 5.7.2017). Nach Ansicht der Ermittler soll dieses Vorhaben „sehr konkret“ gewesen sein. Wegen der Hakenkreuz-Schmierereien hatte ereine Vorladung der Polizei erhalten. Noch vor diesem Termin erfuhr die aber von den Drohungen des Jugendlichen und nahm eine „freiwillige Nachschau“ vor, bei der Hieb- und Stichwaffen sowie eine Gaspistole festgestellt wurden.

Der Schüler, der angeblich schon vorher „auffällig“ war, wurde daraufhin festgenommen und mittlerweile in Untersuchungshaft genommen. Die Bezirksrundschau Gmunden, deren Bericht von der Staatsanwaltschaft Wels bestätigt wurde, zitiert den Bezirksschulinspektor mit einer durch die Fakten wenig getrübten Aussage: „Ich halte die ganze Aktion aber trotzdem im Grunde für eine Aufschneiderei oder eine Prahlerei. Soweit ich weiß, war der junge Mann – Gott sei Dank – gar nicht in der Lage gewesen, einen Amoklauf auszuführen“. Mittlerweile relativiert der Bezirksschulinspektor seine verharmlosenden Äußerungen wieder etwas.