Salzburg: Der Nazi-Drachen (Teil II)

Der Haupt­täter (22) stand schon im März wegen Wieder­betä­ti­gung vor Gericht und wurde damals zu zwei Jahren unbe­d­ingt verurteilt. Immer­hin hat­te er sechs Vorstrafen und drei Probezeit­en offen. Jet­zt musste sich sein Gehil­fe (21), der ihm im Novem­ber des Vor­jahres beim Nazi-Drachen­steigen am Müll­ner-Steg assistiert hat­te, vor Geschwore­nen am Salzburg­er Lan­des­gericht ver­ant­worten. Der Angeklagte stand nicht nur wegen Wieder­betä­ti­gung, son­dern auch wegen eines ver­sucht­en Dieb­stahls vor Gericht und zeigte sich umfassend geständig.

Pas­san­ten hat­ten im Novem­ber 2016 die Polizei alarmiert, nach­dem sie am Salzburg­er Müll­ner­steg zwei junge Män­ner mit einem selt­sam verzierten Drachen, den sie zum Steigen gebracht hat­ten, beobachteten. Der Drachen war mit der 88, SS-Runen, einem Hak­enkreuz und dem Eis­er­nen Kreuz verziert. Eine ziem­lich dümm­liche Aktion.

Inter­es­sant ist allerd­ings, was der Haup­tangeklagte in seinem Prozess im März zu sein­er poli­tis­chen Sozial­i­sa­tion aus­sagte. „Er sei schon in jun­gen Jahren mit der NS-Gesin­nung in Berührung gekom­men. In ein­er Gruppe rund um den Ring frei­heitlich­er Jugend hät­ten sie regelmäßig Exkur­sio­nen – etwa zum Kehlstein­haus – und der­gle­ichen gemacht“, berichtete der „Stan­dard“ damals vom Prozess. Und noch heute ziert er sein Face­book-Pro­fil mit einem Norbert-Hofer-Foto.

Der Drache mit den verbotenen Symbolen.

Der Drache mit den ver­bote­nen Symbolen.

Vom Gehil­fen ist nicht bekan­nt, ob auch er über den Ring Frei­heitlich­er Jugend (RFJ) und dessen Exkur­sio­nen zum Kehlstein­haus zum Nazi-Drachen­steigen gekom­men ist. In den „Salzburg­er Nachricht­en“ (2.6.2017) wird er mit den Sätzen zitiert, dass er damals „eine rechte Ein­stel­lung“ gehabt habe und ihn Recht­srock und recht­sex­treme Demos fasziniert hät­ten: „Aber jet­zt ist das über­haupt kein The­ma mehr“.

Das Urteil, 3 Monate bed­ingt und die Anord­nung von Bewährung­shil­fe, ist noch nicht recht­skräftig, weil sich die Staat­san­waltschaft noch nicht erk­lärt hat.