Spielfeld/Graz: Straches Wirt angeklagt

Der Wirt aus der Süd­steier­mark, der während der Flüchtlings­be­we­gung im Som­mer 2015 dadurch aufge­fall­en ist, dass er den Jour­nal­is­ten bere­itwillig seine merk­würdi­ge Mei­n­ung kund­tat, dass eigentlich „Krieg“ herrsche an der Gren­ze, muss sich vor Gericht ver­ant­worten. Die Graz­er Grü­nen, im beson­deren Tina Wirns­berg­er und die Anwältin Susan­na Eck­er hat­ten den Wirt, bei dem sich HC Stra­che und einige Iden­titäre zum Tafeln trafen, im Dezem­ber 2015 angezeigt.

Wern­er L., der in Spielfeld ein Bik­er­lokal betreibt, wird sich vor dem Graz­er Lan­des­gericht wegen des Ver­dachts des Ver­brechens der schw­eren Nöti­gung nach § 105 bzw. 106 StGB sowie wegen des Verge­hens der ver­sucht­en Kör­per­ver­let­zung nach § 83 StGB in Verbindung mit § 15 StGB ver­ant­worten müssen.

Das Ermit­tlungsver­fahren nach dem NS-Ver­bots­ge­setz wurde hinge­gen eingestellt, da dem recht­en Wirt, der den „SS-Reich­sadler“ auf dem Tank seines Motor­rades eben­so öffentlich zur Schau gestellt hat­te wie einen But­ton mit SS-Totenkopf, „nicht mit der im Strafver­fahren erforder­lichen Sicher­heit“ seine „leug­nende Ver­ant­wor­tung“ zu wider­legen war, so die Staat­san­waltschaft Graz in ihrer Mit­teilung an die Anzeigenlegerinnen.

Weil er in einem öffentlich ver­füg­baren Video stolz kund­getan hat­te, dass er einen Flüchtling, der seine Not­durft ver­richt­en wollte, mit sein­er Schrot­flinte und den Worten „Alter, wenn Du abdrückst, drück ich auch ab“ bedro­ht hat­te, wird er sich jet­zt ver­ant­worten müssen. Sein Pfef­fer­spray-Ein­satz gegen Demon­stran­ten, die er ohne Vor­war­nung attack­iert hat­te, wird eben­falls verhandelt.


Wern­er L. bei der Pfef­fer­spray­at­tacke auf friedliche Gegen­demon­stran­ten mit 3 Ver­let­zten bei der Anti­flüch­lings­de­mo am 31.10.2015 in Spielfeld; © rechtsdrall.com

Im Spätherb­st 2015 traf sich der FPÖ-Parte­ichef Stra­che mit Iden­titären in der Biker­bude von Wern­er L.. Ver­mut­lich waren es inten­sive Gespräche, die da zwis­chen Stra­che und den Iden­titären stattge­fun­den haben, wie man an den abgekämpften Gesichtern sehen kann. Stra­che war so erfreut, dass er sich mit der „Leg­ende aus der Süd­steier­mark“, wie er Wirt Wern­er beze­ich­nete, tre­f­fen durfte, dass er mit ihm gemein­sam vor der Kam­era posierte und auf sein­er Face­book-Seite veröffentlichte.