Hofers Helfer

Das Foto, auf dem man den Büroleit­er von Nor­bert Hofer sieht, wie er, sein Brud­er und Got­tfried Küs­sel – mit Schlagstöck­en bewaffnet – sich provozierend einen Weg bah­nen, ist mit­tler­weile auch der „Bild“-Zeitung bekan­nt. Gut, das Foto ist alt, Rene Schi­manek kön­nte sich – im Unter­schied zu seinem Brud­er Hans-Jörg – ja verän­dert haben. Aber wie schaut das bei einem anderen Helfer von Hofer aus mit der Entwicklung?

Her­wig Götschober ist ein ganz fleißiger Blauer. Der deutsche Burschen­schafter arbeit­et nicht nur in Hofers Büro im Nation­al­rat, son­dern auch als FPÖ-Bezirk­srat in der Leopold­stadt. Er ist ein „echter Mul­ti­funk­tionär“, schrieben wir in unserem Bericht über seine Burschen­schaft „Bruna Sude­tia“: „Vere­in­sob­mann der Brunen, Schrift­wart des Öster­re­ichis­chen Pen­näler-Rings und des Bal­lauss­chuss­es des Wiener Akademiker­balls, im Vor­sitzteam der Deutschen Burschen­schaft“ und auch Vere­in­sob­mann bei der pen­nalen Burschen­schaft Franko-Cherusker.”

Bei bei­den schla­gen­den Verbindun­gen war auch schon Vater Karl Götschober tätig, der es 1988 sog­ar zum Vor­sitzen­den des Öster­re­ichis­chen Pen­näler­ringes gebracht hat. Schwest­er Silke will da nicht hin­tanste­hen und engagiert sich in der Mädelschaft Freya, beim RFJ und eben­falls in der Bezirksvertre­tung Leopold­stadt für die FPÖ. Sie wet­tert nicht nur gegen den Gen­der-Wahnsinn, son­dern schreibt – da wird’s schon ziem­lich herb­braun – auch von der „schrit­tweise erfolgte(n) Umerziehung der Deutschen in Öster­re­ich“ und der damit ver­bun­de­nen „Eli­m­inierung der deutschen Iden­tität“.

Dage­gen nehmen sich die neuesten schriftlichen Ergüsse von Her­wig Götschober ver­gle­ich­sweise zahm aus. Nun ja – ver­gle­ich­sweise! In der Pos­tille „Junges Leben“ des Pen­näler­rings beklagt er eine Spal­tung der bun­des­deutschen Gesellschaft und ver­sucht sie in Worte zu fassen:

Auf der einen Seite die Bürg­er, die AfD, PEGIDA und viele andere, die Missstände kri­tisieren, die sich sor­gen, die Prob­leme offen ansprechen und an Lösun­gen arbeit­en wollen und auf der anderen die Men­schen aus Poli­tik und Medi­en, die nach wie vor ver­ant­wor­tungslose Wilkom­men­skul­tur unter dem Cre­do der Kan­z­lerin ‚Wir schaf­fen das’ predi­gen“ (Junges Leben 1/2016).

Klar, dass in dieser her­beiphan­tasierten Insze­nierung von Götschober „die Men­schen aus Poli­tik und Medi­en“ eine erbärm­liche Min­der­heit gegenüber AfD, Pegi­da und den übri­gen Besorgten von der Abteilung „Wir sind das Volk“ darstellen sollen. Was das in der Folge bedeuten kön­nte, wenn eine kleine Min­der­heit „aus Poli­tik und Medi­en“ ange­blich die bre­ite Mehrheit unter­drückt, wollen wir lieber nicht der selt­samen Phan­tasie von Götschober überlassen.

Es gibt aber auch noch ein Foto mit Götschober, das eine genauere Betra­ch­tung ver­di­ent. Es stammt aus dem Jahr 2009 und zeigt Her­wig Götschober mit Burschen­schafterkäp­pi beim Gedenkmarsch für den Nazi-Helden Wal­ter Nowot­ny – gemein­sam mit anderen Burschis, Recht­sex­tremen und auch Neon­azis. Sich­er war das Zusam­men­tr­e­f­fen bloßer Zufall – so wie die Haus­durch­suchung im Som­mer 2010 bei Götschobers pen­naler Burschen­schaft, den Franko Cheruskern. 

Denen war damals die Haus­durch­suchung etwas pein­lich, also schwiegen sie. Nicht so die Neon­azi-Home­page Alpen-Donau, die die Burschen­schaft namentlich outete.

Das wirft natür­lich Fra­gen auf: woher wussten die Alpen-Donau-Neon­azis von der Haus­durch­suchung, warum gab es eine und was wurde dabei gefun­den? Der FPÖ-Abge­ord­nete Höbart gab Wochen nach der Razz­ia im Sep­tem­ber 2010 in ein­er Presseaussendung zumin­d­est eine Teilant­wort: wegen des Ver­bots­ge­set­zes sei bei den Franko-Cheruskern ermit­telt, aber „nicht das Ger­ing­ste“ gefun­den worden.

Wir kön­nen das nicht beurteilen, weil wir die ein­schlägi­gen Pro­tokolle und Ermit­tlungsergeb­nisse nicht ein­se­hen kon­nten. Ver­mut­lich kön­nte der Her­wig Götschober etwas genauer als der Chris­t­ian Höbart erk­lären, was damals mit der Haus­durch­suchung los war. Auch, warum er 2009 an die Pin­nwand der NPD-nahen Face­book-Seite „Todesstrafe für Kinder­schän­der und Verge­waltiger ?“ gepostet hat­te: „Todesstrafe für Kinder­schän­der – 0% Rückfallsquote!“.

Der Hofer-Helfer als Befür­worter der Todesstrafe?

Vielle­icht kann er bei dieser Gele­gen­heit auch erk­lären, warum er sich 2016 in der Fre­und­schaft­sliste des anti­semi­tis­chen Face­book-Pro­fils „Itzak Wucher­fil Shekel­steyn“ befand (das FB–Konto wurde während ein­er „Standard“-Recherche gelöscht) neben Iden­titären, Neon­azis, anderen Recht­sex­tremen und Burschenschaftern?

Der Hofer–Helfer befre­un­det mit einem anti­semi­tis­chen FB-Profil?

Nor­bert Hofer und sein Helfer sind drin­gend zur Klärung aufgefordert!

Siehe auch: Bericht auf derStandard.at: Nor­bert Hofers Vor­liebe für rechte Burschen.